Seit 33 Jahren gewinnt die Nobra GmbH Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin, Palladium und Rhodium aus Abfällen von Gewerbe- und Industriekunden aus ganz Europa. Der Offenbacher Unternehmer Norbert Brand setzt dabei auf traditionelle Werte. Mit großem Erfolg – europaweit.

Milena Brand, Norbert Brand und Marcela Brand-Wehle
Milena Brand, Norbert Brand und Marcela Brand-Wehle (© Top Magazin Frankfurt)

Direkt aus dem Auto zum Termin kommt die Familie Brand und ist trotzdem völlig entspannt. Dreimal in der Woche fahren Norbert Brand, seine Frau Milena und ihre Tochter Marcela nach Rippershausen in Thüringen zum Stammwerk. Die restliche Woche bleibt für die Büroarbeit und die Akquise neuer Kunden. Alle drei arbeiten im Betrieb mit und legen großen Wert auf ihre Traditionen, die man fast als Tugenden bezeichnen könnte. Ordnung, Sauberkeit, Zuverlässigkeit – dafür steht die Nobra GmbH. Edelmetallrückgewinnung ist ihre Branche, in der sie sich seit mehr als 30 Jahren ihren guten Namen aufgebaut haben.

Vom Abfall zum Edelmetall

Zu den internationalen Kunden der Nobra GmbH gehören die Porzellan-, Glas-, Chipkarten-, Elektronik-, Chemie-, Pharmazie- und Solarindustrie. Edelmetallhaltige Abfälle, die recyclet werden, sind zum Beispiel: Katalysatoren, Putzlappen, Dosen, Pasten, Schlämme, Modulbandreste und Fehlchargen. Sie werden abgeholt, fachgerecht transportiert und im Werk in einem thermischen Verfahren verascht. Aus diesem Endprodukt können dann Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin, Palladium und Rhodium gewonnen werden. Gefahrenstoffe und restliche Abfälle werden entsorgt. Auch Kreditkartenhersteller gehören zu den Auftraggebern, denn im Chip auf der Karte ist tatsächlich Gold enthalten. 30 bis 40 Tonnen Material werden monatlich verglüht, die separierten Edelmetalle dem Kunden nach Londoner Börsenfixing vergütet und dann weiter veräußert oder dem Auftraggeber als Endprodukt übergeben. Dass hier Vertrauen nötig ist, da es sich teilweise um sehr hohe Werte handelt, liegt auf der Hand. Aber Norbert Brand legt großen Wert auf Transparenz und eine lückenlose Dokumentation. Nur so konnte er seine Firma aufbauen und dahin führen, wo sie heute steht. Ein weiteres seiner offenen Geheimnisse ist, dass er alles aus einer Hand anbieten kann: vom Transport über Schredder, Öfen und Mühlen bis hin zur Entsorgung inklusive Entsorgungsnachweis. Analysen werden allerdings von einem unabhängigen Institut durchgeführt. Ein externes Labor ermittelt die Edelmetallgehalte aus Proben der angelieferten Grundstoffe. Auch das ist ein ausgesprochen seriöses Verfahren.

Auf Wachstums- und Modernisierungskurs

Von Dumpingpreisen will Norbert Brand nichts wissen und freut sich fast, wenn ihm ein Mitbewerber mit unrealistischen Angeboten Konkurrenz machen will, „denn damit kann dieser nie gegen die Erfahrung und die Wertarbeit unseres Unternehmens gewinnen.“ Der Produktionsstandort Deutschland ist dabei ebenso ein Pluspunkt wie die neueste Technik: Mit mittlerweile zwölf Öfen und drei Kugelmühlen konnte im vergangenen Jahr die Kapazität der zu verarbeitenden Menge nochmals verdoppelt werden. Ein neues Verwaltungsgebäude wurde 2011 eingeweiht, und eine Lagerhalle mit 1.500 Quadratmetern und zusätzlicher Außenfläche befindet sich im Bau – Fertigstellung 2012. Architekt Stefan Brand, der Sohn des Inhabers, ist hier für Planung und Ausführung verantwortlich. Seit Inbetriebnahme der neuen Veraschungsöfen wurden bereits einige neue Materialien von unterschiedlichen Firmen verarbeitet, und die Experten der Nobra GmbH können aus Erfahrung sagen, dass die Verarbeitung schneller und verlustärmer stattfindet. Man kann, abhängig vom Material, mit einer höheren Ausbeute von 0,5% – 2,1% rechnen.

Qualität mit Brief und Siegel

Die Nobra GmbH Verwaltung
Die Nobra GmbH Verwaltung (© Top Magazin Frankfurt)
Traditionen hin oder her, ein Zugeständnis an die veränderten Unternehmensstrukturen auf Kundenseite mussten die Brands doch machen: Seit Dezember 2011 ist der Betrieb nach ISO 9001 und ISO 14001 zertifiziert. Für Norbert Brand wäre das nicht wichtig gewesen, da er weiß, dass in seinem Unternehmen schon immer vorbildlich gearbeitet wird, aber Neukunden schauen eben auf solche Prüfzertifikate als Gütesiegel, bevor sie Kontakt zu einem Lieferanten aufnehmen. Die Prüfungskommissionen waren von der Ordnung und Sauberkeit in der Firma allerdings überrascht, denn das erleben sie nicht oft. „Wir mussten im Grunde nur noch ein paar Schilder aufhängen“, berichtet Marcela Brand-Wehle stolz. Auch Freunde und Kunden sind immer wieder verwundert, wie schön es auf dem Gelände des Werks aussieht, denn schließlich ist Abfall das Grundprodukt, aus dem die Edelmetalle zurückgewonnen werden. Norbert Brand begann alleine und seit über 20 Jahren leitet er das Unternehmen mit seiner Frau Milena Brand. Sie beschäftigen ein festes Team von Fachkräften und haben seither viel erreicht. Norbert Brand hat Wertvorstellungen, an denen er schon immer festhielt. Denkt er denn manchmal ans Aufhören? Ans Nichtstun? Fast empört erwidert er: „Ich mache weiter, solange ich kann! Alles, was ich mir vorgenommen hatte, habe ich durchgezogen. Die Entwicklung macht Spaß. Immer wieder zu sehen, wie eine Idee umgesetzt wird und das Wachstum zu beobachten.“ Mit dieser Familie und seinen langjährigen Mitarbeitern im Hintergrund wird Norbert Brand die Nobra GmbH sicher zu vielen weiteren Erfolgen führen.

www.nobra-gmbh.de

(tm)