Gestern ging mit der Haus- und Küchenparty im Kronenschlösschen Hattenheim das 20. Rheingau-Gourmet-Festival zu Ende. Über 100.000 Gourmets feierten dort seit 1996 den guten Geschmack und seine sternedekorierten Schöpfer. Auch das Jubiläumsfestival 2016 war ein Gaumenschmaus der Superlative: 6500 Gäste, 50 Michelin-Sterne, 22.000 Gläser und Porzellane und 30.000 Besteckstücke wurden gezählt.

„Bereits mit dem ersten Rheingau Gourmet & Wein Festival haben wir einen starken Start hingelegt“, sagt Kronenschlösschen-Besitzer und Festivalveranstalter Hans B. Ullrich heute, der das Festival mit dem jetzigen Intendanten des Rheingau Musik Festivals, Michael Herrmann, im Jahre 1996 gründete. Damals ahnten aber weder er noch die geladenen Spitzenköche, dass sie im Jahre 2016 zum Event der kulinarischen Spitzenklasse avanciert sein würden.

Zwei-Sterneköchin Tanja Grandits mit Gastgeber Hans B. Ullrich, Gourmet-Festival-Gründungsmitglied Michael Herrmann und der ebenfalls mit zwei Sternen dekorierte Gerhard Wiesner
Zwei-Sterneköchin Tanja Grandits mit Gastgeber Hans B. Ullrich, Gourmet-Festival-Gründungsmitglied Michael Herrmann und der ebenfalls mit zwei Sternen dekorierte Gerhard Wiesner

Heute spricht der Erfolg für sich: „Seit Festivalstart haben wir es geschafft, ein Drittel der 100 besten Köche der Welt zu uns zu holen. Die Nachfrage seitens der Sterneköche steigt stetig und häufig müssen wir gar nicht mehr anfragen“, verrät H. B. Ullrich. Und so präsentierten sich in den vergangenen 17 Tagen unter anderem die Drei-Sterneköche Christophe Muller aus Lyon, Pierre Gagnaire aus Paris und Klaus Erfort aus Saarbrücken.

Auch anlässlich der abschließenden Haus- und Küchenparty waren sternedekorierte Meister des Herdes geladen. Die Gäste konnten sich dabei in der Küche sowie im Restaurant und in den Salons des Kronenschlösschens von acht Michelin-prämierten Spitzenköchen verwöhnen lassen. Ein-Sternekoch André Großfeld aus der Villa Merton kredenzte den Feinschmecker-Gaumen eine Tranche vom Skrei an Bärlauchpolenta, Rhabarber und knusprigem Ochsenschwanz. Und auch der mit zwei Sternen ausgezeichnete Gerhard Wiesner aus dem Südtiroler Hotel Castel konnte mit einer Komposition von Kamut-Tortellonis an Spinat und Taleggio mit Zirmnüssen und schwarzem Trüffel durchweg überzeugen.

Im Dienst des schwarzen Goldes Zwei-Sternekoch Gerhard Wiesner (2. v.r.) mit Marco Verginer (l.), Thomas Kastner und Christoph Huber
Im Dienst des schwarzen Goldes Zwei-Sternekoch Gerhard Wiesner (2. v.r.) mit Marco Verginer (l.), Thomas Kastner und Christoph Huber

Der erst seit wenigen Wochen im kulinarischen Dienst des Kronenschlösschens stehende 33-jährige Hausherr Simon Stirnal verriet, dass trotz des hochkarätigen Aufgebots an Sterneköchen weniger ein Konkurrenzdenken als ein gegenwärtiger Geist der Inspiration zu spüren sei. Auch wenn man sich über die vergangenen zweieinhalb Wochen hinweg die Aufmerksamkeit der Gäste teilen musste.

Neben den sternegekrönten Kompositionen durfte natürlich auch der begleitende Tropfen nicht fehlen. So stellten renommierte Weingüter wie Stefan Breuer, das Weingut Crass und die Georg Müller Stiftung harmonisch abgestimmte Weine vor, die den kulinarischen Hochgenuss perfektionierten.

Dass aber auch der gute Gerstensaft bestens mit den Feinschmeckerkreationen harmonierte, bewies Staatsminister Axel Wintermeyer, der in seiner politischen Funktion auch die Hessischen Staatsweingüter und das Kloster Eberbach beaufsichtigt. Lachend gestand er mit einem frisch Gezapften in der Hand: „Ich habe schon beruflich bedingt sehr viel mit Wein zu tun – da muss auch mal ein Bier erlaubt sein.“

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