Das Haus Friedrich hat Schmuckgeschichte geschrieben. Seit 1946 fertigt das Unternehmen Haute Joaillerie-Meisterwerke der absoluten Spitzenklasse. Hochrangige internationale Auszeichnungen würdigen die Pretiosen der Manufaktur, die ihren Sitz in der Frankfurter Goethestraße hat. Inhaber Marc Stabernack führt das Erbe des Firmengründers Karl Friedrich fort – mit Gespür für feinste Unikate, die echten Luxus und faszinierendes Handwerk vereinen.

Juwelier Friedrich Inhaber Marc Stabernack
Juwelier Friedrich Inhaber Marc Stabernack

Gold, Perlen und Edelsteine haben seit jeher etwas Märchenhaftes. Auf der Haut getragen, würdigen sie Anmut und Schönheitssinn. Es sei Schmuck, der den Menschen in einer sehr ursprünglichen Weise mit der Erde verbinde, beschreibt Marc Stabernack die Anziehungskraft von Gold und Juwelen. „Schmuck, selbst wenn er puren Luxus darstellt, erdet den Menschen. Die edlen Rohstoffe kommen schließlich aus der Erde“, so der Gemmologe, der im Gespräch seine Leidenschaft für schöne Steine authentisch vermittelt. Wenn der international geschätzte Experte glänzende Schätze aus dem hauseigenen Atelier präsentiert oder einmalige historische Designerschmuckstücke zeigt, breitet sich fast so etwas wie Feierlichkeit aus. Was aus der Ewigkeit kommt – bekanntermaßen sind Diamanten viele Jahrtausende alt – wird in Ewigkeit bleiben. Dazu meisterlich verarbeitet, in puncto Qualität, Farbe und Reinheit auf höchstem Niveau, macht das im wahrsten Sinne sprachlos.

Im Reich der edlen Steine

Korall-Pampeln, Tsavorit-Cabochons, Pink Saphir, Brillanten
Korall-Pampeln, Tsavorit-Cabochons, Pink Saphir, Brillanten

In sehr ansprechend dekorierten Wandvitrinen ruhen die erlesenen Stücke, bereit, ihren Glanz und ihre Schönheit in die Welt zu tragen. Alles ist von Hand gefertigt, im Atelier wird nichts automatisiert. „Purer Luxus heißt für uns, absolute Unikate zu schaffen, denn Luxus bedeutet im eigentlichen Sinne Individualität.“ Auf dieser Ebene der hochkarätigen Haute Joaillerie bewegen sich in Deutschland weniger als eine Handvoll Juweliere, vergleichbar mit der Haute Couture. In über sechzig Jahren Firmengeschichte hat Juwelier Friedrich Klassiker kreiert, die für den extrem hohen Qualitätsanspruch des Hauses stehen. „Unser Kordel-Dekor ist so ein virtuoser Klassiker. Das Kordel, bestehend aus einer millimeterfeinen Gold- oder Platinkette, wird bei einem Ring mit dessen unterer Schiene verbunden, wodurch eine leicht schimmernde Oberfläche entsteht. Das ist unsere Entwicklung. Bei Nachahmern ist dieser Kordel nur gegossen, was ihn anfällig für Beschädigungen macht.“ Wichtig sei, dass ein Schmuckstück den Anforderungen des modernen Lebens standhalte, es grundsätzlich gut kombinierbar sei, was im Idealfall bedeute, seine Trägerin tagsüber sportlich-dezent und abends schmückend zu begleiten. „Eine unserer aktuellen Entwicklungen in dieser Richtung sind Ringe aus einheimischen, in einem speziellen Verfahren stabilisierten Hölzern. Innen mit Gold gefasst, spürt die Trägerin nur das Edelmetall auf der Haut.“ Nachgefragt würden diese Modelle überwiegend von deutschen Kundinnen. „Für sie dürfen Ringe generell nicht zu hoch gebaut sein und möglichst dicht am Finger liegen, denn die meisten möchten ihre Schmuckringe täglich und überall tragen, natürlich auch auf dem Golfplatz oder beim Reiten. Anders verhält es sich bei Italienerinnen. Bei ihnen ist beispielsweise ein Ring, den man nur zur Cocktailstunde trägt, normal. Und solche Ringe können gar nicht hoch genug gebaut sein. In Italien ist persischer Türkis im Moment der Trendstein schlechthin, selbst im Winter. Das wird auch zu uns kommen. Bei Ohrgehängen sind die deutschen Kundinnen inzwischen viel offener geworden. Dort darf es gern üppiger sein.“ Fragt man im weiteren Marc Stabernack, wer zu seinen internationalen Kunden zählt, beißt man sprichwörtlich auf Granit, oder treffender, auf den härtesten Diamanten. Diskretion ist oberstes Gebot, und so bleiben auch die Namen von prominenten Kundinnen tabu. Nur soviel: Eine Hollywood-Diva sagte einmal im Interview, gefragt, was ihr an Deutschland gefiele: „Jewels from Friedrich!“

Ein Glanz von dieser Welt

Mondstein-Collier mit Katzenaugen
Mondstein-Collier mit Katzenaugen
„Wir haben zwei Jahre gesucht, bis wir die Steine für dieses Mondstein-Collier gefunden hatten“, erzählt Stabernack nicht ohne Stolz, und zeigt auf eine Kreation von geradezu magischer Präsenz. „In dieser besonderen Qualität – alle Steine besitzen ein ‚Katzenauge‘, das heißt, ein Lichtphänomen – kommt Mondstein nur äußerst selten vor.“ Auch wegen seiner großen Steine liege dieses Collier im Trend, so der Gemmologe. „Die Kunden achten zunehmend auf die Größe, mit der sie einen gewissen Wert konservieren möchten. Und sollte das Stück nach Jahren wieder zu uns zurückkommen, etwa in einem Erbfall, und man möchte es dann modernisieren, entwickeln wir mit dem Kunden kreative Ideen, schaffen neue überraschende Effekte.“

Das Schöne bleibt

Collier mit zwei flammenden Herzen, als Symbol der Liebe
Collier mit zwei flammenden Herzen, als Symbol der Liebe

Der Kunstkenner ist mit wachen Augen unterwegs: „Ich finde überall Inspiration, oft auf meinen Reisen. Auch meine private Skulpturensammlung, darunter Bronzen und Terrakotten, ist für mich eine reiche Quelle.“ Seit langem fasziniert ihn historischer Schmuck, besonders, wenn dieser eine Geschichte oder eine höfische Provenienz besitzt. Seine Liebe gilt vor allem russischen Stücken, die durch die Turbulenzen der Revolution oft einen abenteuerlichen Weg hinter sich haben. „Ich reise gern nach Moskau und bin in dieser Stadt stets aufs Neue begeistert von den türkisfarbenen Dächern, vergoldeten Kapellen, den Ikonen. Das raue Klima dort hat ein ganz anderes Farbempfinden angestoßen, die Menschen haben einfach mehr Bedürfnis nach Farbe, was sich auch im russischen Schmuck ausdrückt.“ Entflammt von diesen Eindrücken hat Stabernack spektakuläre Stücke entworfen, welche die landestypischen Formen und Farben in einer goldschmiedischen Glanzleistung interpretieren. Laufend auf der Suche nach einmaligen Pretiosen, entdeckte Stabernack unlängst in einem Nachlass ein Collier mit zwei flammenden Herzen, das in seiner Symbolik auf einen der wohl schönsten Anlässe für Schmuck hinweist – die Liebe. „Wahrscheinlich wurde das Stück vor dem Ersten Weltkrieg in Frankreich gefertigt, in Platin, was damals ein neuer Werkstoff war. Die zwei großen, im Herzschliff gearbeiteten Diamanten, die zueinander stehen, noch dazu von Rubinen gesäumt, lassen auf einen 40. Hochzeitstag schließen, der auch als ‚Ruby Weeding‘ bekannt ist. Damals wie heute stellt dieser Schmuck puren Luxus dar. Ein absolutes Sammlerstück.“

Die Maus im Museum

Unikate, die bei Juwelier Friedrich in monatelanger Feinarbeit aus Halbedelsteinen und Gold entstehen.
Unikate, die bei Juwelier Friedrich in monatelanger Feinarbeit aus Halbedelsteinen und Gold entstehen.
Bei Sammlern heiß begehrt sind auch die schmucken Tiere, die im Atelier Friedrich in oft monatelanger Feinarbeit aus Halbedelsteinen und Gold entstehen. „Das ist die Meisterschaft, aus einem ‚toten‘ Material etwas zu schaffen, was der Natur verblüffend ähnlich sieht. Beispielsweise für die Figur einer Maus einen Achat so zu schleifen, dass der braune Stein ‚fellig‘ wirkt.“ Selbstverständlich ist die Maus, wie alle tierischen Kameraden aus dem Hause Friedrich, ein Unikat. Und um die Illusion perfekt zu machen, knabbert das Mäuschen an Körnern, die sich beim näheren Hinsehen als zarteste Malerei auf einer Schale aus Höchster Porzellan herausstellen. Das entzückende Kleinod verließ Frankfurt Richtung London, wo es in der Sammlung des Victoria and Albert Museums, dem weltweit führenden Haus für Kunstgewerbe und Design, eine würdige Aufnahme fand. „Diese kleinen Tier-Skulpturen zu entwerfen und ‚ins Leben zu holen‘ macht uns riesigen Spaß. Sie stehen außerdem für unseren Anspruch, dass alles, was wir anbieten, ‚made in Frankfurt‘ ist. Daher arbeiten wir hier nur mit der Höchster Porzellanmanufaktur zusammen.“ (jf)

www.friedrich.eu