Christoph Müller (li.) und Eduard von Kymmel von der VP Bank leben beide mit ihren Familien in Luxemburg. Ihre Kunden treffen sie auch in Frankfurt
Christoph Müller (li.) und Eduard von Kymmel von der VP Bank leben beide mit ihren Familien in Luxemburg. Ihre Kunden treffen sie auch in Frankfurt

Die VP Bank AG mit Hauptsitz in Liechtenstein ist eine international tätige Privatbank und eine der größten Banken des Fürstentums. Von ihrem Standort in Luxemburg aus, wo sie zudem ein Kompetenzzentrum für Fondslösungen betreibt, betreut sie ihre deutschen Kunden. Regelmäßig sind die Mitarbeiter auch in Frankfurt präsent.

Wenn Christoph Müller und Eduard von Kymmel ihre Frankfurter Kunden besuchen, ist die Anfahrt ein wenig länger. Sie kommen aus Luxemburg an den Main: Christoph Müller, Leiter des Private Bankings der VP Bank in Luxemburg, um vermögende Privatkunden zu beraten. Sein Kollege Eduard von Kymmel, zuständig für das Drittfondsgeschäft, um unabhängige Vermögensverwalter, Family Offices und vermögende Privatkunden zu unterstützen, die einen eigenen Investmentfonds auflegen möchten.

„Die meisten vermögenden Familien sind globalisiert. Für sie ist es praktischer, eine Zweit- oder Drittbank im Ausland zu haben“, erläutert Müller. Luxemburg als eines der führenden Finanzzentren in Europa läge da nahe, allein schon wegen seiner politischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Stabilität, die einen hohen Anlegerschutz biete. „Wir sind in Luxemburg ein sehr regulierter Markt, eines von nur 10 Ländern weltweit mit einem AAA-Rating und die Nummer 1 in der EU, was das Volumen des Private Banking angeht.“ Dieses habe sich in den vergangenen zehn Jahren sogar verdoppelt, sagt Müller.

„Die meisten vermögenden Familien sind globalisiert. Für sie ist es praktischer, eine Zweit- oder Drittbank im Ausland zu haben“ – Christoph Müller, Leiter Private Banking VP Bank Luxemburg

Individuell und global

Die Kompetenz der VP Bank, die sich seit 1956 in Liechtenstein von einer familiären Kleinbank zum globalen Unternehmen entwickelte, liege in der maßgeschneiderten Vermögensverwaltung und Anlageberatung, stellt Müller fest. „Unsere Kunden profitieren von der individuellen Beratung einer Privatbank und zugleich von unserer globalen Präsenz.“ Neben ihrem Hauptsitz in Vaduz verfügt die VP Bank über Standorte in Zürich, Singapur, Hongkong und den Britischen Jungferninseln.

„Zugleich legen wir Wert darauf, unsere Kunden persönlich zu kontaktieren.“ Die hauseigene Volkswirtschaftsabteilung in Vaduz erarbeitet die entsprechenden Expertisen, die dem Kunden direkt zur Verfügung gestellt werden. „Unser Vorteil ist, dass wir unabhängig sind. Wir verfolgen eine offene Architektur, das heißt, unsere Experten suchen die besten Produkte am Markt“, sagt Christoph Müller.

Bei aller persönlichen Ansprache müssen die Kunden auf einen digitalen Zugang zu ihren Geldanlagen ebenfalls nicht verzichten. Eine App auf dem Handy ermöglicht ihnen einen direkten Zugriff auf das eigene Portfolio, sogar ein Latenight-Trading bis zur Schließung der US-Börse ist möglich. „Das ist für eine kleine Bank wie die unsere schon sehr beachtlich“, findet Müller.

Hauptaktionäre der VP Bank AG sind mehrere gemeinnützige Stiftungen. Das führe dazu, dass im Hause Themen wie soziales Engagement und Nachhaltigkeit groß geschrieben würden. Letztere reicht von der ökologischen Bauweise des Mutterhauses in Vaduz über umweltzertifiziertes Papier bis zur Heizung mit Erdwärme.

Fondszentrum Luxemburg

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das auch Eduard von Kymmel derzeit immer stärker beschäftigt. Der Leiter der VP Fund Solutions stellt mit seinem Team den Kunden alle Serviceleistungen zur Verfügung, die sie für die Auflage eines eigenen Investmentfonds benötigen, vom Haftungsrisiko über die Compliance-Fragen bis zum Risikomanagement.

„Unser Geschäftsmodell ist sehr attraktiv. Wir konnten in den vergangenen vier Jahren das für unsere Kunden verwaltete Vermögen mehr als verdoppeln“ – Eduard von Kymmel  CEO VP Fund Solutions

Die Master-Kapitalanlage-Gesellschaft der VP Bank, deren Vorstandsvorsitzender von Kymmel ist, verwaltet die Fonds für ihre Kunden – derzeit in einer Größenordnung von 14 Milliarden Schweizer Franken in Liechtenstein und Luxemburg zusammen. „Unser Geschäftsmodell ist sehr attraktiv. Wir konnten in den vergangenen vier Jahren das für unsere Kunden verwaltete Vermögen mehr als verdoppeln.“

Luxemburg gilt als das zweitgrößte Investmentfondszentrum der Welt nach den USA. Für deutsche Anleger sei die Internationalität auch auf diesem Gebiet ein großes Plus, betont von Kymmel. „Wenn man Fonds international vertreiben will, dann macht man das aus Luxemburg. In Deutschland fehlt dazu meist die Expertise.“ Deutsche Ansprechpartner in Luxemburg gebe es aber mittlerweile weniger. Der Markt der Kapitalanlage-Gesellschaften habe sich dort in den vergangenen Jahren konsolidiert. Viele Anbieter seien verschwunden oder von großen Private-Equity-Gesellschaften aufgekauft worden.

Die Kunden aus Deutschland kommen mit unterschiedlichen Interessen zu ihm: Unabhängige Vermögensverwalter nutzten Fonds häufig, um die Portfolios der Anleger gebündelt zu verwalten. „Sie bieten den Kunden somit eine regulatorische Sicherheit durch uns und sparen zudem Kosten“, erläutert von Kymmel. Family Offices nutzen Fonds dagegen vor allem, um ihre Nachfolge zu regeln. „Wenn ein Vermögen beispielsweise aus Immobilien, Aktien, einem Unternehmen und anderen Vermögenswerten besteht, ist es schwierig und aufwendig, dies für mögliche Erben zu stückeln.“ An einem Fonds, in den die Werte eingebracht sind, kann jeder festgelegte Anteile erhalten.

Christoph Müller und Eduard von Kymmel im Gespräch mit Top Magazin-Redakteurin Sabine Börchers
Christoph Müller und Eduard von Kymmel im Gespräch mit Top Magazin-Redakteurin Sabine Börchers

Nachhaltige Investitionen

Immer mehr seiner Kunden, die häufig aus Deutschland und der Schweiz stammen, legten dabei Wert auf nachhaltige Investitionen. Die Neuanfragen nach Fonds hätten mehrheitlich eine nachhaltige Ausrichtung, etwa als Infrastrukturfonds, die in Windkraftanlagen investieren. „Das wird das Thema der 2020er-Jahre werden“, ist er sich sicher. Das kann Christoph Müller im Private Banking nur bestätigen: „Die Erben heute haben andere Vorstellungen als die vorherigen Generationen. Sie wollen keine Rendite um jeden Preis, sondern Nachhaltigkeit, ein soziales Unternehmen, eine Frauenquote.“

Wenn Christoph Müller seine Kunden trifft, dann in der Regel in einem sehr privaten Rahmen. Vertrauen und die „passende Chemie“ sind daher die Grundvoraussetzungen für die Beziehung zu seinen Kunden. Im Gegenzug profitieren diese auch vom internationalen Netzwerk des VP Bankers. „Ich liebe es, Unternehmer unterschiedlichster Couleur zu einem Gespräch zusammenzubringen“, sagt er.

Größere Veranstaltungen mit unterschiedlichen Experten veranstaltet die VP Bank ebenfalls, mal in München, mal in Düsseldorf, und seit neustem in Frankfurt. Eine Niederlassung in Deutschland bräuchten sie dafür nicht, sagen beide. So weit sei der Weg von Luxemburg nach Frankfurt nicht.

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