Im Jahr 2003 übernahm sie in vierter Generation die Leitung des Familienunternehmens und zählt heute zu den wenigen Frauen an der Spitze eines international operierenden Juwelen- und Uhrenhauses. Wir trafen Kim-Eva Wempe in Frankfurt und sprachen mit ihr über Schmuck, Edelsteine, Uhren, Stil- und Trendfragen sowie natürlich über Tradition und wahre Werte.

Kim-Eva Wempe (© Top Magazin Frankfurt)
Kim-Eva Wempe (© Top Magazin Frankfurt)

Sie ist klein und zierlich und hat dennoch eine Präsenz, die ihr, sobald sie den Raum betritt, die Aufmerksamkeit aller Anwesenden zuteil werden lässt. Kim-Eva Wempe kennt das Business, weiß, wie man führt, und dennoch verkörpert sie weit mehr als die weit gereiste Businessfrau. Spricht man mit ihr über Schmuck, dann fangen ihre goldbraunen Augen an zu leuchten und ihre Stimme nimmt einen schwelgerischen Klang an: „Kostbare Uhren und Juwelen stecken voller Seele. Man sollte den Materialien und dem Handwerk mit Liebe und Respekt begegnen, sonst ist man in dem Job falsch. Ich bin trotz vollem Terminkalender jeden Tag aufs Neue dankbar für das, was ich tue.“

Schmuckgewordene Erinnerungen

Fragt man Kim-Eva Wempe nach ihrem persönlichen Lieblingsschmuckstück, erzählt sie vom Bettelarmband ihrer Mutter. „Ich trage es nicht, aber bewahre es wie einen Schatz. Es war ein Geschenk meines Vaters, und mit den Jahren wurde es zu bestimmten Anlässen oder bei Reisen mit neuen Erinnerungen bestückt. Heute sind Charms wieder in. Eine schöne Tradition, finde ich, denn sie bringt zum Ausdruck, was der Faszination für Schmuck und Uhren zugrunde liegt: Erlebtes festzuhalten und Erinnerungen weiterzugeben.“

Auffallen, ohne laut zu sein

Brosche Papillon BY KIM in Weißgold mit Brillanten
Brosche Papillon BY KIM in Weißgold mit Brillanten
Ring Sensual Slim BY KIM in Weißgold mit weißen Brillanten und braunen Diamanten
Ring Sensual Slim BY KIM in Weißgold mit weißen Brillanten und braunen Diamanten

Und wie sieht es mit ihrem eigenen Geschmack in Sachen Schmuck aus? „Ich entscheide morgens, was mich den Tag über begleiten wird. Das kann mal opulenter sein, mal schlichter. Klassiker, die eigentlich zu jedem Anlass passen, sind eine Armbandrivière und Solitär-Brillantohrstecker.“ In ihrer eigenen Marke „BY KIM“, die sie vor 12 Jahren ins Leben rief und für die sie eng mit den Designern zusammenarbeitet, finden sich solch zeitlose Stücke, die alle eins gemeinsam haben: „Sie sollen auffallen, ohne laut zu sein.“ Wie zum Beispiel der Ring Helioro, der laut Kim-Eva Wempe „das bestehende Handwerk mit Innovationen – sowohl in Design als auch Fertigungstechnik – vereint“ und so zum modernen Klassiker avancierte, der mittlerweile zur ganzen Schmucklinie ausgebaut wurde. Diese erfülle im Übrigen noch einen weiteren für sie unerlässlichen Faktor: „Schmuck muss nicht nur schön aussehen, er muss sich auch gut anfühlen. Schließlich trägt man ihn auf der Haut. Er muss wie eine Streicheleinheit sein.“

Stil statt Mode

Brillantohrhänger BY KIM in Weißgold mit zwei großen Brillante
Brillantohrhänger BY KIM in Weißgold mit zwei großen Brillante
Armreif Helioro BY KIM in Roségold
Armreif Helioro BY KIM in Roségold

Kim-Eva Wempe liebt Mode, folgt aber nicht jedem Trend, sondern vertraut auf ihren eigenen Stil. Sie fände es jedoch vermessen zu behaupten, dass Mode nicht auch Einfluss auf das Schmuckdesign hat. „Ich würde aber eher von Bewegungen als von Mode oder Trends sprechen. Der Wert des Schmucks erfordert nachhaltigere Entwicklungen.“ In den letzten zehn Jahren, in denen die Silhouetten bei der Kleidung schmaler geworden seien, hätten lange Ketten, auch mehrfach getragen, ein Comeback erlebt. Ebenso Armschmuck – sowohl Bänder als auch Reifen. „Was mich sehr freut, ist zudem die neue Lust auf Gold. Nach dem Roségold feiert auch Gelbgold ein Revival im Schmuck- und Uhrenbereich.“ Da drängt sich die Frage auf, ob es denn nun stimmt, dass Schmuck typabhängig ist. „Es ist schon richtig, dass es Goldtöne gibt, die besser mit einer bestimmten Hautfarbe harmonieren als andere. In erster Linie ist es jedoch eine Frage der inneren Einstellung.“ Und wie sieht es mit Mixen aus? „Das ist etwas, mit dem ich mich nicht anfreunden kann. Ich achte schon darauf, dass ich keinen Weißgoldschmuck zu einer gelben Taschenschnalle trage. Doch ich verstehe natürlich, dass nicht jeder die passende Uhr zu jedem Anlass im Schmuckkästchen hat. Mein Tipp: Eine schöne Bicolor-Uhr, beispielweise die Gold-Stahl- Rolex, passt immer.“

Standortbekenntnisse

Apropos Uhren: Seit 2006 führt das Unternehmen seine eigenen Uhrenlinien „Wempe Zeitmeister Glashütte i/SA“ und „Wempe Chronometerwerke Glashütte i/SA“, die in einer sanierten Sternwarte im sächsischen Glashütte gefertigt werden. Ein Bekenntnis zum Uhrmacherhandwerk, das bereits ihr Großvater und Vater lebten, und zugleich auch zum Standort, wie Kim-Eva Wempe betont: „Mit der Produktion der Uhren in Glashütte haben wir auf die dort beheimatete und verwurzelte Uhrmachertradition gesetzt. Unser Unternehmen steht schließlich für alte Werte wie Qualität und Authentizität. Wenn wir den größten Teil der Wertschöpfung der Wempe-Uhren nicht in Deutschland realisieren würden, wäre das wenig glaubwürdig. Unseren eigenen Schmuck fertigen wir zu 100 Prozent in unserem Atelier in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg).“ Denn Tradition, so Kim-Eva Wempe abschließend, sei nicht nur der Erhalt von kulturellem Erbe, sondern auch Grundlage für die Weiterentwicklung von Kultur. „Und das ist letztlich meine Definition von Luxus: etwas Bedeutendes, Wertvolles zu schaffen, das Generationen überdauert.“ (nr)

www.wempe.de