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Als Sportwagen war der DeLorean DMC-12 ein Reinfall, als Zeitmaschine im Hollywoodfilm „Zurück in die Zukunft“ erlangte er ewigen Ruhm. Jetzt sollen etwa 300 Stück des Kultautos mit dem Marty McFly durch die Zeit reiste wieder gebaut werden  – leider ohne Fluxkompensator.

Futuristisches Design, ultraleichtes Chassis, Flügeltüren – der DeLorean DMC-12 hatte alles, was ein guter Sportwagen braucht. Naja, fast alles. Ausgerechnet der Motor war zu schmalbrüstig. Ein Sechszylinder, gebaut von Volvo, Peugeot und Renault. Mit gerade mal: 132 PS. Und ja, die Flügeltüren sahen toll aus, ließen sich aber so schwer anheben wie ein Gullideckel. Außerdem war die Karosserie undicht. Und so wurden zwischen 1981 und 1982 gerade mal 8.583 Stück gefertigt.

Statt jedoch im Kuriositätenkabinett der Automobilgeschichte zu verschwinden ist der DeLorean aber längst Kult. Denn im Jahr 1985 – im DMC-Werk in Nordirland waren da schon längst die Lichter ausgegangen – kam die Zeitreiseklamotte „Zurück in die Zukunft“ in die Kinos. Fluxkompensator war das Stichwort: Dank der Fantasiemaschine (und einem Plutoniumantrieb), verbaut im DeLorean, reisten die Filmhelden in Vergangenheit und Zukunft. Der Blockbuster verhalf dem DMC-12 sozusagen posthum zu Ruhm.

Jetzt steht die silberne Legende möglicherweise vor einem Comeback: Die DeLorean Motor Company hat angekündigt, 300 neue Exemplare des DMC-12 zu fertigen. Angepeilter Stückpreis: stolze 100.000 Dollar.

Aber Gemach: Bevor die Marty McFlys unter den Lesern jetzt ihren Bausparvertrag auflösen, sollten sie noch Ruhe bewahren. Comebackankündigungen von DeLorean gibt es nämlich fast so häufig wie Fortsetzungen von „Zurück in die Zukunft“.

Zuletzt war vor fünf Jahren die Rede davon, dass eine Version mit Elektroantrieb gebaut wird. Doch bislang musste sich die DeLorean Motor Company mit der Restaurierung alter Modelle begnügen. Das texanische Unternehmen hatte sich 1997 die Markenrechte und die Konkursmasse des Originalherstellers gesichert.

Doch eine geänderte Gesetzeslage soll es der Firma und ihrem Chef Stephen Wynne jetzt ermöglichen, auch komplett neue Exemplare auf den Markt zu bringen – zusammengebaut aus dem Fundus unbenutzter Ersatzteile. Auf der Webseite des Unternehmens wird eine Entscheidung der US-Verkehrsbehörde vom Dezember 2015 aufgeführt: Demnach ist es Kleinserienherstellern nun erlaubt, Replikas alter Fahrzeugmodelle anzufertigen. Und zwar ohne dass diese die heutigen Sicherheitsstandards erfüllen müssen. „Darauf haben wir lange gewartet“, sagte Stephen Wynne in einem Interview mit einem Lokalsender, „bisher waren die Nachbauten verboten, jetzt haben wir grünes Licht erhalten.“

Einzige Bedingung: Die aktuellen Umweltauflagen muss das Auto erfüllen. Der originale 132-PS- Motor kommt damit nicht in Frage, aber das dürfte die wenigsten Interessenten von einer Bestellung abhalten.

Die Beschaffung der Motoren ist laut Angaben des Unternehmens der Knackpunkt für den Produktionsstart. Weil erst ein großer Hersteller als Kooperationspartner gewonnen werden und Teilezulieferer aufgetan werden müssten, peilt Wynne die Neuauflage für 2017 an.

Ob es klappt, wird sich in Zukunft zeigen.

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