Den Haushalt schmeißen, Kinder und Hund versorgen, TV-Sendungen moderieren oder selbst als Talkgast auftreten, Bestseller schreiben und mal eben innerhalb von zehn Monaten 25 Kilo abnehmen. Was nach dem Alltag der Frauen von Stepford klingt, ist in Wirklichkeit der von Susanne Fröhlich. Wie sie das alles schafft, verriet sie uns beim gemeinsamen Kochen im Küchenwerk Frankfurt Text: Natalie Rosini, Fotos: Michael Hohmann

Susanne Fröhlich ist ein echtes Multitalent
Susanne Fröhlich ist ein echtes Multitalent (© Top Magazin Frankfurt)

Journalistin, Moderatorin und erfolgreiche Buchautorin. Für viele wären allein diese Aufgaben „agendafüllend“ genug. „Nun wollen wir mal nicht übertreiben“, meint Susanne Fröhlich. „Kaum eine Frau hat nur einen Job. Und im Gegensatz zu vielen Frauen habe ich das Glück, dass sowohl mein Beruf als auch meine Familie mich erfüllen.“

Perfektion macht nur Stress

Diese Erfüllung findet ihre Roman- Heldin Andrea Schnidt nicht wirklich: Im neuen Roman „Lackschaden“ plagen sie die pubertierenden Kinder, der lebensmüde Schwiegervater, der ständig abwesende Gatte, die ersten grauen Schamhaare, kurzum: die Sorge, nicht perfekt zu sein. „Frauen erwarten generell zu viel von sich“, sagt Susanne Fröhlich, „Das hat vor allem damit zu tun, dass wir uns ständig fragen, ob wir den Erwartungen anderer gerecht werden. Findet mein Mann mich attraktiv? Können meine Kinder mich gut leiden? Ein Psychotherapeut hat mir das in einer Sendung bestätigt: Frauen sind viel strenger mit sich selbst als Männer.“ Die faltenfreie Superfrau, die perfekt gestylt ein perfektes Essen zaubert und eine perfekte Liebhaberin und Mutter ist, so Susanne Fröhlich, „die gibt es nicht. Gehen Sie mal in einem Ort mit gemischter Postleitzahl in den Supermarkt. Sie werden eine solche Frau nicht finden. Perfektion ist nicht erreichbar. Perfektion macht nur Stress. Was stattdessen hilft, ist, sich mit sich selbst anzufreunden.“

Dampfgaren für Arme

Susanne Fröhlich als "Prominente am Herd"
Susanne Fröhlich als „Prominente am Herd“ (© Top Magazin Frankfurt)

Und so hat Susanne Fröhlich auch kein Problem damit, nicht die weltbeste Köchin zu sein. „Ich bin gesundes Mittelmaß. Und meine Kinder sind völlig unproblematisch. Ich koche täglich, gerne einfache Gerichte wie Spinat mit Ei oder Pfannkuchen. Fleisch gibt’s höchstens zweimal die Woche, Fisch mindestens einmal wöchentlich. Dabei lege ich stets Wert auf beste Qualität: Billiges Fleisch oder Zuchtfisch kommen bei mir nicht auf den Tisch.“ Ihr Rezept sei selbst ideal für Leute, die gar nicht kochen können. „Und für alle, die nicht das Glück haben, einen Dampfgarer zu besitzen.“ Nachdem der Lachs mit „ordentlich Butter“ und Zitrone in der feuerfesten Form ist, umwickelt sie diese „wie einen Christo“ mit Klarsichtfolie, so dass das Ganze luftdicht ist. Dass man Klarsichtfolie in den Ofen schieben kann, ohne dass sie brennt oder schmilzt, ist uns neu. „Davor hatte ich beim ersten Mal auch Angst. Da der Ofen aber nur auf 80 Grad erhitzt wird, passiert nichts.“ Allerdings würde sich Susanne Fröhlich schon wünschen, dass die Folie etwas leichter zu handhaben wäre: „Die Menschen fliegen zum Mond und vollbringen Gott weiß welche Wunder, aber eine Klarsichtfolie, die ordentlich funktioniert, wurde noch nicht erfunden.“ Um einen Vergleich zu haben, schieben wir eine Portion Lachs in den Dampfgarer und sind gespannt. Doch nun geht’s erst mal ans Erbsenpüree…

Das nette Yoga

Während wir gemeinsam Erbsen palen – Susanne Fröhlich bereitet das Gericht für gewöhnlich mit TK-Erbsen zu, „was genauso hinhaut und toll schmeckt!“ -, erzählt uns die gebürtige Frankfurterin von ihrem, wie sie es nennt, Yoga-Experiment: „Es ging mir wirklich nicht ums Abnehmen, sondern ums Durchalten und den Erfolg.“ Schließlich ist Susanne Fröhlich alles andere als unsportlich, macht viel Ausdauersport wie Laufen und Schneelanglauf, spielt Golf, und war letztes Jahr beim Frankfurt Marathon dabei. „Eigentlich hatte ich ja gedacht, Yoga sei spiritueller Quatsch. Heute weiß ich, dass Yoga nicht nur ein echt anstrengendes Training ist, das an meinem Körper Muskeln gestählt hat, von deren Existenz ich gar nichts wusste, Yoga ist in der Tat auch gut fürs Gemüt: Es beruhigt das zentrale Nervensystem und senkt den Cortisol-Spiegel, das ist das Hormon, von dem kräftigere Menschen meist zu viel haben. Und das ist doch sehr nett vom Yoga.“

 

Susanne Fröhlich mit Top Magazin Chefredakteurin Natalie Rosini nach getaner Arbeit.
Susanne Fröhlich mit Top Magazin Chefredakteurin Natalie Rosini nach getaner Arbeit. (© Top Magazin Frankfurt)

Der Affenzirkus mit dem Essen

Reichen also regelmäßiges Yoga und weniger Cortisol aus, um wie Susanne Fröhlich in nur 10 Monaten 25 Kilo abzunehmen? Die Frage scheint berechtigt, schließlich kocht sie die Erbsen gerade in Sahne, während im Ofen fast ein halbes Kilo Butter schmilzt. „So einfach ist es nicht“, lacht sie. „Meine Ernährungsgewohnheiten haben sich durch die regelmäßigen Yoga-Übungen automatisch verändert. Wenn man seinen Körper schindet, bekommt man automatisch Lust, ihm Gutes zu tun. Ich hatte plötzlich mehr Lust auf Eiweiß, habe viel Quark mit Obst gegessen, mehr Fisch. Es kann sogar sein, dass ich mehr gegessen habe als vorher, aber anders, und meine neuen Muskeln haben ihr Übriges getan, um überschüssiges Fett zu verbrennen.“ Mittlerweile sitzen wir beim Essen, das wir mit einem trockenen Blanc de Noir (einem weißen Merlot) genießen: In der Tat schmecken sowohl die Dampfgarer-Version als auch der Lachs aus dem „Dampfgarer für Arme“, wie es Susanne Fröhlich nennt, hervorragend. Kein Wunder, schließlich sind Butter und Sahne ja bekanntlich Geschmacksträger, und das Gericht enthält von beidem reichlich. Wie man mit einem solchen Speiseplan abnehmen und sein Gewicht halten kann, ist uns schleierhaft. Sind vielleicht doch Kohlehydrate die Bösen? „Das ist auch wieder so eine Modeerscheinung“, sagt Susanne Fröhlich, die auch gerne Pasta, frisches Brot, Kartoffeln und Reis isst. „All diese Ernährungstrends wie Atkins und Co. haben mit Verzicht und Selbstkasteiung zu tun. Keine Kohlehydrate bedeutet weniger Serotonin. Das macht auf die Dauer unglücklich. Und letztlich spielt es keine Rolle, in welcher Form man seine Kalorien zu sich nimmt, nur auf die Menge. Meiner Meinung nach machen die Leute einen viel zu großen Affenzirkus ums Essen. Wenn man gestresst ist, und Diät bedeutet nun mal Stress, verlangt der Körper nach mehr Schweinereien, die wir ihm im schwachen Moment dann auch geben. Ich glaube, ich habe deshalb abgenommen, weil ich entspannt bin. Ich lasse meinen Körper machen. Immerhin ist er ziemlich klug.“

Alternde Heldinnen und echte Kerle

Die Teller sind leer und Susanne Fröhlich schon fast wieder auf dem Sprung. Koffer packen ist angesagt. Ein Kurztrip nach Mallorca zu einem Überraschungsbesuch bei Freunden wartet. Freunde spielen, ebenso wie ihre Familie, eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Deshalb geht sie auch nicht so häufig aus, „viel zu wenig ins Kino oder Theater“, sondern trifft sich mit ihren Liebsten zum Essen. Und wie sieht sonst die knappe Freizeit von Susanne Fröhlich aus? „Ich lese natürlich gern, am liebsten Romane von John Irving, Milena Moser oder Paul Auster.“ Historische Romane oder Fantasy hingegen seien so gar nicht ihr Genre: „Elfen und Trolle sind nix für mich!“ Doch sie ist auch bekennender Serien-Junkie, mag US-Serien wie Grey’s Anatomy, Private Practice oder Big Love. „Und natürlich 30 Rock. Ich stehe auf Alec Baldwin, er ist charmant und sexy. Gerade weil er nicht so ein dürrer Schönling ist, sondern ein echter Kerl.“ Zum Abschluss wollen wir natürlich noch wissen, wie es mit ihrer Protagonistin Andrea Schnidt weitergeht und wie lang? „Bis in die Seniorenwohnanlage. Meine Heldin hat zwar Glück, weil sie etwas jünger ist als ich, aber sie altert mit mir. Ich denke, das macht auch den Erfolg aus. Weibliche Hauptfiguren aus meiner Generation gibt es sonst nicht. Dabei waren die Jahre 62/63 ein sehr geburtenstarker Jahrgang, es gibt also viele von uns.“ Und wird Andrea Schnidt mit dem Alter etwas resoluter? „Ich wünsche es ihr. So wie jeder Frau, die sich von Erfolgsdruck, Cellulite und Chauvinismus stressen lässt.“

Susanne Fröhlichs Wildlachs auf Erbsenpüree
Susanne Fröhlichs Wildlachs auf Erbsenpüree (© Top Magazin Frankfurt)
  • Susanne Fröhlichs Wildlachs auf Erbsenpüree

    Zutaten für 4 Personen:

    – 4 Tranchen frischer Wildlachs à 100 g
    – 400 g Butter
    – Grobes Meersalz
    – eine Biozitrone
    – ein paar Blätter frische Minze
    – Klarsichtfolie
    – 400 g Erbsen (frisch oder TK)
    – 200 ml Kochsahne
    – Crema di Balsamico
    – 1 Prise Zucker
    – Frischer Pfeffer

Zubereitung:

Für den Lachs den Boden einer feuerfesten Form mit etwas Butter bestreichen. Die Lachstranchen sparsam salzen und in die Form legen. Den Lachs großzügig mit Butterscheiben belegen (klappt am besten mit kalter Butter!). Das Ganze mit Zitronenscheiben belegen. Die Form mehrmals in Klarsichtfolie wickeln, so dass sie luftdicht ist. Bei 80 ° ca. 40 – 45 Minuten garen. Für das Erbsenpüree die Erbsen in der Sahne weichkochen und dabei die Sahne einreduzieren, bis das Ganze eine cremige Konsistenz hat. Ein paar kalte Butterflocken für die Bindung unterrühren und das Ganze mit dem Zauberstab fein pürieren. Mit etwas Zucker, Salz sowie einigen Spritzern Zitrone abschmecken. Das Püree auf vorgewärmte Teller geben und den Lachs darauf anrichten. Etwas frischen Pfeffer und etwas Minze darauf verteilen, mit ein paar Spritzern Balsamico- Creme dekorieren und servieren.

Vielen Dank an:
Küchenwerk Frankfurt für die Bereitstellung der Showküche
www.kuechenwerk.com

Kontrast Möbel für die Tisch-Dekoration.
www.kontrastmoebel.de

Galeria Kaufhof Gourmet für die Zutaten.
www.galeria-kaufhof.de

Operncafé Frankfurt für den 2011er Merlot Blanc de Noir vom Weingut Christian Bamberger, der dort exklusiv ausgeschenkt wird.
www.operncafe-frankfurt.de