Lesezeit ca.: 1 Minuten, 36 Sekunden

Lange Zeit war unklar, was mit dem historischen Deutsche-Bank-Areal am Frankfurter Roßmarkt geschehen soll. Nun steht es fest: Im Jahre 2020 wird die Skyline der Mainmetropole um vier weitere Hochhäuser bereichert, die mit bis zu 228 Metern echtes Wolkenkratzerpotenzial haben.

Die große Frage, was mit dem weitläufigen Gelände am Roßmarkt passiert, ist beantwortet. Auf 210 000 Quadratmetern sollen sich in Zukunft über 600 Wohnungen, Cafés, Restaurants und Stores sowie eine öffentlich begehbare Dachterrasse erstrecken. Vorgesehen ist ein Quartier, das von der dominierenden Monostruktur der benachbarten Hochhäuser abweicht, indem der Komplex auf vier höhengestaffelte Türme unterteilt wird.

Der preisgekrönte Entwurf des UN Studio aus Amsterdam
Der preisgekrönte Entwurf des UN Studio aus Amsterdam

Dabei beläuft sich die Höhe des größten Turms, in dem sowohl Büros als auch ein Hotel untergebracht werden sollen, auf 228 Meter, während der niedrigste Turm 100 Meter hoch in die Luft ragt. Die zwei weiteren, in der Höhe zwischen den beiden Extremen liegenden Türme, sollen als Wohnraum genutzt werden. Auf dem Sockel, aus dem alle vier empor wachsen und der das gemeinsame Fundament bildet, wird eine begrünte und öffentlich begehbare Dachterrasse entstehen.

Die Idee dafür kommt von dem renommierten Büro UN Studio um die Architekten Ben van Berkel und Caroline Bos aus Amsterdam, das auch das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart geplant hat und mit seinem Entwurf den städtebaulichen Ideenwettbewerb für sich entscheiden konnte. Das Frankfurter Architekturbüro Raumwerk erhielt eine Anerkennung, wohingegen Christoph Mäckler, Jo Franzke und Schneider+Schumacher in der ersten Runde nicht überzeugen konnten. Im nun folgenden Realisierungswettbewerb bleiben sie jedoch vertreten.

Grundstückseigentümer Jürgen Groß
Grundstückseigentümer Jürgen Groß

Die Entscheidung für das Modell traf eine achtköpfige Jury, bestehend aus Architekturexperten, Stadtvertretern und dem Bauherrn Groß & Partner. „Der Siegerentwurf bietet das größte Potenzial, die Schnittstelle zwischen Bankenviertel und City als gemischt genutztes Quartier mit neuen Wohnungen zu entwickeln“, so Planungsdezernent Olaf Cunitz. Besonders begeisterte die Jury zudem die geschickte Einbindung der denkmalgeschützten Fassaden in den Gesamtkomplex. So sollen die historischen Gebäudeteile nicht verbaut, sondern durch sensible Baumaßnahmen in ein Hotel verwandelt werden.

„Wir sind überzeugt, dass dieses Projekt eine Bereicherung für die Innenstadt und ganz Frankfurt sein wird. Etwas Vergleichbares wird es in keiner anderen deutschen Stadt geben“ freute sich Grundstückseigentümer Jürgen Groß.

Teilen