Sefer Yildiz (Sandfuchs AG) und Unternehmer Axel Ebbecke
Sefer Yildiz (Sandfuchs AG) und Unternehmer Axel Ebbecke

Viele Spielplätze in Deutschland befinden sich in einem katastrophalen Zustand. Die Sandflächen sind verdreckt – mit Glasscherben, Schrauben, Spritzen, Zigarettenstummeln oder Exkrementen. Die Gesundheit der Kinder ist gefährdet. Die Sandfuchs AG aus Bruchköbel hat nun ein System ertüftelt, das grundlegend Abhilfe schafft. Inhaber Axel Ebbecke beklagt, dass Kommunen die Chance noch nicht ausreichend nutzten und ihre gesetzlichen Reinigungsverpflichtungen vernachlässigten.

Leider seien die Zustände in Hessen besonders traurig, berichtet Ebbecke. Der Unternehmer, der mit seiner Verfahrenstechnik AG weltweit operiert, engagiert sich seit 2018, um etwas für die Spielplätze zu tun. „Ich will nicht zusehen, wie man das Wohl der Kinder ignoriert“, sagt der Vater eines siebenjährigen Sohnes und einer sechsjährigen Tochter.

Verwahrloste Spielplätze

Inzwischen unterhält er Teams mit großem Know-how und „Maschinen, die nach unseren Entwürfen gebaut wurden“. Schon nach zwei Jahren gelten die Hessen als Nummer Eins bei der Spielsandreinigung in Deutschland. Dennoch ärgert es Ebbecke, dass bislang nicht noch mehr passiert ist. „Gerade in den Ballungsräumen verschließen Kommunen oft die Augen.“

Städte und Gemeinden, manchmal auch Kirchen und private Anbieter, sparten am falschen Ende, meint Kim Vasta, der von Ebbecke scherzhaft als „Mister Sandfuchs“ bezeichnet wird. Der Disponent organisiert die Einsätze von Personal und Geräten und wundert sich manchmal über Uneinsichtigkeit bei potenziellen Auftraggebern. „Es ist viel günstiger, die Flächen von uns regelmäßig reinigen zu lassen, als nach fünf Jahren den ganzen Sand austauschen zu müssen.“

Effiziente Spezialmaschinen

Axel Ebbecke hat allerdings beobachtet, dass die anfängliche Skepsis von Kunden schnell in Begeisterung umschlägt. „Erst hält die Sandfuchs AG zur Probe den Auftrag zur Säuberung von fünf Flächen, um die Leistungsfähigkeit zu testen. Dann werden daraus ganz schnell siebzig und mehr.“ Das spreche für die eigene Effizienz. „Unsere Maschinen nehmen den Sand auf, filtern ihn und sieben Fremdkörper schon ab einer Größe von vier Millimetern aus, das ist in Deutschland einzigartig“, erläutert der innovative Geschäftsmann. „Wir erreichen eine Tiefe, die der Sandschüttung vollständig entspricht.“ Damit würde selbst verborgener Schmutz aus unteren Schichten entfernt.

Der Sandfuchs filtert Fremdkörper ab 4 Millimeter.
Der Sandfuchs filtert Fremdkörper ab 4 Millimeter.

Was selbst die Sandfüchse nicht schaffen, wird freigeschaufelt. Man durchlüftet den Boden, reinigt und desinfiziert ihn. Bakterien und Viren werden so abgetötet – gerade in Corona-Zeiten besonders wichtig. Außerdem schwindet die Verletzungsgefahr für die Kinder erheblich. Denn wenn die Sandflächen stark verdichtet sind, kann der Aufprall nach einem Sprung vom Klettergerüst oder von einer Schaukel nicht mehr richtig abgefedert werden. „Die nach DIN gesetzlichen Verpflichtungen werden meist nicht erfüllt.“

Profireiniger statt Amateure

Die Sandfuchs AG appelliert deshalb an die Kommunen und die anderen Betreiber, sich nicht mehr mit oberflächlichen – und seltenen – Säuberungen der Spielplätze zu begnügen. „Einfach nur mal mit der Harke rüberzugehen, das bringt doch nichts“, meint Ebbecke. Das sähen immer mehr Verwaltungen in Süddeutschland und den ostdeutschen Ländern ähnlich. Wahrscheinlich hätten die Eltern und die Öffentlichkeit dort schon einen Bewusstseinswandel eingeleitet.

Das Feld solle man den Spezialisten aus dem Main-Kinzig-Kreis überlassen, mahnt Kim Vasta. „Wir sind einfach deutlich besser ausgerüstet als ein Bauhof und entsorgen auch die heraus gefilterten Verunreinigungen.“ Die Sandfüchse füllen die betroffenen Areale auf Wunsch mit frischem Spielsand auf. Am Ende sehe die Sandfläche wie neu angelegt aus, so dass das Herumtollen wieder Spaß macht.

Sandfuchs erneuert Treffpunkte

Das Unternehmen aus der Ebbecke-Gruppe fokussiert sich nicht allein auf Spielplätze. Auch Verschmutzungen und Verklumpungen an Seen und Flüssen, auf Beachvolleyballfeldern und Reitplätzen werden beseitigt. Die Mitarbeiter befreien auch rutschige Spielmatten mit Hochdruckreinigern vom Schmutz. Axel Ebbecke erkennt ein gewaltiges Potenzial. „Wir verwandeln verwahrloste Ecken wieder in lebendige Spiel-, Freizeit- und Sporttreffpunkte.“ (tz)


Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Print-Ausgabe. Sie wollen schneller informiert sein? Hier können Sie ein Abonnement abschließen.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here