Chicago Williams BBQ-Macher Nawid Samawat und Branimir Hrkac
Chicago Williams BBQ-Macher Nawid Samawat und Branimir Hrkac

Das Essen: fettig, lauwarm, lecker. Der Service: locker, frech, herzlich. Das Flair: entspannt, gemütlich, cool. Willkommen im Chicago Williams BBQ im neuen Gekko House auf der Mainzer Landstraße!
Von Kitti Pohl und Bernd Kammerer (Fotos)

Das neueste Baby der Szene-Gastronomen Micky Rosen und Alex Urseanu dient gleichzeitig als Lobby des Hotels Gekko House. Überm rustikalen Tresen hängen Käfige voller Flaschen und Spirituosen. Hier wird gepichelt und eingecheckt.

Der Barkeeper reicht zur Begrüßung erstmal einen Papp-Eisbecher mit einem sämigen Maissüppchen, von dem zwei Löffelchen schon satt machen. 130 Sitzplätze an rustikalen Holztischen verteilen sich im Raum, der von zwei Glasfronten eingerahmt wird. Jeder Stuhl ein Unikat, versehen mit Stickern, Sprüchen, Kritzeleien. Klassenzimmer trifft Jugendherberge.

Blick ins Chicago Williams BBQ mit offener Küchenzeile
Blick ins Chicago Williams BBQ mit offener Küchenzeile

Herzstück der offenen Küchenzeile ist der knallrote Smoker, an dem ein Ultras-Aufkleber prangt: Hier entstehen laut den Machern Nawid Samawat und Branimir Hrkac die besten Ribs der Stadt (500 Gramm 17,50 Euro). Und, ja, wir haben’s probiert: Das Fleisch löst sich tatsächlich bei der kleinsten Berührung von selbst vom Knochen. „So zart, dass man weder Messer noch Gabel braucht,“ schwärmt Nawid. Und lacht: „Auch zahnlose Menschen können hier genießen.“ Fleischeslust für alle.

Die rote Räucherkammer wurde in Texas extra für Frankfurt angefertigt. Bis zu 250 Kilo Rinderbrüste (Briskets) schmurgeln im eigenen Saft, eingepackt in Alufolie, über einer Brennkammer mit Eichenholz. Chickenfleisch wird über Kirschholzscheiten geräuchert. Das Holz-Aroma macht hier den Geschmack.

Koch Ladislav Mikulka am Smoker
Koch Ladislav Mikulka am Smoker

 

„Wer nicht gekleckert hat, ist nicht hier gewesen oder hat geschummelt!“

Um 6 Uhr früh schiebt Koch Ladislav Mikulka die ersten Briskets in den Smoker. Bevor sie nach 10, 12 Stunden bei 95 Grad auf dem schlichten weißen Emaille-Teller landen, werden sie mit BBQ-Sauce eingerieben und über den Grill gezogen.

Nawid: „Unser Essen ist fett und reichhaltig, und es ist in 15 Minuten fertig. Das Fleisch ist nicht sehr heiß, man kann es sofort in die Hand nehmen und essen. Der schönste Moment ist, wenn den Leuten dabei die Barbecue-Sauce an den Armen runterläuft. Ich sag‘ immer: Wer nicht gekleckert hat, ist nicht hier gewesen oder hat geschummelt!“

Gegen fetttriefende Finger helfen Küchenrollen und ein Waschbecken mitten im Lokal. „Wenn man einen „fiesen Kater“ hinter sich oder eine lange Partynacht vor sich hat, seien die reichhaltigen Gerichte perfekt, so Nawid.

Gemischte Fleischplatte mit Ribs, Pulled Pork und Chicken mit Baked Beans. Dazu Mashed Potatoes and Gravy
Gemischte Fleischplatte mit Ribs, Pulled Pork und Chicken mit Baked Beans. Dazu Mashed Potatoes and Gravy

Zum Probieren empfiehlt er gemischte „Meat Platter“, pro Person 22,50 Euro, zwei Beilagen inklusive. Das Pastrami wird extra dick aufgeschnitten, von jeder einzelnen der Beilagen wie Mash and Gravy, Cole Slaw, Baked Beans und Mac & Cheese (Regular 4, Large 6,50 Euro) und Cornbread könnte man locker alleine satt werden.

Zum Runterspülen Craft-Bier (4 Euro), Longdrinks (7,50 Euro), Frozen Drinks (9,50 Euro). Weinkarte? Nö. Zwei Hausweine, Rot und Weiß, 0,1 für 5,50 Euro, das war’s.

Extra dick geschnittenes Pastrami
Extra dick geschnittenes Pastrami

Eine Starter-Stulle (6,50 Euro) mit Rindermett, Pulled Pork oder Pastrami kommt mit selbst gemachten Pickles. Für 1,50 Euro gibt’s dazu einen „Little Monkey“. „Ein Shot auf Wermut-Basis, in den wir eine in Gin eingelegte Perlzwiebel schmeißen. Man ext den Drink und zerkaut die Zwiebel, dann hat man ein bombastisches Geschmackserlebnis,“ erklärt Nawid, der seit 2012 höchst erfolgreich die „Seriöse Grillerei“ Chicago Williams BBQ in Berlin betreibt.

Auch beim Frankfurter Ableger gibt es bestes US-Prime-Beef, importiert von der Greater Ohama Farm in Nebraska, in unkomplizierter Wohlfühl-Atmosphäre. Veganer können sich immerhin am Starter Babaganoush, gegrillten Auberginen auf Krustenbrot, laben.

BBQ Ribs mit Apfelmus
BBQ Ribs mit Apfelmus

Am Spieletisch kann man „Mensch ärgere dich nicht“ und Mühle spielen, was der Unterhaltung dient. Nawid Samawat: „Am liebsten ist es uns, wenn die Leute miteinander sprechen und das Handy in der Tasche bleibt. Bei uns isst keiner alleine am Tisch. Wir setzen die Leute zusammen.“

In Berlin geht das kumpelhafte Konzept auf, im immer rappelvollen Lokal müssen die Gäste nach eineinhalb Stunden Platz für die nächsten machen: „Wäre toll, wenn wir das in Frankfurt auch hinkriegen,“ so Nawid. (kp)


Chicago Williams BBQ im Gekko House Frankfurt

Mainzer Landstraße 167
60327 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:

Ab 27.1.2020, 17 – 24 Uhr
Mittagstisch ab 3.2.2020, 12 – 15 Uhr.

www.gekko-house.com/

5 Kommentare

  1. Kann es nur bestätigen, die Ribs fallen vom Knochen und schmecken megalecker. Das Konzept ist vielversprechend und drücke den Jungs feste die Daumen. Wird ein regelmäßiger Anlaufpunkt werden!
    Übrigens schmeckt alles sehr gut!

  2. Chicago William BBQ hört sich auf alles Fälle gut an. Wir werden es testen und dann berichten, ob es uns gefallen hat. Ich war in einigen BBQ Restaurants in Miami und Chicago“Smoque BBQ – Chicago Q“ u.a. und kann dann direkt vergleichen.

  3. Genauso wie in Berlin sind auch in Frankfurt die Rips unschlagbar gut meine Lieblingsbeilagen sind Coleslaw und Mac and Cheese einfach leckerfür das neue Restaurant in Frankfurt wünsche ich Nawid viel Erfolg

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