Ein vertrauenswürdiger Steuerberater ist im Prinzip genauso wichtig wie ein guter Hausarzt. Leider bringen jedoch nicht alle Vertreter dieser Zunft wirklich vollen Einsatz, weiß der Frankfurter Steuerberater Michael Rudy. Für ihn ist sein Beruf Berufung, denn „nur mit viel Engagement und Leidenschaft kann ich das erreichen, was für mich oberste Priorität hat: dass meine Mandanten stets gut beraten sind.“

Steuerberater Michael Rudy
Steuerberater Michael Rudy (© Top Magazin Frankfurt)

Dass Michael Rudy tatsächlich mit viel Leidenschaft an das in vielen Augen recht spröde Thema Steuern herangeht, merken wir schon in den ersten Minuten unseres Gesprächs. Gleich zu Anfang unterstreicht er seine Sicht der Dinge: „Es gibt leider viel zu viele Steuerberater, die nichts anderes tun, als Formulare auszufüllen. Doch dieser Job erfordert weit mehr – zumindest in meinen Augen. Ich bin der Interessenvertreter gegenüber der Verwaltung. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich sehe mich als Anwalt meiner Mandanten. Das Finanzamt ist die Gegenseite.“

Ein bisschen Streit muss sein

„Wenn gestritten werden muss, dann streite ich“, erläutert der deutschlandweit tätige Steuerberater den Anwalts-Vergleich lachend. „Viele Behörden sehen weder den Unternehmer noch den Menschen hinter den Zahlen. Und leider machen auch viele meiner Kollegen diesen Fehler. Dabei ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Steuerberaters, das Business jedes einzelnen Mandanten mit allen Besonderheiten zu kennen. Dasselbe gilt für die privaten Umstände. Ein Beispiel: Einer meiner Mandanten hatte seine Buchhaltung über Jahre schleifen lassen und wurde aus diesem Grund geschätzt. Dann wurde ihm ein Nachzahlbescheid über eine enorme Summe zugestellt, den er einfach in der nächsten Schublade hatte verschwinden lassen. Das Problem: Er hatte die Postzustellurkunde unterzeichnet, eigentlich schien der Fall aussichtslos. Ich habe es aber dennoch geschafft, den Betrag um ein Erhebliches zu mindern. Da ich wusste, dass er seine langjährige Lebensgefährtin zwischenzeitig geheiratet hatte, beantragte ich die Zusammenveranlagung. Dies führte zu einer Steuer-Ersparnis von einigen 10.000 Euro, das Finanzamt musste die Bescheide aufheben bzw. ändern. Ohne meine Kenntnisse über das Geschäftliche hinaus wäre eine solche Lösung sicher nicht zustande gekommen.“

Fußballweisheiten und Vertrauen

Steuerrecht ist Vertrauenssache. Das betont Michael Rudy immer wieder. „Doch es geht nicht allein darum, dass der Mandant in die Kompetenz des Beraters vertraut. Das müssen ja die meisten ohnehin, so kompliziert wie die Steuergesetze hierzulande sind. Ich lege größten Wert darauf, dass das Vertrauensverhältnis ein gegenseitiges ist. Das bedeutet: Ich vertraue darauf, dass der Mandant ehrlich ist, ich im Gegenzug beziehe meine Mandanten in alle Prozesse mit ein und behandle sie nicht wie unmündige Schützlinge, sondern wie Partner.“ So schließt Michael Rudy beispielweise auch keine Beraterverträge ab, was der leidenschaftliche Eintracht-Fan (und Mitglied) sogleich mit einer Fußballweisheit begründet: „Sie wissen doch, wie das ist, wenn ein Spieler im Kopf bereits den Wechsel vollzogen hat. In den meisten Fällen gibt er dann nicht mehr hundert Prozent auf dem Platz. Und wenn ein Mandant meine Beratungsdienste nicht mehr in Anspruch nehmen will, dann lasse ich ihn lieber ziehen. Letztlich würde ein vertraglich erzwungener Verbleib bei mir genau das beenden, worauf ich, wie schon gesagt, den größten Wert lege: Vertrauen.“

Karriere ohne Zwischenstopps

Die meisten seiner Mandanten vertrauen schon viele Jahre und sogar über Generationen auf die Kompetenz des Selfmade-Man, der, wie er sagt, schon als Abiturient Steuerberater werden wollte und dieses Ziel dann konsequent verfolgte. So machte Michael Rudy nach dem Abitur eine Lehre zum Steuerfachgehilfen, abgeschlossen mit der Gesamtnote „Sehr Gut“, und verzichtete im Anschluss auf ein BWL-Studium, da ihn, wie er sich begeistert erinnert, „die Praxis gepackt hatte.“ Die insgesamt dritte Station seiner Karriere führte ihn in eine der ältesten Steuerberaterkanzleien Frankfurts mit Sitz in Bornheim, wo ihm bereits nach einem Jahr die Societät und spätere Nachfolge angetragen wurde. Letztere kam schneller, als Michael Rudy lieb war, denn mitten im Examen verstarb sein damaliger Arbeitgeber und so war es nun an dem frisch gebackenen Steuerberater, die Traditionskanzlei weiterzuführen. „Und das tue ich seit 1994 bis heute. Zwar unter meinem Namen und nicht mehr in Bornheim, sondern seit 2003 hier in Eschersheim, meinem Heimatstadtteil.“ Dass die Kanzlei mittlerweile neun Mitarbeiter beschäftigt und Mandanten aus ganz Deutschland betreut, darunter zahlreiche hochkarätige Entscheider aus der Wirtschaft, liegt vor allem daran, dass sich Michael Rudy, ganz seinem rastlosen Naturell entsprechend, niemals auf dem Erreichten ausruht. „So wurde ich erzogen. Vor allem mein Vater hat mir viele Werte und Prinzipien vermittelt, die mich sowohl privat als auch beruflich sehr weit gebracht haben. So lautet meine oberste Maxime: Ich strebe stets nach Erfolg, aber nicht um jeden Preis. Ich gehe nie den einfachsten Weg, aber immer den legalen, und ich vergesse nie, Mensch zu bleiben.“

Perfekt vernetzt und am Puls der Zeit

Seine Rolle als „Anwalt des Mandanten“ bekräftigt Michael Rudy noch einmal, indem er erklärt, dass er ganz gleich ob für Unternehmen oder Privatleute und egal ob für ein Honorar von 300 oder 3.000 Euro, „stets hundert Prozent“ gibt. Diesem hohen Anspruch wird er seit Beginn seiner Karriere unter anderem dadurch gerecht, dass er ein weiteres Credo aus seinem Elternhaus beherzigt: „Man lernt nie aus.“ Und so belegte Michael Rudy allein im letzten Jahr mehr als 50 Seminare, „um stets am Puls der Zeit zu sein“. Daneben ergriff er die Chance zur Weiterbildung zum Fachberater. Konkret besuchte er 2007/2008 den ersten Kurs dieser Weiterbildung und darf sich seit Sommer 2008, nachdem er die Klausuren mit der Gesamtenote „Gut“ bestanden hatte, zusätzlich „Fachberater für Unternehmensnachfolge“ (DStV e.V) nennen. Die künftigen Unternehmensnachfolge- und auch Erbrechtsthematiken können auf diese Weise unter steuerlichen Aspekten final beraten werden. Vor allem im Verfahrensrecht, ein Gebiet, auf dem ein Großteil der Steuerberater über recht wenige Kenntnisse verfügen, gilt Michael Rudy als Spezialist und hält selbst viele Vorträge. So betreut er auch Mandanten, die Steuerhinterziehungen zur Selbstanzeige bringen wollen – „kein leichter Weg. Da braucht man starke Partner.“ Und einen solchen finden Mandanten nicht nur in Michael Rudy, sondern auch in seinem Netzwerk aus Anwälten für Steuerstrafverfahren, Gutachtern und Dozenten, die er als „lebendige Datenbank der kompetentesten Experten“ bezeichnet. Der Erfolg gibt Michael Rudy Recht: „Mein Ziel ist stets, meine Mandanten möglichst bankenunabhängig zu machen. Und in der Tat gibt es aktuell keinen, bei dem man die Luft anhalten müsste, weil ihm die Kreditlinie gekürzt werden könnte. Trotz der Krisenjahre 2008/2009 habe ich bei keinem eine Insolvenz zu vermelden. Und darüber freue ich mich letztlich nicht nur als Steuerberater, sondern auch als Mensch.“

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