Ein Enzym, das Krebstherapien wirksamer macht. Ein Medikament, das Tumore am Wachstum hindert. Eine Schokolade, die Genuss ohne Reue verspricht. Die Versprechen des Dr. Johannes Coy aus Darmstadt klingen fast zu gut, um wahr zu sein – und haben doch das Potenzial, die Medizin zu revolutionieren. Doch das etablierte Wissenschaftssystem begegnet der schieren Tragweite seiner Thesen mit Skepsis. Wir treffen einen Forscher, der angetreten ist, um die Regeln neu zu schreiben.
Inhalt
Fragt man den Biologen und Krebsforscher Dr. Johannes Coy nach dem einen Menschen, dem er gerne einmal begegnen würde, kommt die Antwort ohne Zögern und verrät mehr über ihn als jede Biografie: „Goethe! Er suchte nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält – dem Kern der Dinge.“
Genau diese Suche nach des „Pudels Kern“ treibt auch Johannes Coy an. Ihr Ursprung liegt jedoch nicht in einem Labor, sondern im Hof der elterlichen Schreinerei im kleinen Odenwalddorf Otzberg. „Da lag so ein Haferkorn“, erinnert er sich, als sei es gestern gewesen. „Und da dachte ich, irgendwie ist das doch verrückt, da ist dieses Korn, aus dem eine grüne Pflanze wird, die wieder Körner bildet. Da muss ja irgendwie ein Programm gespeichert sein.“ Da war er vier. Die fundamentalen Prinzipien des Lebens, erzählt er, hätten ihn von diesem Moment an fasziniert. Wissenschaftsbücher und wissenschaftliche Fernsehsendungen verschlang er – sie waren eine wichtige Ergänzung zur Schule.
Dr. Johannes Coy: Porträt eines unkonventionellen Denkers
Während Gleichaltrige spielten, beschäftigte sich der kleine Johannes bereits mit den existenziellen Fragen der Medizin. „Dass so viele Menschen am Herzinfarkt sterben, kam mir absurd vor. Ich wollte Krankheiten verstehen und heilen. Ich hinterfragte alles Bestehende“, sagt er heute. Diese unstillbare, für seine Eltern auch nervige Neugier, brachte ihm oft den Stoßseufzer ein: „Jetzt schalt doch mal dein Hirn ab, Johannes!“
Ein Lehrer am Max-Planck-Gymnasium in Groß-Umstadt erkannte das außergewöhnliche Potenzial des Jungen. Statt ihn zu bremsen, lud er ihn zu Kamingesprächen ein, bei denen es, wie Dr. Coy sich erinnert, um Wesentlicheres ging als den Schulstoff: „Wir diskutierten nicht über Hausaufgaben, sondern über Platons Höhlengleichnis.“

Wir treffen Dr. Coy in einem Darmstädter Industriegebiet, das auf den ersten Blick so gar nicht zu Goethes universeller Fülle passen will. Das Büro seines Start-ups Benfovir – eine seiner insgesamt acht Firmen – empfängt uns mit der nüchternen Ästhetik eines Lofts: Hohe Decken, schlichte Möbel, Monitore auf den Schreibtischen. Die Jalousien sind heruntergelassen. Nichts soll ablenken. Wir nehmen in einer schlichten Sitzecke Platz.
Es ist der Auftakt zu einem Gespräch, das drei spannende Stunden dauern und eine fordernde Dynamik entfalten wird, wie ich sie als erfahrene Journalistin selten erlebt habe. Der cleane, fast leer wirkende Raum scheint sich nach und nach bis in den letzten Winkel mit der schieren Wucht der Gedanken dieses Mannes zu füllen. Denn der Kontrast ist nur ein oberflächlicher: Hier sitzt einer, den genau das umtreibt, was schon Goethe sein Leben lang beschäftigte: Verborgenes, Unerwartetes und Entscheidendes ans Licht zu bringen, Zusammenhänge zu verstehen – des Pudels Kern eben. Sein Credo klingt dabei so einfach wie tiefgründig: „Ich entdecke Dinge, weil ich Dinge halt nicht einfach so hinnehme – sondern sie hinterfrage.“
Coys zentrale Entdeckung: Das TKTL1 Enzym
1996 macht er jene Entdeckung, die seinen Namen in der Medizingeschichte verankern sollte: Transketolase-Like 1, kurz TKTL1. Er fasst dessen komplexe Funktion in einem Satz zusammen: „Vereinfacht gesagt ist es eine Fabrik, die aus Zucker Bausteine für die Zellteilung und -reparatur produziert – im Guten wie im Schlechten. Und es ist verantwortlich für die Entwicklung der menschlichen Intelligenz.“

Dr. Coys Geist arbeitet in einer Geschwindigkeit, die einen schwindelig machen kann. Manchmal gelingt es mir, mit einem knappen „Moment mal!“ seinen rasanten Monolog zu unterbrechen und ein wenig Luft zu holen. Er bemerkt die staunenden Blicke der Laien, die ihm mit offenem Mund gegenübersitzen, und sucht nach dem einen, perfekten Bild, um das Unbegreifliche greifbar zu machen – ein Versuch, den Fotografen und mich an seiner faszinierenden Welt teilhaben zu lassen.
Die geniale Strategie von Krebszellen
Als er das immer größer werdende Fragezeichen über meinem Kopf bemerkt, hält er inne. „Sie müssen mich zurückholen“, sagt er lächelnd. Hält inne. Wechselt die Flughöhe und erklärt geduldig die geniale und zugleich gefährliche Dualität seiner Entdeckung: TKTL1, das bei Säugetieren entstand und die Basis für deren Erfolg wurde, ist der universelle Motor des Lebens. Es steuert die Produktion von Milchsäure – eine Substanz mit einer gefährlichen Doppelfunktion.
Sie erlaubt die Einnistung des Embryos in der Plazenta und schützt den Embryo mit der fremden väterlichen DNA vor dem Immunsystem der Mutter. Krebszellen nutzen aber die Milchsäure für ihre Zwecke aus. Sie dringen damit in Gewebe ein und bilden so Metastasen. Gleichzeitig nutzen sie Milchsäure, um sich vor dem Angriff des Immunsystems zu schützen. Neben Krebszellen nutzen auch Bakterien, Viren, Pilze und Malariaerreger die Milchsäure, um sich wie mit einem Schutzschild vor unserem Immunsystem zu schützen. Sein entwickelter Wirkstoff, der als weltweit erster Transketolase-Hemmstoff die klinische Phase I erfolgreich bestanden hat, greift genau diesen zentralen Prozess an, indem er die Milchsäure- und Bausteinproduktion blockiert.
Neue Therapieansätze durch Blockade der Bausteine
Damit wird die Strategie von Krankheiten vierfach durchkreuzt: Wachstum wird gehemmt, die Reparatur von DNA-Schäden verhindert, die Metastasierung unterbunden und der Schutzschild vor dem Immunsystem entfernt: „Da dieser fundamentale Mechanismus bei so unterschiedlichen Erkrankungen wie Krebs, viralen Infektionen und Malaria identisch ist, eröffnet mein Ansatz völlig neue Therapieoptionen“, fasst er schließlich zusammen.
Und greift dann zu einem Bild, das so einfach wie brillant ist – und bei mir den Verständnis-Knoten löst: „Stellen Sie sich vor, Sie bauen ein Haus und man verweigert Ihnen die Bausteine. Es ist dann nicht möglich, ein Haus zu bauen. Fertig. Dies genau ist unsere Strategie. Wir nehmen der Krebszelle die Bausteine weg.“
Dr. Coys PanTum Detect: Von der Theorie zur Praxis
Um seine Theorie aus dem Reich des Abstrakten in die greifbare Realität zu führen, gehen wir mit Dr. Coy in sein hochmodernes Labor im Nebengebäude. An der Eingangsschleuse schlüpfen wir in weiße Kittel und ziehen uns Überzieher über die Schuhe. Hinter den Glaswänden herrscht eine Atmosphäre konzentrierter Stille. Technische Apparaturen blinken leise, auf Monitoren flimmern Daten. Hier wertet sein Team Blutproben für die Hanse Merkur Versicherung aus – die kommerzielle Anwendung seiner Krebs-Früherkennung.
„Der von mir erfundene PanTum Detect Bluttest erkennt, wann ein gutartiger Tumor mit der Aktivierung von TKTL1 aggressiv wird, Metastasen bilden und sich vor dem Immunsystem schützen kann“, erklärt er den Zweck dieser präzisen Arbeit. Dann fasst er die komplexe Diagnostik in einem perfekten Bild zusammen: „Der Test ist sozusagen ein Rauchmelder, der einen Schwelbrand erkennt, bevor das Haus in Flammen steht.“

Gesunde Schokolade mit Tagatose: Coys süße Revolution
Zurück im Büro erleben wir die wohl genussvollste Anwendung seiner Forschung. „Ich war der erste weltweit, der eine gesunde Schokolade entwickelt hat“, sagt Dr. Coy mit einer beiläufigen Selbstverständlichkeit, die die Sprengkraft dieser Aussage fast verbirgt. Eine Schokolade, die köstlich schmeckt, die Zähne schützt und sogar beim Abnehmen helfen kann? Pardon, Dr. Coy, aber das klingt nun wirklich zu schön, um wahr zu sein.
Er lächelt wissend, denn die offizielle Bestätigung für seine Arbeit kommt von oberster Stelle: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), so erfahren wir, hat den von ihm verwendeten kalorienarmen Zucker Tagatose als sichere und gesundheitsfördernde Zuckeralternative eingestuft.

Intelligenter Zucker statt Industriezucker
Mit einem verschmitzten Blick reicht er dem Fotografen und mir je ein Täfelchen. Wir beißen neugierig hinein – und die Skepsis schmilzt schneller als die Schokolade auf der Zunge. Sie ist cremig, vollmundig, intensiv, aber nicht überzuckert-klebrig. Uns entfährt ein kollektives, genießerisches „Hmmmmm“.
Eine Reaktion, die Dr. Coy amüsiert zur Kenntnis nimmt. „Familie und Freunde, die ich damit versorge, wollen keine herkömmliche Schokolade mehr“, erzählt er. „Auch meine Kinder nicht, was mich besonders freut.“ Das Geheimnis, erklärt er, liegt in der Kombination aus der reinen Kakaobohne – „einer der gesündesten Früchte überhaupt“ – und dem intelligenten Zucker Tagatose. Sein Patent auf diese revolutionäre Idee meldete er bereits 2010 an, Patentämter weltweit haben die Entdeckung anerkannt, erzählt er.
Gesunder Genuss für den Premium-Markt
Bleibt die Frage, warum diese Revolution noch nicht in den Regalen der Supermärkte angekommen ist. Dr. Coys Antwort ist so pragmatisch wie ernüchternd. Gespräche mit großen Herstellern, so berichtet er, scheiterten an einer simplen kaufmännischen Logik: Warum ein Milliardengeschäft mit herkömmlicher Schokolade mit billigem Zucker riskieren, wenn das neue Produkt den Preis verdreifachen würde und es zudem deutlich machen würde, dass es zahnfreundliche Schokoladen mit natürlichen Zuckern gibt, die keinen Blutzuckeranstieg auslösen?
Der Weg führt stattdessen über den Premium-Markt. Die Firma NuPrevento wird die Schokoladen mit Tagatose ab Oktober auf den Markt bringen. Der Preis für diesen Genuss, der auch für Anhänger der ketogenen Ernährung geeignet sei, liegt bei rund drei Euro pro Tafel. Selbst Diabetiker, so Dr. Coy, könnten sie reuelos genießen.
Die Vision: Eine von Zahnärzten empfohlene Kinderschokolade
Doch seine Vision ist größer, sie zielt auch auf die nächste Generation: „Ich will unbedingt eine Kinderschokolade auf den Markt bringen, die von Zahnärzten empfohlen wird. Neben der Zartbitterschokolade habe ich nun eine Milchschokolade mit Tagatose entwickelt, die geschmacklich besonders für Kinder geeignet ist und die Zähne vor Karies schützt. Dann wird es so sein, dass die Mutter vor der Schule fragt: ‚Hast du auch deine Schokolade eingepackt?‘“
Er lehnt sich in seinem Stuhl zurück, breitet die Arme aus, und seine Augen leuchten bei dem Gedanken. „Das wäre doch echt cool, oder?“
Die Forschung des Dr. Johannes Coy
Dr. Coys gesamte Arbeit basiert auf seiner Entdeckung des Gens TKTL1, das er als fundamentalen „Master-Schalter“ des Lebens identifiziert hat.
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Die Entdeckung: die „Schere des Lebens“
Die „Schere“: Das Enzym TKTL1 ist die molekulare „Schere“ des Körpers. Es schneidet Zucker in die essenziellen Bausteine für neue Zellen zurecht.
Der Schutzschild: Gleichzeitig produziert die „Schere“ Milchsäure. Diese wirkt wie ein Schutzschild für das Immunsystem: Im Guten schützt sie den Embryo, im Schlechten wird dieser Schutz von Krebszellen, Viren, Bakterien und Malaria-Erregern gekapert, um sich zu tarnen und auszubreiten.
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Die Strategie: die „blockierte Schere“
Dr. Coys Wirkstoff ist eine „blockierte Schere“. Er hemmt das Enzym TKTL1 und durchkreuzt damit die Überlebensstrategie von Krankheitserregern.
Das Ergebnis:
- Wachstum und Reparatur der krankmachenden Zellen werden gestoppt.
- Metastasenbildung wird verhindert.
- Der Schutzschild vor dem Immunsystem bricht zusammen.
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Die 3 revolutionären Anwendungsfelder
Dieser universelle Ansatz ermöglicht drei konkrete Anwendungen:
- Therapie: Der Wirkstoff soll Krebstherapien wirksamer machen und bei Infektionskrankheiten wie Viren, Sepsis oder Malaria den Schutzschild der Erreger durchbrechen.
- Früherkennung: Ein Bluttest als „Rauchmelder“, der die hohe Aktivität des Enzyms bei aggressiven Tumoren erkennt, lange bevor Symptome auftreten und sie Metastasen bilden.
- Ernährung: Entwicklung von gesunden Lebensmitteln (z. B. Schokolade) mit „intelligenten Zuckern“, die den Blutzuckerspiegel nicht belasten und die Gesundheit fördern, sodass man mit Genuss und ohne Reue genießen kann.
Der Mensch Johannes Coy: Zwischen Disziplin und Genuss
Auch Cola, Gummibärchen und Sahnetorten, so ist Dr. Coy überzeugt, lassen sich in gesunden Genuss verwandeln. Dass dies keine leere Utopie ist, hat er als Bestsellerautor von Ernährungsratgebern wie „Fit mit Zucker“ und „Die neue Anti-Krebs-Ernährung“ längst bewiesen.
Dabei ist er kein Theoretiker, der aus dem Elfenbeinturm schreibt. Jedes Rezept hat er selbst getestet: „Dann bin ich drei Monate am Stück nur in der Küche“, lacht er. Diese praktische Leidenschaft lebt der geschiedene Vater von drei Kindern auch im Privaten: „Gerade habe ich am Wochenende mit meinen beiden Jüngsten mal wieder einen Biskuitteig mit gesunden Zuckern gebacken“, erzählt er.
Pferdefreund und Nachtarbeiter
Hinter dem Genießer steckt jedoch ein Mann von eiserner Disziplin. Sein Tag beginnt nicht mit Kaffee, sondern damit, „den inneren Schweinehund zu überwinden“ – mit 50 Liegestützen am Stück. Er spielt Tennis, joggt und schwimmt.
Dr. Coys größte Leidenschaft aber gilt den Pferden, die er früher sogar selbst zugeritten hat. Heute ist es für ihn der schönste Ausgleich zu seiner Forschungsarbeit, seiner Tochter beim Reiten zuzuschauen oder mit ihr zum Reiturlaub ins Sauerland zu fahren. Eine Balance, die er dringend braucht. Denn seine Arbeit endet nicht mit dem Sonnenuntergang. „Ich bin jemand, der abends besser arbeitet“, verrät er. „Ich muss mich immer zwingen, irgendwann aufzuhören.“
Dr. Johannes Coy: Ein Prophet im eigenen Land?
Ein Wirkstoff gegen Krebs und viele andere Erkrankungen, eine gesunde Schokolade – man ertappt sich unweigerlich bei dem Gedanken: Das klingt zu gut, um wahr zu sein. Und genau dieses Gefühl, gepaart mit den strengen Regularien der Wissenschaft, ist die größte Hürde für Dr. Johannes Coy.
Während seine Theorien in Asien und Amerika auf fruchtbaren Boden fallen – die New York Times berichtete ausführlich über die Bestätigung seiner Arbeit durch das Max-Planck-Institut – erlebt er in Deutschland das klassische Schicksal des Propheten im eigenen Land. Seine Forschungsanträge werden immer wieder abgelehnt, aber Investoren, die über sein Wissen Krebs und Viruserkrankungen besiegt haben, geben ihm immer wieder finanzielle Mittel, um seine Forschungen voranzubringen. Angebote, ihm in China oder im Nahen Osten ganze Institute hinzustellen, habe er abgelehnt, sagt er: „Noch glaube ich an die Translation von Innovationen in Deutschland. Wir waren immer das Land der Dichter und Denker und sollten dies nicht aufgeben.“
Anerkennung durch den Medizin-Nobelpreis
Was zur finalen Anerkennung durch die westliche Wissenschaftsgemeinde fehlt, sind die Ergebnisse großangelegter klinischer Studien. Die beeindruckenden Heilungsverläufe bei Patienten, von denen er berichtet, sind aus wissenschaftlicher Sicht zunächst nur vielversprechende Einzelfallberichte – noch kein statistisch untermauerter Beweis nach dem Goldstandard der Medizin.
Dr. Coy, ohne obligatorischen Professorentitel und Institut, weiß um seine Außenseiterrolle im akademischen System, das ihm, dem forschenden Unternehmer, mit Misstrauen begegnet. Doch genau diese Freiheit ist sein höchstes Gut: „Ich kann forschen, was ich will.“ Und er weiß, dass seine grundlegende Entdeckung, nämlich, „dass die Lösung für die Heilung von Krebs, Virenerkrankungen oder der Sepsis, der häufigsten tödlichsten Krankheit der Welt, tatsächlich in etwas so Alltäglichem wie Zucker verborgen liegt“, das Potenzial hat, etablierte Forschungsansätze auf den Kopf zu stellen – und die Thesen manch angesehener, hochdekorierter Wissenschaftler.
Trotz dieser Widerstände ist sein Selbstbewusstsein unerschüttert. Die größte externe Bestätigung kam 2022, als der Schwede Svante Pääbo den Medizin-Nobelpreis erhielt – für seine Arbeit zur menschlichen Evolutionsgeschichte, in der Dr. Coys Enzym TKTL1 die zentrale Rolle spielt. Auch Coys eigener Name fällt in Forscherkreisen längst im Zusammenhang mit dieser höchsten wissenschaftlichen Anerkennung. Doch auf die Frage nach eigenen Ambitionen winkt er ab. Was ihn wirklich antreibt, ist etwas anderes: „Ich forsche, um zu helfen. Wenn ich auf dem Sterbebett liege und sagen kann, dass Menschen nicht mehr an den Folgen von Krebs, Sepsis und Malaria sterben und Kinder keine Karies mehr bekommen, weil sie Schokolade essen – das wäre schon was Tolles!“
Coyla oder Cola
Mit diesem Satz, den ich erstmal sacken lassen muss, endet unser Gespräch. Die drei Stunden sind wie im Flug vergangen; Dr. Coy wird bereits zur nächsten Sitzung gerufen. Zum Abschied reicht er uns noch eine Dose seiner patentierten „Coyla-Cola“. Die öffne ich mir am Abend, der Kopf schwirrt noch von den Aussagen und Eindrücken dieses außergewöhnlichen Mannes. Sie zischt. Sie schmeckt süß-herb. Sie erfrischt. Unverkennbar Cola. Der einzige Unterschied liegt im Wissen um das Versprechen dahinter: kein Industriezucker, keine künstlichen Süßstoffe, stattdessen eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel. Will ich, kann ich das glauben? Es fällt mir ehrlicherweise schwer – dazu schmeckt sie einfach zu echt!
