Bernd Kaffenberger eröffnete den neuen 700 qm großen Rewe CentralTower in Eschborn
Bernd Kaffenberger eröffnete den neuen 700 qm großen Rewe CentralTower in Eschborn

Einmal Rewe, immer Rewe: Bernd Kaffenberger arbeitet bereits seit Teenager-Jahren für den Lebensmitteleinzelhändler. Seit fünf Jahren ist er sein eigener Chef, lebt und liebt die persönliche Freiheit. Rewe, so sagt er, sei für ihn der attraktivste Partner, um sich erfolgreich selbständig zu machen. Erst im Januar hat er den neuen Rewe CentralTower in Eschborn-Süd eröffnet.

Es gibt Menschen, die leben für ihren Job – einer von ihnen ist Bernd Kaffenberger. Der Kaufmann, der in Bad Vilbel mehrere Rewe-Märkte betreibt, ist aber keiner von denen, die morgens zum Arbeitsplatz aufbrechen, ihre alltägliche Routine bestreiten und abends wieder nach Hause gehen.

Bernd Kaffenberger ist selbständig und er liebt die Abwechslung. Er ist, wie er selber sagt, Kaufleute-Vertreter, spielt den Caterer für große Events wie den VIP-Bereich der Frankfurter Löwen und engagiert sich für die Obdachlosen – doch nichts begeistert ihn mehr, als als Schirmherr auf einer Baustelle zu stehen und zu koordinieren. Acht Rewe-Neueröffnungen hat er bereits federführend begleiten dürfen.

Unternehmer Bernd Kaffenberger
Unternehmer Bernd Kaffenberger

Vom Autohaus zum Supermarkt

„Ich komme immer so eine halbe Stunde, bevor die ersten Handwerker da sind, und trinke in Ruhe meinen Kaffee. Und dann weißt du genau, jetzt bricht erstmal die Hölle über dich rein und du hast 40 Probleme, von denen du vorher nichts gewusst hast.“ Er lacht. „Aber abends gehst du dann raus und hast 38 davon gelöst. Das ist einfach geil. Das ist genau meine Welt.“

Gerade erst durfte er diesen Traum zum neunten Mal erleben. Wo einst Opel saß und Gebrauchtwagen verkaufte steht seit Mitte Januar der neu eröffnete REWE Eschborn CentralTower. Ein 2,5 Millionen schweres Projekt, das Kaffenberger mit Geschäftspartner Rainer Lapp innerhalb eines Jahres in die Realität umgesetzt hat.

Ein Hingucker: Der neu eröffnete Rewe CentralTower in Eschborn Süd
Ein Hingucker: Der neu eröffnete Rewe CentralTower in Eschborn Süd

Am 13. Januar wurde hier Neueröffnung gefeiert. Die Rampe mit Fußbodenheizung, über die früher die Autos in die obere Etage gefahren wurden, ist noch vorhanden. Aber sie ist jetzt nur noch Schauobjekt. Auf 700 qm erstreckt sich nun ein neu designter Supermarkt. In Anthrazitfarben, im Metall-Look und CO2-neutral. Wenn es draußen dunkel wird, wird der von innen beleuchtete Markt für Außenstehende zum Hingucker.

Der 700 qm große Rewe CentralTower im neuen Design
Der 700 qm große Rewe CentralTower im neuen Design

Und noch ein Highlight: Auf weiteren 100 qm gibt es einen separaten Loungebereich – sowas ist neu für Eschborn Süd. Hier können die aktuell über 21.000 Beschäftigten der Umgebung beim Bäcker frühstücken, mittags frisches Sushi verspeisen, die Pause im Sitzen genießen und die alte Rampe begutachten. Auf die blickt man nämlich sehr gut von dort oben.

Ehrengäste zur Eröffnung Stefan Haja (Rewe), Thomas Nonn (Rewe Bereichsvorstand), Rewe Mitte-Chef Jürgen Scheider, Mitinhaber Rainer Lapp, OB Mathias Geiger und Bernd Kaffenberger
Ehrengäste zur Eröffnung Stefan Haja (Rewe), Thomas Nonn (Rewe Bereichsvorstand), Rewe Mitte-Chef Jürgen Scheider, Mitinhaber Rainer Lapp, OB Mathias Geiger und Bernd Kaffenberger

Mit süßen Grüßen

Alles wirkt ein bisschen cleaner, individueller – so wie das ausgewählte Sortiment im Markt. „Wir haben versucht, ein paar Highlights zu setzen. Zum Beispiel mit dem Cava von Bottle Shock. Den gibt es sonst in keinem Rewe Markt.“ Auch auf Regionalität wurde Wert gelegt. So kann man hier Leckereien aus der hiesigen Bonbonfabrik erwerben. „Mit süßen Grüßen aus Eschborn“ steht auf der Verpackung. Der Kunde soll sich heimisch fühlen.

Dass sich dieser Rewe Markt mit einer individuellen Note schmücken kann, ist Kaffenbergers Status als Selbständigem bei Rewe geschuldet. „Die Rewe ist meiner Meinung nach der beste Weg, sich selbständig zu machen“, meint Kaffenberger. Die Rewe ist genossenschaftlich organisiert und gehört somit indirekt den selbständigen Kaufmännern und -frauen. So habe man sehr viel Mitspracherecht.

Rainer Lapp und Bernd Kaffenberger mit den Bauplänen Ende Juli 2019
Rainer Lapp und Bernd Kaffenberger mit den Bauplänen Ende Juli 2019

Der Weg zum eigenen Markt

Die Geschichte der Rewe Group reicht bis ins Jahr 1927 zurück. Nur Wenigen sei bekannt, dass die Unternehmensgruppe mit Sitz in Köln schon viel länger im Touristik-Bereich tätig ist, als der Lebensmittelbereich betrieben wird, so Kaffenberger. Erst später sei der genossenschaftliche Einkaufsverband hinzugekommen, aus dem ein Filialbereich wuchs, der Geld für die Selbständigen erwirtschaftete.

Heute gilt die Rewe Group als einer der größten Handelskonzerne in Deutschland und die Zahl an Selbständigen ist deutlich gestiegen. Im Frankfurter Raum ist es aber dennoch ungewöhnlich, selbständige Kaufleute bei der Rewe anzutreffen. Diese seien hauptsächlich im ländlichen Raum vertreten. „Wo die Kundenbindung früher noch deutlich wichtiger war. Die ist aber meiner Meinung nach heutzutage in der Stadt mindestens genauso wichtig.“

Die Geschichte von Bernd Kaffenberger und Rewe beginnt im Teenageralter. Bei Wind und Wetter trägt der 15-Jährige Zeitungen aus, als sein damaliger Chef sein Potential entdeckt. „Du machst das immer so ordentlich. Ich hätte einen Job mit Dach überm Kopf für dich“, zitiert er seinen Ex-Chef, „Nach dem Motto: Fang doch mal bei mir im Rewe an.“

Neben dem Abitur jobbt er regelmäßig in der Filiale und bekommt schon früh Verantwortung übertragen: Die Aufsicht über den Getränkemarkt, Bestellungen tätigen, Aufbau- und Vertreterabsprachen koordinieren. „Das hat mir riesigen Spaß gemacht. Ich habe dann auch Schule geschwänzt, um arbeiten zu gehen.“

Traumerfüllung in Bad Vilbel

Im Studium rumhocken und Frontalunterricht genießen? Nicht Kaffenbergers Welt. Er macht seinen Einzelhandelskaufmann, wird nach eineinhalb Jahren Berufsausbildung Marktleiter in Langenselbold. „Mit 21 Jahren parallel die Ausbildung zu absolvieren und einen Markt zu leiten – das war schon relativ sportlich.“ Und sportlich geht es direkt weiter.

Nach nur insgesamt drei Jahren übernimmt er als geprüfter Handelsfachwirt die Position des Geschäftsführers. Er verzichtet in seiner neuen Position auf viel Grundgehalt, lässt sich eine hohe Erfolgsprämie einbauen – das Risiko zahlt sich aus. In den da-rauffolgenden Jahren leitet er gleich zwei Rewe-Märkte und rückt seinem Traum, der Selbständigkeit, ein kleines Stück näher.

Bis zu dem Tag, an dem er in Bad Vilbel an einem neu entstehenden Rewe-Laden vorbeifuhr. „Ich habe den Rohbau gesehen – einen riesengroßen Kasten – und da habe ich mir gedacht, das wäre schon genial.“ Gesagt, getan. Er bewirbt sich um den Standort und das Glück spielt ihm in die Karten. Denn die Anweisung aus Köln lautet: Alle Neubauten müssen an Selbstständige vergeben werden. Am 8. Mai 2014 erhält er die Zusage für seine erste eigene Filiale, ein ganz besonderer Tag. „Der Geburtstag meiner Frau, deswegen weiß ich das noch ganz gut.“

„Ich habe ein unternehmenseigenes Leitbild ins Leben gerufen. Dazu gehört, dass wir familiär arbeiten, dass wir mutig arbeiten und dass wir tolerant sind in alle Richtungen“ – Bernd Kaffenberger

Fünf Jahre Selbständigkeit

2019 feiert Bernd Kaffenberger fünfjähriges Jubiläum in Bad Vilbel. „Ich habe mein ganzes Leben nichts Anderes gemacht. Ich bin durch und durch Rewe.“ Von 45 Mitarbeitern, die damals bei ihm angefangen haben, arbeiten auch noch heute 17 für ihn. Er weiß: Selbständig sein bedeutet auch, Verantwortung zu tragen. Für seine drei Filialen und seine insgesamt 170 Mitarbeiter, die er mittlerweile betreut. „Ich habe ein unternehmenseigenes Leitbild ins Leben gerufen. Dazu gehört, dass wir familiär arbeiten, dass wir mutig arbeiten und dass wir tolerant sind in alle Richtungen.“

Und was bringt die Zukunft? „Erst einmal den neuen Markt in Eschborn wirtschaftlich gut aufstellen und bekannt machen.“ Und weitere Ziele? „Mehr Zeit mit der Familie verbringen. Meiner Frau habe ich versprochen, vorerst nicht weiter zu expandieren.“ Er lacht. „Das würde ich dann auch einhalten wollen.“

REWE Central Tower
Frankfurter Str. 92 (Opel Haus)
65760 Eschborn

2 Kommentare

  1. Da wir hier in Bad Vilbel in der Nähe der rodheimerstr. wohnen gehen wir regelmäßig dort bei Rewe einkaufen.
    Das Geschäft hat ein sehr großes Angebot und die Angestellten sind sehr freundlich und hilfsbereit.
    Wir sind ein älteres Ehepaar und wären sehr dankbar, wenn man bei Ihnen telefonisch bestellen könnte.

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