Top Magazin Frankfurt feiert in diesem Jahr seinen 15. Geburtstag. Auch Sie, Herr Oberbürgermeister, hatten im April Grund zum Feiern. Über welches Hochzeitsgeschenk haben Sie sich am meisten gefreut?
Meine Mitarbeiter kennen uns natürlich am besten. Sie haben uns ein Wanderwochenende im Rheingau geschenkt. Ein Volltreffer.

Wen aus Hessen würden Sie gerne kennenlernen?
Frankfurts berühmtesten Sohn Goethe, aber da bin ich leider zu spät dran.

Was tun Sie, wenn Ihnen der Name Ihres Gegenübers nicht einfällt?
Entschuldige mich mit meinem schlechten Namensgedächtnis und frage einfach nach.

Wann haben Sie sich zuletzt selbst gegoogelt?
Keine Ahnung, ist schon länger her. Mein Büro verfolgt das und macht mich drauf aufmerksam, wenn es wichtig ist.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Die in guter Absicht geschehen sind.

Wie darf man sich Ihren Schreibtisch vorstellen?
Viele Akten, ein Notebook und Fotos meiner Frau und meiner Tochter.

Was sind Ihre drei Lieblingsorte in der Stadt?
Das Tower-Café in Bonames im Grüngürtel, das Café Mozart in der Innenstadt und das Mainufer.

Welchen Teil der Zeitung lesen Sie zuerst und warum?
Das ist doch klar, den Lokalteil natürlich. Erst dann folgt die Eintracht-Berichterstattung.

Der Alltag eines Berufspolitikers gestaltet sich häufig stressig, dennoch sind Sie bekannt für Ihre Gelassenheit. Was hilft Ihnen bei der Entschleunigung?
Man muss Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können und wenn es ganz heftig wird, auch einfach mal Joggen gehen. Das macht den Kopf wieder frei.

Welcher Auftritt als Oberbürgermeister hat Sie am meisten berührt?
Letztes Jahr im Januar, da haben über 15.000 Frankfurter abends auf dem Römer für Freiheit und Gleichheit demonstriert. Das war die Reaktion der Frankfurter auf die damaligen Pegida- Demonstrationen. Das hat mich sehr berührt und stolz gemacht auf unser Frankfurt.
Die zweite Geschichte war in Tel-Aviv. Auf meine Initiative sind Jugendliche aus der Türkei, Israel und Deutschland zu einem Trinationalen Jugendaustausch zusammengekommen. Am Abend haben dann alle gemeinsam getanzt und gefeiert: Muslime, Juden und Christen. Es ist auch heftig geflirtet worden. Diese Vergnügtheit werde ich nie vergessen.

Welche Ziele möchten Sie während Ihrer Amtszeit noch erreichen?
Ich freue mich, dass im Sommer endlich! eine Koalition unter Beteiligung meiner Partei, der SPD, zustande kommt. Das erleichtert vieles. Wir brauchen mehr preiswerte Wohnungen, der rasante Mietanstieg muss gebremst, die Schulen müssen zügig saniert, die Ganztagsbetreuung von Grundschülern muss verbessert und der Fluglärm reduziert werden, um nur einige Themen zu nennen.

Was glauben Sie, wie sich die Mainmetropole in 15 Jahren entwickeln wird?
Ich bin da sehr optimistisch. Frankfurt prosperiert, ist sehr attraktiv und lebenswert. Wir werden weiter wachsen und wollen unsere Anziehungskraft ausbauen. Die Metropolregion FrankfurtRheinMain wird eine herausragende Lebensqualität mit viel Grün und Freizeitmöglichkeiten auszeichnen.

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor, wenn die Politik nicht mehr im hauptberuflichen Fokus Ihres Lebens stehen wird?
Bis zu meinem Amtsantritt habe ich nur ehrenamtlich Politik gemacht und als Jugendhausleiter später, als Altenzentrumsleiter ganz normal gearbeitet. Ich bin aber ein politischer Mensch, der immer von praktischen Themen und Projekten getrieben ist. Darum würde ich mich dann weiter für mehr Chancen für Kinder und Jugendliche einsetzen, mir sind unsere Städtepartnerschaften sehr ans Herz gewachsen und mich beeindruckt der Bürger- und Stiftungsgeist in Frankfurt. Überall dort gibt es viel zu tun, aber am liebsten bleibe ich Oberbürgermeister!

Wie geht es weiter mit Eintracht Frankfurt?
Es ist für unsere Stadt Frankfurt enorm wichtig, dass wir einen Fußballverein der 1. Bundesliga haben. Die Eintracht wird sich in der nächsten Saison fangen. Wenn sie auf dem jetzt begonnenen Weg weitermacht, werden wir Fans eine Menge Freude mit der Mannschaft haben. Einer der größten Fans bleibe ich! Schon seit meiner Jugend bin ich begeistert für unseren Verein.

Beenden Sie bitte folgenden Satz: Es kann doch nicht sein,
dass sich ein normaler Arbeitnehmer die Mieten in Frankfurt nicht mehr leisten kann.

(Die Fragen stellten Annika John und Petra Greilach.)