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Ein Weingut mit Golfplatz, frische Bauernmilch zum Selbstzapfen rund um die Uhr, Food Trucks mit Mohrenköpfen und andere Überraschungen mehr bietet der Kraichgau. Die Region zwischen Heidelberg und Karlsruhe ist aber vor allem für seine Gasthauskultur und eine sanfte Hügellandschaft bekannt. Und natürlich für das Weltkulturerbe Kloster Maulbronn und den Fußballklub von Hoffenheim. Von Ludwig Fienhold

Claus Burmeister vom Weingut Heitlinger
Claus Burmeister vom Weingut Heitlinger

Hier ploppen die Golfbälle, dort die Weinflaschen. Bei Heitlinger gehört das zusammen. Zum Ensemble zählen außerdem noch ein Hotel und ein Restaurant. In dieser Kombination einzigartig in Deutschland. Der Unternehmer Heinz Heiler verkaufte seine Betonbaufirma und machte aus Zement Wein. In gehobener Shoppinglaune kaufte er im Gegenzug zwei Weingüter und gleich einen Golfplatz dazu, immerhin spielt er selbst mit Handicap im einstelligen Bereich. Heinz Heiler ist zwar noch Mitgesellschafter der sehr erfolgreichen Low-Budget-Gruppe Motel One und könnte sich ganz lässig zurücklehnen, doch hat ihn die Freude am Wein gepackt. „Das Thema Wein ist emotional und berührt mich, doch will ich auch damit Erfolg haben.“ Die Weine zeigen, dass er auf dem richtigen Weg ist. Heinz Heiler steht auf einem soliden Fundament. Mit Claus Burmeister konnte er einen sehr engagierten Weinmacher gewinnen, der jede Traube persönlich zu kennen scheint.

Die Weingüter Heitlinger und Burg Ravensburg liegen zwar nur 15 Kilometer auseinander, unterscheiden sich aber deutlich. Beide werden jedoch ökologisch bewirtschaftet, bei beiden erfolgt die Ernte in reiner Handlese. Es gibt manche massenkompatible Weine, es werden aber auch Spitzenweine erzeugt. Tendenziell fallen die Ravensburger Rieslinge kantiger und mineralischer aus, die Heitlinger etwas weicher und runder. Der Riesling aus der Lage Husarenkappe von Burg Ravensburg ist ein extraktreicher, spannender Wein mit eigenwilligem Charakter, der meist zu einer schönen Kräuterwürze reift.

Der Keller im Weingut Heitlinger
Der Keller im Weingut Heitlinger

Der trocken ausgebaute Auxerrois und seine dezente Frucht zeigen, wie schön auch diese sehr spezielle und expressive Rebsorte werden kann. „Gerade der Auxerrois steht für die Region, weil er hier ein günstiges Klima findet, in der er sich wohl fühlt“, mein Claus Burmeister. Ganz und gar nicht für den badischen Kraichgau steht der Heitlinger Chardonnay – und fällt trotzdem in seiner schlanken, kühlen, französischen Stilistik besonders gut aus. Der älteste Weingarten von Heitlinger ist die Parzelle „Museum“, wo auf minimalen 25 Ar außergewöhnliche Riesling-Trauben gedeihen. Einen solch faunischen Tropfen wie den Museum-Wein gibt es nirgendwo weit und breit, er erinnert in seiner mystisch-heiteren Art an 
Shakespeares Sommernachtstraum. Von dieser Rarität
gibt es nur wenige
hundert Flaschen.

Vesperplatte im Weingut Heitlinger
Vesperplatte im Weingut Heitlinger

Noch gar nicht in
 Flaschen abgefüllt
ist der Spätburgunder Wormsberg, der
mit ausdrucksstarker
Aromatik und feiner Würze zeigt, wohin die Reise bei Heitlinger auch mit den Rotweinen geht. In ein paar Monaten darf man sich darauf freuen. Der Museum-Wein wird nicht im Heitlinger Hausrestaurant serviert, dafür aber der famose Kapellenberg Riesling. Ein solch „Großes Gewächs“ darf dort bereits für 28,50 € die Flasche getrunken werden, was für diese Qualität ein Geschenkpreis ist. Die Küche im Heitlinger ist gut, hausgemachte Bratwürste vom Schwäbisch-Hall’schen Landschwein und Kalbsmaultaschen mit Röstzwiebeln nebst Kartoffel-Radieschen-Salat sind von schlichter Schönheit. Glücklich wird man aber auch mit der Vesperplatte, vor allem, wenn so etwas Großartiges wie die Sülze und die Blutwurst von der Metzgerei Ohr aus Sinsheim dabei sind.

Gäste wählen zwischen der rustikalen Stube und dem Restaurant, das nur deshalb schöner ist, weil man durch eine riesige Fensterscheibe direkt ins Fasslager des Weinguts blickt. Da man beim Heitlinger gerne ein Glas mehr trinkt, warten als sicheres Ruhekissen gleich nebenan im modernen Hotel noch Zimmer. Direkt am Hotel liegt auch der 18-Loch-Golfplatz. Anfänger und Handicap-Spieler finden dort geeignetes Terrain. Der Championship-Platz ist mit seinem hügeligen Gelände, kleinen Wäldern und Seen eine Erlebniswelt für sich. Einsteiger können auf der Übungs- und Trainingsanlage ihre ersten Versuche machen und auf einem 6-Loch-Platz ihre Fähigkeiten vertiefen. Man ist auch ohne Platzreife und Mitgliedschaft willkommen, Schnupperkurse stehen immer auf dem Programm.

Blick von der Burg Ravensburg
Blick von der Burg Ravensburg

Ob Tagesgast oder Golfurlauber, der Tag endet meist bei einem guten Glas Wein. Einen schöneren Aussichtsplatz als die 300 Meter hoch liegende Burg Ravensburg gibt es im Kraichgau nicht. Ein Aufstieg in den Turm beschert einen großartigen Panoramablick, der offenbar in jeder Hinsicht herzergreifend ist. An der Eingangstür zum Restaurant ist zu lesen: „Bei Herzstillstand! Defibrillator befindet sich bei der Toilette Rittersaal im ersten Stock, Handhabung erfolgt durch Sprachanweisung.“

Man muss gar nicht so hoch hinaus, auch von der Burgterrasse aus sieht man prächtig – Weinberge so weit das Auge reicht, man kann den Schwarzwald und die Ausläufer der Vogesen erkennen. Da man die Aussicht aus jedem Blickwinkel genießen soll, wurden sogar die Toiletten teilweise verglast. Dass man im Lokal die Tropfen des Weinguts Burg Ravensburg trinkt, allen voran die Husarenkappe, versteht sich von selbst. Verwässern mag vielleicht ein Besuch am Wochenende, denn die 800 Jahre alte Burg ist auch Ziel von vielen Wandergruppen.

Das sanfte Weinland der tausend Hügel, wie sich der Kraichgau selbst nennt, animiert geradezu zu Ausflügen. Burgen, Bauernhöfe und Besenwirtschaften laden ein, hier ein süffiges Viertele, dort beste bäuerliche Gerichte. Vom einfachen Wirtshaus bis zur anspruchsvollen Landhausküche kann man meist eine grundsolide Basisküche erleben, wie sie in Deutschland immer seltener wird. Der Kraichgau ist aber auch ein Selbstbedienungsparadies. Man kann viel Gutes am Wegesrand aufgabeln. Obsthöfe verkaufen allenthalben säckeweise Äpfel und stellen diese vor die Haustür – fünf Euro für fünf Kilo Topqualität. Das Geld wird in eine Kasse gesteckt oder in den Briefkasten. Vertrauen und Ehrlichkeit, wie sie wohl nur noch vereinzelt auf dem Land möglich ist.

Im Vorbeifahren taucht plötzlich auf einer Weide neben der Landstraße ein Schild mit der Aufschrift „Milchautomat“ auf, darunter baumelt eine Milchkanne. Rund um die Uhr soll es auf dem Schülenswaldhof von Dorothea und Wilfried Förster frische Milch geben. Nachdem man von Hofhund Paula freundlich begrüßt wurde, steht man tatsächlich vor dem immer geöffneten Milch-Häusle. Dort werden zwar auch Apfelwein, Eier, Honig und Kartoffeln verkauft, doch Bestseller ist die Bioland-Milch aus dem Automat. Man stellt eine der bereitstehenden Milchflaschen unter die Düse, wirft einen Euro ein und schon fließt die wunderbar sahnige und frisch schmeckende Milch hinein. Hier werden auch ausgepichte Weintrinker im Handumdrehen zu Milchbubis.

Wir kennen mittlerweile die merkwürdigsten Food Trucks, denn es wird ja inzwischen so ziemlich alles mobil verkauft. Im Raum Remchingen aber stehen zwischen 11 und 17 Uhr an wechselnden und über Facebook bekannt gegebenen Stellen Wagen mit Mohrenköpfen. Diese sind so frisch und wunderbar cremig, dass man sie gleich aus der Hand essen muss. Ob klassisch oder mit Kokos-, Mandel- und Lebkuchengeschmack, Thomas Zollt vom Schaumkussland hält ein Dutzend leckerer und nicht zu süßer Mohrenköpfe bereit.

Der Brauerei-Gasthof Dachsenfranz
Der Brauerei-Gasthof Dachsenfranz

Im Weinland Kraichgau existieren noch einige bemerkenswerte Brauereigasthöfe. Der Dachsenfranz in Zuzenhausen ist einer der bekanntesten. Benannt wurde das schöne Wirtshaus nach Francesco Regali, einem Streuner, der an der Seite des italienischen Rebellen Garibaldi kämpfte und schließlich fliehen musste und im Kraichgau Unterschlupf in Höhlen und Wäldern fand. Er verdiente sein Geld als Schädlingsbekämpfer auf Bauernhöfen und in Mühlen und erlegte Füchse, Marder und Dachse, mit deren Fellen er handelte. Der Dachsenfranz in Zuzenhausen gehört jedenfalls zur Kraichgauer Folklore wie die TSG zum benachbarten Hoffenheim.

Bier im Dachsenfranz
Bier im Dachsenfranz

Die Biere sind ausnahmslos gut, vor allem das Kellerbier und das Dunkle. Der wildbärtige Dachsenfranz ist auf allen Etiketten und Gläsern zu sehen, mit jedem Schluck schließt man mehr Freundschaft mit ihm. Die kann man auch mit der Küche eingehen, aus der handfeste Herzhaftigkeiten, wie das mit Braumalz überbackene Rumpsteak in Bier-Sauce mit tollen Bratkartoffeln oder das Schweinefilet mit Speck, Thymian, Äpfeln und handgeschabten Spätzle kommen. Besonders sehenswert und auch noch bewohnbar sind die allerliebst eingerichteten Themenzimmer. Holzbadewannen, alte bestückte Kaffeemühlen oder antike Apothekerschränkchen sind dabei historische Accessoires, die zur Gemütlichkeit verhelfen und eine authentische Atmosphäre schaffen.

Die Zimmer im Dachsenfranz sind kleine romantische Kunstwerke, die mit viel Detailliebe eingerichtet wurden. Mit großen Kunstwerken wurde der Park des Wasserschlosses Eichtersheim in Angelbachtal ungemein plastisch und erlebnisreich gestaltet. Der Bildhauer Jürgen Goertz hat hier zehn mächtige Skulpturen in Szene gesetzt, er lebt und arbeitet in der profanierten Schlosskirche Eichtersheim. Im Wasserschloss aus dem 16. Jahrhundert sind das Rathaus, ein Gerichtsvollzieher und die Heckerstuben zu Hause.

Steak vom Kraichgauer Ochsen mit Meerettichkruste und rosa gebratener Kalbstafelspitz in Dijon-Senf zählen zu den Spezialitäten. In dem Park, der schon wegen seines uralten Baumbestands und botanischer Raritäten einmalig ist, findet jedes Jahr am Pfingstsonntag eine Schlossparkbeleuchtung statt, bei der über 40.000 bunte Kerzen eine Märchenlandschaft entstehen lassen.

Der Kraichgau ist als Landschaft vielleicht nicht so ausdrucksvoll wie der Rheingau oder die Mosel, hat aber etwas Sanftmütiges, das behaglich stimmt. Der schwäbische Singsang hört sich hier auch milder, fast wie ein Schlaflied an. Mitunter sieht man die Weinberge kaum, denn sie werden meist von Wäldern eingerahmt. Erstaunlich, wie viele schöne Fachwerkhäuser und urgemütliche Gasthöfe es allerorten noch gibt. In dem 300 Jahre alten Gasthaus Ochsen scheint die Zeit still zu stehen, aber nicht zu den Essenszeiten, wenn die ofenbollernde Wirtsstube von den Gästen gestürmt wird.

Ochsen Diefenbach-Koch Georg BartaGeorg Barta, der stark mit der Regionalküche und Slow Food verwurzelt ist, setzt ganz auf heimische Spezialitäten und Wild aus dem Gebiet. Wer sich zu großen Portionen hingezogen fühlt, ist hier an der richtigen Adresse. Schwäbischer Zwiebelrostbraten, hausgemachte saure Kutteln und Alblinsen mit handgeschabten Spätzle und Saitenwurst Ochsen-Diefenbach-Koch Georg Barta gehören zu den Hausklassikern. Traditionell ist außerdem das Ochsenbrot, in Butter gebratenes Steinofenbrot mit einem saftigen Stück vom Landschwein und Gemüse in Rahmsauce nebst Bergkäse. Maultaschen, im Schwäbischen gerne Herrgottsbescheißerle genannt, gibt es in jedem Gasthaus im Kraichgau.

Im Ochsen aber etwas anders und mit Wildfarce gefüllt. Der liebenswürdige Georg Barta ist auch im neuen Buch „Die Maultaschenstraße“ vertreten, in dem der Weg dieser Spezialität von China nach Baden-Württemberg aufgezeigt wird. Nur einen Steinwurf weiter vom Ochsen führt Familie Fazler eine Metzgerei mit Betten. In der Gaststube gibt es noch vergessene Gerichte wie Zigeunerschnitzel, Toast Hawaii und Russische Eier, aber auch einen guten Kartoffelsalat, Fleischküchle und ofenfrischen Fleischkäse.

Platzhirsch im Kraichgau ist der Hirsch in Remchingen, den der allseits bekannte und geschätzte Markus Nagy betreibt, der mit dem Löwen in Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe noch ein herausragendes Landhaus mit badisch-mediterraner Ausrichtung führt. Nagy stand im legendären Bareiss, dem Deidesheimer Hof und der Villa Hammerschmiede am Herd und arbeitet nicht selbst in seinem Zweitlokal. Er hat aber seit kurzem den hochtalentierten Christoph Bakowski dort als Küchenchef eingesetzt, der zuvor bei Sternekoch Alexander Dressel im Hotel Bayrisches Haus in Potsdam Souschef war.

Bakowski kocht handwerklich präzise, dabei aber mit Leidenschaft und Temperament. Das merkt man schon in der Vorstufe beim Brotaufstrich, einem köstlichen Kürbisquark. So richtig gut wird es dann mit den wunderbaren geräucherten und geschmorten Kraichgauer Spanferkelbäckchen auf Waldpilz-Bratkartoffelsalat und Sauce Gribiche (kalte Tunke aus Eigelb, Gewürzgurken, Senf, Essig, Öl, Estragon und Kerbel, die variieren kann und besonders gut zu Sülzen passt). Sehr gut auch die selbstgemachte Blutwurst in der Brotkruste gebacken, in samtiger Spätburgunderjus und mit dünnen knusprigen Bratkartoffeln serviert. Absoluter Höhepunkt – der knusprige Flusszander in Waldpilzschaum mit Steinpilzen und Wilferdinger Kartoffeln. Die Desserts, im Einweckglas hübsch präsentiert, sind durchweg empfehlenswert. Sehr angenehm, dass es im Landgasthof Zum Hirsch auch ausgewiesene kleine Portionen gibt und die Küche insgesamt nicht zu barocker Fülle neigt. Grundsätzlich bietet das Lokal hohes Niveau zu geerdeten Preisen.

Zu den Lieferanten zählen einige umliegende Biobauern und Biolandhöfe, das Wild bezieht der „Hirsch“ komplett aus heimischer Jagd, der Fisch kommt vom Rheinfischer Schwab. Der Kräutergarten wurde um rund 30 verschiedene Wildkräuter erweitert, ebenso werden Tomaten, Bohnen, Rettich und vieles mehr aus eigenem Anbau verarbeitet. Das alles macht den Landgasthof genauso sympathisch wie der herzliche Service und die entspannte Wohlfühlatmosphäre. Man sollte bevorzugt zu Weinen aus Baden und Württemberg und vor allem dem Kraichgau greifen, die es zudem ausreichend glasweise gibt. Ganz hervorragend schmeckt aber auch der frisch gepresste naturtrübe Apfelsaft aus eigener Ernte.

Das 20 Minuten von Remchingen entfernte Klosterdorf Maulbronn gehört zum schönsten, was Deutschland zu bieten hat. Es ist so zauberhaft, dass man beim ersten Blick denkt, dies alles könnte nur einem Fantasy-Film der Disney-Studios entsprungen sein. Doch Maulbronn ist ganz seriös und authentisch und sogar Weltkulturerbe. In diesem „Dorf im Dorf“ herrscht indes kein bedächtiges Museumsgeschleiche, alles ist sehr lebendig. Im weitläufigen Kloster-Ensemble sind das Rathaus, die Polizei sowie Lokale und Cafés zu finden. Wie so oft an derart prominenten Plätzen, darf man die Gastronomie aber eher als vernachlässigbar betrachten, wobei ein Cappuccino im kleinen Kloschderlädle ganz beschaulich sein kann.

Gasthof Zur Kanne Post
Gasthof Zur Kanne Post

Vielleicht nicht ganz das Zeug zum Weltkulturerbe, aber doch zu einer denkmalgeschützten Art, hat das Gasthaus „Zur Kanne Post“ in Knittlingen bei Maulbronn. Hier findet man eine Urzelle Kraichgauer Gastlichkeit. Rouladen, Ferkelbäckchen und natürlich Maultaschen gehören zur Grundausstattung. Die Rouladen schmecken zu Hause oder als Wegzehrung kalt sogar noch besser. Im Gasthaus gibt es einfache gute Weine, die zur Atmosphäre passen. „Die Gäste bestellen gerne süffige Weine, aber jeder versteht etwas anderes darunter“, meint Wirt Hermann Wezel. Der Lemberger Knittlinger Reichhalde, 1,90 € das Glas, fällt überraschend gut und animierend würzig aus.

Zum Gasthaus-Repertoire gehören aber auch eine gewitzte Art, Schnelligkeit im Service und Sonderbegutachtung unbekannter Gäste. Die Gerichte sind, wie sollte man es anders im Kraichgau erwarten, extra large, doch die wahren Wonneproppen kommen nicht aus der Küche, sondern sitzen oft unter den Gästen. Die Wirte, Hermann Wezel und seine Schwester Marie-Luise Jaggy, haben viel zu erzählen. Und wenn sie „verzählen“ sagen, dauert es noch länger. Aber man hört ihnen gerne zu. Bei ihnen gibt es keine Profiköche, sondern nur Frauen, die gut kochen können. „Es soll alles schmecken, wie es schmecken soll“, meinen sie vielsagend. „Wir wollen keinen Konvektomat, wir brauchen keine Sous Vide Garung, die Saucen werden aus dem Fleisch herausgezogen. Wir sind ein einfacher Frauenbetrieb in der Küche“, meint das Geschwisterpaar unisono.

Die Famile Wezel besitzt das Fachwerk-Gasthaus schon über 100 Jahre, einst diente es Postkutschen als Station. Hermann Wezel mag keine Maultaschen mit Lachs. Aber am wenigsten leiden kann er landschaftlich kolorierte Kriminalromane. „Inzwischen hat jedes Dorf einen Kriminalroman-Schriftsteller.“ Man könnte Hermann Wezel stundenlang zuhören. Vielleicht auch, weil aus ihm ein guter Schriftsteller hätte werden können.

Kraichgau Top-Adressen

Heitlinger
Am Mühlberg 3, Tiefenbach
Weingut Tel. 07259-91120,
Restaurant Tel. 07259-4640113,
Hotel Tel. 07259-4640112
www.restaurant-heitlinger.de

Burg Ravensburg
Mühlbacherstr. 84, Sulzfeld
Tel. 07269-914191
www.burgrestaurant-ravensburg.de

Dachsenfranz
Hotel & Brauereigasthof
Hoffenheimer Str. 1, Zuzenhausen
Tel. 06226-92070
www.dachsenfranz.de

Heckerstuben im Wasserschloss Eichtersheim
Schlossstr. 1, Angelbachtal
Tel. 07265-499907
www.heckerstuben.de

Zum Hirsch
Landgasthof & Hotel
Hauptstr. 23, Remchingen
Tel. 07232-79636
www.hirsch-remchingen.de

Gasthaus Ochsen
Zaiserweiher Str. 1, Diefenbach
Tel. 07043-955380
www.ochsen-zu-diefenbach.de

Metzgerei & Gasthaus Zum Rössle
Mühlacker Str. 33-35, Diefenbach
Tel. 07043-2247
www.metzgerei-gasthaus-roessle.de

Schülenswaldhof
Schülenswald 1, Maulbronn
Tel. 07043-2206,
Milch rund um die Uhr, außerdem werden Ferienwohnungen vermietet
www.schuelenswaldhof.de

Hotel Kloster-Post
Klosterstraße, Maulbronn
Tel. 07043-1080, DZ 89 €
www.klosterpost.de

Gästehaus StuttgaART 36
Stuttgarter Str. 36, Maulbronn
Tel. 07043-955477. DZ 68 €.
www.stuttgart36.de

Gasthaus Kanne Post
Stuttgarter Str. 3, Knittlingen
Tel. 07043-32313

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