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Mariella Ahrens ist gern gesehener Gast auf Deutschlands roten Teppichen. Dabei braucht sie Energie für zwei. Denn neben ihrer Filmkarriere engagiert sich die schöne Schauspielerin für viele soziale Projekte. Doch eines darf bei all dem Trubel nie zurückstehen: die Familie. Warum die aus der Küche fernbleiben soll und was ihren neuen Lebensgefährten und sie zum „perfect match“ macht, hat uns der TV-Star am Herd verraten.

Wenn es einen Jungbrunnen gibt, Mariella Ahrens hat ihn gefunden. Frisch, strahlend und modisch-elegant im camelfarbenen Lederkleid trifft der TV-Star im Küchenstudio Großjohann in Neu-Isenburg ein. Ihre 46 Jahre sieht man ihr nicht an – und trotz einer frühmorgendlichen Anreise aus Berlin und eines verspäteten Fluges wirkt sie äußerst entspannt. „Ich bin Hektik gewohnt“, erklärt Mariella. „Wenn man einen anstrengenden Beruf, zwei Töchter und eine junge Beziehung zu managen hat, bringt einen so leicht nichts aus der Fassung.

Mariella Ahrens beim Mise-en-place
Mariella Ahrens beim Mise-en-place

Zum Glück habe ich reichlich Energie und stecke Stress relativ gut weg. Aber man muss schon multitaskingfähig sein.“ Aus diesem Grund hat sich Mariella für ein Gericht entschieden, das zu ihrem beschleunigten Lebensstil passt: grüne Tagliatelle in Sahnesoße mit Lachs und Zucchini-Tomaten-Lauch-Gemüse. „Das mache ich selbst oft für meine Familie“, erzählt sie. „Denn unter der Woche komme ich häufig erst um 19 Uhr nachhause, da ist keine Zeit, etwas Aufwendiges zu kochen. Und diese Pastavariation ist einfach, schnell und schmeckt super.“

Sie liebe die leichte mediterrane Küche, erklärt Mariella, während wir Zwiebeln, Lauch, Tomaten und Zucchini klein schneiden. „Aber auch sehr gerne Fleisch, bevorzugt Entrecôte.“ Nur selten kommen bei ihr bulgarische Spezialitäten auf den Tisch, obwohl sie als Tochter einer bulgarischen Augenärztin und eines deutschen Computerspezialisten damit aufgewachsen ist. „Aber das gibt es dann heute eben auch mehr bei Mama.“

Sie nimmt Butter aus dem Kühlschrank und stellt einen Topf auf die Kochplatte, um das Gemüse im Topf anzuschwitzen. Dass hier eine routinierte Köchin am Werk ist, ist bei jedem Handgriff deutlich zu spüren. „Ja, ich koche wirklich gerne. Das ist auch der Grund, warum ich in diesem Jahr mehrere Küchen designt habe, die von einer großen Möbelhauskette übernommen wurden.“

Sie löscht das Gemüse mit etwas Weißwein ab. „Dabei kam es mir vor allem darauf an, funktionale Elemente zu integrieren, die ich selbst oft vermisst habe, wie etwa eine ausziehbare Arbeitsplatte oder eine Glaswandfront am Kühlschrank, auf die man zugleich etwas schreiben und pinnen kann.“

The Queen’s Solitude

Gesellschaft allerdings braucht Mariella in der Küche weniger. „Bei mir gilt beim Kochen seit jeher die Devise: Männer müssen draußen bleiben! Denn ich bin zum einen ziemlich ungeduldig und habe zum anderen auch eine genaue Vorstellung davon, wie etwas erledigt werden muss. Daher bin ich eigentlich ganz froh, wenn mir keiner helfen möchte.“

Doch zumindest bei kleinen Handreichungen dürfen Kinder und Freund Sebastian assistieren. Mit dem 13 Jahre jüngeren Unternehmer ist Mariella seit anderthalb Jahren liiert, aktuell steht der Umzug in eine gemeinsame Wohnung an. Über die Einrichtung habe man sich schon verständigen können. „Wir sind uns in vielem ähnlich. Charakterlich, aber auch im Geschmack. Wir stimmen tatsächlich in den meisten Fragen überein.“ Einer der wenigen Unterschiede seien die Schlafgewohnheiten. „Ich schlafe gerne im Dunkeln, er lieber mit etwas Rest-Helligkeit im Zimmer. Aber mir zuliebe verzichtet er darauf.“

Tipps vom Profi – Wie die Haut fachgerecht vom Lachs entfernt wird, zeigt uns Luigi Lavorato (Neuer Haferkasten)
Tipps vom Profi – Wie die Haut fachgerecht vom Lachs entfernt wird, zeigt uns Luigi Lavorato (Neuer Haferkasten)

Das Geheimnis ihrer harmonischen Beziehung? Womöglich auch in den Sternen zu suchen. „Ich bin Widder, er Waage. Das passt einfach gut zusammen. Sebastian wirkt ausgleichend auf mich. Er kann mich immer beruhigen, wenn ich aufgeregt oder nervös bin.“ Mariella setzt Wasser für die Nudeln auf. Schon klingelt der Lachs an der Tür – genauer, Luigi Lavorato mit dem Lachs. Der Chef des „Neuer Haferkasten“ in der Nachbarschaft versorgt uns mit frischem Fisch aus Norwegen. Und hat neben diesem auch noch einen echten Insider-Tipp für uns im Gepäck: „Immer einen Schuss Vodka zum Lachs geben!“ „Vodka?“ staunt Mariella. „Das habe ich noch nie gehört.“ Ein glücklicher Zufall, dass auch dieser im gut gefüllten Kühlschrank des Küchenstudios vorhanden ist.

Es geht an die Umsetzung: Für das Anbraten des Fisches stellt Mariella den Teppanyaki-Grill auf mittlere Temperatur. Anschließend wandern die frischen Tagliatelle ins Kochwasser. Jetzt die Soße. Mariella gibt Sahnesoße und Crème fraîche zu dem Gemüse. Obwohl sie auf ihre Figur achtet, offenbart sie sich als Genießerin. „Bei der Qualität würde ich niemals Abstriche machen. Und ich könnte auch nicht mit jemandem zusammen sein, für den Essen nur Nahrungsaufnahme ist.“

Mit Freund Sebastian und den Töchtern lässt sie es sich am Wochenende kulinarisch gut gehen. Das fängt schon morgens an – bei einem ausgedehnten Frühstück mit Brötchen, Obstsalat und Rührei. Nun würzt Mariella die Soße mit Pfeffer und Salz, taucht den Löffel ein und probiert. Sie nickt zufrieden. „Ja, das ist schon ganz gut.“

Das Beste zum Schluss

Auch jene Menschen, die das Leben nicht mehr in vollen Zügen genießen können, hat Mariella im Blick. In diesem Jahr feiert der von ihr gegründete Verein „Lebensherbst“ sein zehnjähriges Jubiläum. Mariellas Anliegen: älteren und pflegebedürftigen Menschen in Einrichtungen, mit Projekten und organisierten Treffen den Lebensabend zu verschönern. Auch der Aspekt des Kochens spielt dabei eine Rolle. „Kochen trägt zur Lebensfreude bei. Etwas mit allen Sinnen erleben, Dinge intensiv wahrzunehmen, zu riechen, zu schmecken, das kommt bei Senioren – und vor allem in der Pflege – häufig zu kurz.

 

„Da ältere Menschen unsere Gegenwart gestaltet haben, haben sie es verdient, dass wir uns nun auch um die ihre kümmern.“

 

Lachs und Zucchini auf dem Teppanyaki-Grill
Lachs und Zucchini auf dem Teppanyaki-Grill

Wir haben in einem Seniorenstift einmal einen Rollwagen mit Kochstation direkt an das Bett der Patienten gefahren und haben leckere Gerichte vor ihren Augen zubereitet. Das war ein tolles Erlebnis für die bettlägerigen Menschen, die in so etwas in der Regel gar nicht mehr einbezogen werden.“ Die Älteren dürften nicht in Vergessenheit geraten, mahnt Mariella, während sie nun den Fisch auf die heiße Teppanyaki-Platte legt. „Ich finde, da sie unsere Gegenwart gestaltet haben, haben sie es verdient, dass wir uns nun auch um die ihre kümmern.“

„Die besinnliche und romantische Atmosphäre an Weihnachten genieße ich sehr.“

Ein Blick in Mariellas Gegenwart. „Bei mir läuft es gut“, sagt sie, den Lachs wendend. Ende Dezember ist sie wieder im Fernsehen zu sehen – als habgierige Prinzessin im ARD-Märchenfilm „Prinzessin Maleen“. Generell jedoch habe sie den Fokus in diesem Jahr weniger auf die Schauspielerei denn auf ihre ehrenamtlichen Projekte und die Küchen gelegt. Eine bewusste Entscheidung, über die sie auch rückblickend froh ist. „Ich bin sehr zufrieden mit 2015. Es war ein tolles, ein außergewöhnliches Jahr, in dem die Prioritäten anders als sonst gesetzt waren, und das war eine wirklich schöne Erfahrung.“

Jetzt freut sich der TV-Star auf die Festtage und das gemütliche Zusammensein mit der Familie. „Ich liebe Weihnachten!“, strahlt sie und fügt den in Stücke geschnittenen Lachs zu Sahnesoße und Gemüse. „Vor allem, dass man sich – frei von jeglichem Termindruck – endlich Zeit nehmen kann für seine Lieben. Ich genieße diese besinnliche und romantische Atmosphäre sehr.“

Luigis Worte berücksichtigend, gießt Mariella noch einen kleinen Schuss Vodka in die Soße. „Das würde ich meinen Kindern dann allerdings nicht mehr servieren.“ Auch die Nudeln sind fertig. Wir gießen das Wasser ab. Mariella rührt die Soße unter und verfeinert mit Dill. „Immer erst ganz am Schluss, sonst geht das Aroma verloren.“

 

Erfolgreiches Team – Küchen Großjohann-Chef Peter Großjohann, Top Magazin-Redakteurin Kahtrin Link, Mariella Ahrens und MHK Group-Vorstand Dr. Daniel C. Schmid
Erfolgreiches Team – Küchen Großjohann-Chef Peter Großjohann, Top Magazin-Redakteurin Kahtrin Link, Mariella Ahrens und MHK Group-Vorstand Dr. Daniel C. Schmid

Gemeinsam richten wir an und probieren. „Mhm, das ist genau die richtige Stärkung, bevor ich in den Flieger muss.“ Denn Mariellas Tag ist auch heute wieder eng getaktet: „In zwei Stunden hole ich meine Große von der Schule ab, heute Abend ein Charity-Dinner.“ Doch auch als sie zum Flughafen aufbricht, keine Spur von Erschöpfung. „Ich mache das ja gerne. Ich brauche Action in meinem Leben.“ Eine Einstellung, die man der energiegeladenen Schönheit nicht nur in der Küche anmerkt.

Rezept

Tagliatelle mit Lachs und Zucchini in Sahnesoße à la Mariella (für vier Personen)

Tagliatelle mit Lachs und Zucchini in Sahnesauce à la Mariella
Tagliatelle mit Lachs und Zucchini in Sahnesauce à la Mariella

ZUTATEN
400 Gramm Tagliatelle
500 Gramm frischen Lachs
1 große Zwiebel
1 Stange Lauch
4 kleine Zucchini
eine Handvoll kleiner, frischer Cocktailtomaten
etwas Dill
Salz und Pfeffer
Crème fraîche
400 Milliliter Sahne
400 Milliliter Weißwein zum Ablöschen

ZUBEREITUNG
Zwiebel, Zucchini, Lauch und Cocktailtomaten klein schneiden und in einem Kochtopf mit etwas Butter anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen. 10 Minuten köcheln lassen. Dann

Creme fraiche und Sahne hinzugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und am Ende mit Dill verfeinern.Für die Nudeln vier Liter Wasser aufsetzen, aufkochen lassen, acht gestrichene Teelöffel Salz und die Nudeln hineingeben und al dente kochen. Den Lachs in Grill oder Bratpfanne zwei Minuten von jeder Seite anbraten, alternativ zusammen mit dem Gemüse schmoren. Nach dem Anbraten zerkleinern und zu der Sahnesoße hinzufügen. Nudeln und Soße miteinander vermischen. Mit Dill garnieren.

 

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