Ob Windräder in Bulgarien, Krane bei der Fußball-EM oder Rollbrücken am Frankfurter Flughafen – Krane und Bühnen der Eisele AG machen den Hochbau möglich. Eine moderne Erfolgsgeschichte rund um einen charismatischen Macher: Claus Eisele.

Claus Eisele, CEO Eisele AG
Claus Eisele, CEO Eisele AG (© Top Magazin Frankfurt)

Claus Eisele ist gelernter Schlosser. Schön früh begann er mit Autos zu handeln, stellte dann fest, dass dazu fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse nötig sind und verschaffte sich das nötige Wissen in Abendkursen. Er gründete einen Abschleppdienst und brachte es bis zum Spezialisten für Busse und LKWs. Aber die Autobahnen, und damit ein sehr lukratives Geschäft blieben ihm verwehrt, da dort polizeilich nur Abschleppdienste mit Kran zugelassen waren. Also kaufte er 1987 einen 30-Tonnen-Autokran ? und die Erfolgsgeschichte begann.

Hoch hinaus

Wenn man nun über einen mobilen Kran verfügt, muss man ihn auch einsetzen, so einfach ist die Rechnung. So begann das Hochbaugeschäft. Das erste Projekt war ein Einsatz im damaligen Heizkraftwerk im Westhafen, viele weitere Aufgaben sollten folgen. Bereits 1988 war die Flotte auf sechs mobile Krane angewachsen. Arbeitsbühnen wurden angeschafft und vermietet, der Personalstamm deutlich erweitert. Aber auch das war nur der Anfang. Von der Vermietung kleinerer Bühnen ist Claus Eisele mittlerweile abgekommen. Die Krane werden nur von eigenen Fahrern gesteuert, die durch Schulungen qualifiziert sind und auf dem neuesten Stand gehalten werden. Kann der Firmenchef seine Autos heute selbst noch fahren? Claus Eisele lacht. Ja, klar, fahren kann er sie schon, aber bedienen nicht mehr. In der Fahrerzelle befinden sich heute vier Monitore, um die Maschinensteuerung zu überwachen. Die Technik hat seit den Gründerzeiten einen enormen Sprung gemacht.

Probieren geht über Studieren

„Früher haben wir ein Gewicht langsam angehoben und getestet, ob es funktioniert“, erzählt Claus Eisele von den Gründerzeiten. „Wir hatten einfach keine Richtwerte, wir mussten es schlicht ausprobieren.“ Heute läuft das natürlich anders, die fundierte Berechnung ist die Grundlage jedes Jobs. Das beginnt bei der Wegplanung und führt über Machbarkeitsstudien zu Sicherheits-studien. Heute ist alles berechenbar. Eine komplette Planung und Durchführung aus einer Hand ist eine der Stärken der Eisele AG. Der Kunde äußert seinen Wunsch und erhält dann Vorschläge für eine Komplettlösung.

Ein Projekt von Claus Eisele: The Squaire am Flughafen Frankfurt
Ein Projekt von Claus Eisele: The Squaire am Flughafen Frankfurt (© Top Magazin Frankfurt)

Nichts ist unmöglich

Die Einsatzmöglichkeiten der Krane sind vielfältig. So brachten die riesigen Arbeitsbühnen der Eisele AG beispielsweise die Kameras während der Fußball-EM in luftige Höhen von über 100 m. Übertragungsbilder aus allen Stadien in der Ukraine konnten so gesendet werden. Auch dieser Weg war weit und beschwerlich, 2.500 km mussten zurückgelegt werden, zum Teil über schlechte und enge Straßen. Besonders in Erinnerung geblieben ist Claus Eisele aber auch der Frankfurter Flughafen. Hier wurden Rollbrücken als Verbindung zwischen altem Flughafenteil und neuer Landebahn über die ICE-Gleise und die Autobahn gehoben, wozu diese komplett gesperrt werden mussten. Hier kam es nicht nur auf jeden Millimeter, sondern auch auf jede Minute an, denn die Autobahn musste absolut pünktlich wieder geöffnet werden. Auch die Windräder in Bulgarien boten besondere Herausforderungen. Weniger die Arbeit in der Höhe, als der Weg über 26 km in Serpentinen dorthin. Beim Neubau der Deutschen Börse in Eschborn bewegte ein 1.200-Tonner die Stahlträger für den Lichtpark auf das 95 m hohe Gebäude, und beim Rückbau eines Atomkraftwerks hoben zwei 500-Tonnen Mobilkrane im Tandemhub einen Wasserbehälter mit einem Gewicht von 106 Tonnen millimetergenau.

Familienunternehmen auf Erfolgskurs

Die hessische Firma gehört zu den größten Spezialisten Deutschlands und hat für jedes Hochbauproblem die passende Lösung. „Hoch hinaus“ wäre zwar ein passender Claim für die Eisele AG, der Gründer bevorzugt aber die stabile Basis, auf die sich seine Kunden verlassen können. Die Technik entwickelt sich noch weiter und die Erfolgsgeschichte der Eisele AG ebenfalls. Die Familie ist im Unternehmen fest verankert, so auch Claus Eiseles Ehefrau Angela und Sohn Dennis. 60 Mitarbeiter, 17 alleine im Büro, und 130 Fahrzeuge sind im Einsatz, darunter 44 Krane unterschiedlicher Größe. Durchschnittlich drei Jahre verbleiben die Fahrzeuge im Fuhrpark, bevor sie zumeist ins Ausland weiter verkauft werden. Technisch auf dem neuesten Stand zu sein ist Claus Eisele wichtig. Die nächste große Anschaffung ist ebenfalls bereits bestellt: ein 9-Achser Teleskopkran, der 750 Tonnen heben kann. Und was ist der Ausgleich? „Golf!“, antwortet Claus Eisele lachend.

www.eiseleag.de

(tm)