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Dass Jennifer Knäble meist mitten in der Nacht aufsteht, sieht man ihr nicht an. Frisch, mit hellwachen blauen Augen und einem strahlenden Lächeln kommt die TV-Moderatorin in das Küchenhaus Süd. „Da bin ich“, ruft sie. Von Müdigkeit keine Spur und das, obwohl die 35-Jährige um zwei Uhr nachts aufgestanden ist – wie immer, wenn sie gemeinsam mit Wolfram Kons die Frühstückssendung „Guten Morgen Deutschland“ moderiert. Denn die kommt live aus Köln und die gebürtige Frankfurterin pendelt von Frankfurt, ihrer Heimatstadt, zur Arbeit nach NRW. „Klar, das ist schon manchmal hart, wenn nachts um 2:00 Uhr der Wecker klingelt. Aber noch stecke ich das ganz gut weg.“ Was Jenny nun beweist: Die charismatische Blondine ist direkt voller Tatendrang.

„Legen wir los!“

Rühren nicht vergessen - Jenny kippt für ihre Rote Soße den Apfelwein in den Kochtopf...
Rühren nicht vergessen – Jenny kippt für ihre Rote Soße den Apfelwein in den Kochtopf…

Statt der traditionellen Grie Soß hat sie sich für die Zubereitung einer Frankfurter Roten Soße entschieden, dazu Minuten-Steaks, Jacket Potatoes mit Rosmarin und Sour Cream. Während wir die Kartoffeln waschen, abbürsten, in Hälften schneiden und dann mit Olivenöl bestreichen, verrät sie uns, wie sie auf das Rezept kam: „Ich als echtes Frankfurter Mädsche liebe natürlich die Grie Soß. Und meine Mutter macht wirklich die allerbeste – da könnte ich mich reinlegen! Aber andererseits dachte ich mir, das wäre viel zu langweilig, grüne Soße macht doch jeder. Ich will etwas anderes zeigen und da kam ich auf Rote Soße. Zudem ist das Rezept lecker, kreativ und ganz einfach.“ Aufwendig kochen mag sie nämlich nicht. „Ich lade sehr gerne Freunde zu mir ein. Aber dann ganz kompliziert und viel in der Küche rumrennen, nee. Lieber entspannt.“ Sie wickelt Kartoffelhälften samt Rosmarinzweigen in Alufolie und lacht. „Die sehen ja aus wie Bonbons!“ Ab in den Ofen damit.

Frau mit vielen Facetten

Fleischfan Jennifer Knäble legt die Entrecôte-Steaks auf den Teppanyaki-Grill.
Fleischfan Jennifer Knäble legt die Entrecôte-Steaks auf den Teppanyaki-Grill.

Gemeinsam schälen wir die Äpfel für die Rote Soße und schneiden sie klein. „Zum Frühstück schnipple ich mir auch immer etwas Obst.“ Zum Frühstück? Nachts? Jenny lacht. „Ja, das muss sein. Anders werde ich nicht wach. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt um zwei Uhr morgens zu frühstücken. Im Moment mache ich mir immer eine Schüssel Chia-Samen mit Mandelmilch, Zimt und frischem Obst. Das ist superlecker.“ Immer esse sie allerdings nicht so gesund, verrät die Moderatorin, während sie die Apfelstückchen mit Apfelwein, Essig, Zitronensaft und Zitronenabrieb zusammen in einen Topf gibt und die Platte anstellt. „Ich stehe ja schon auch auf ‚Deftiges‘. Heute Abend zum Beispiel grillen wir gemeinsam mit Freunden American Burger, das ist genau mein Ding.“ Jetzt die Cola. Jenny kippt die Hälfte der Flasche in einen separaten Kochtopf. Einige Minuten dauert es, bis die braune Brause zunehmend zäher wird. „Na also, sieht doch schon wie Sirup aus.“ Jenny schüttet die Masse in den anderen Topf und rührt sie unter. Wir geben Tomatenmark, Peperoni, Knoblauch, Senf, Paprika- und Currypulver dazu. „Sieht lecker aus“, sagt Jenny, „da bekomme ich schon richtig Hunger“. Vor allem auf die Entrecôte-Steaks, die wir als nächstes zubereiten.

„Ich bin ein ziemlicher Fleischfresser“, gesteht die Moderatorin „Ich liebe deutsche Hausmannskost! Haxe mit Kraut mag ich auch super gerne.“ Eine Ess-Vorliebe, die man Jenny mit ihrer zierlichen Figur nicht zugetraut hätte. „Bei aller Liebe zum Essen achte ich natürlich aber schon auch auf die Figur“, sagt sie, während sie die Steaks mit Öl einreibt. „Dann verzichte ich zum Beispiel mal auf Kohlenhydrate abends.“ Zumal die Moderatorin eine echte Sportskanone ist: „Von nix kommt leider nix. Deshalb gehe ich joggen, direkt am Main. Oder mache ganz klassisch Fitnessübungen, im Kurs oder zuhause. Zwei Jahre habe ich auch mal geboxt.“ Jenny dreht den Teppanyaki-Grill hoch, träufelt etwas Öl auf die Platten. Ihre größte Leidenschaft jedoch sei lange Zeit das Tanzen gewesen. „Ich wollte schon als ganz kleines Kind Primaballerina werden. Da habe ich meine Mutter mit drei Jahren so lange genervt, bis wir zusammen alle Tanzschulen abgeklappert haben. Irgendwann fanden wir tatsächlich eine, die mich so jung als Schülerin akzeptiert hat. Tja, und dann habe ich angefangen. Im rosa Tutu, mit allem Drum und Dran. 13 Jahre lang habe ich Ballett getanzt.“ Mit einer Grillgabel legt Jenny das Fleisch auf. Es zischt und spritzt. „Parallel dazu, seitdem ich vier war, habe ich Karate gemacht. Lustige Kombi oder?“, sagt Jenny, „ebenfalls 13 Jahre lang. Ich habe sogar den braunen Gürtel!“ Sie gibt den Knoblauch, Thymian und Rosmarinzweige auf den Grill, dann – nach ein paar weiteren Sekunden – wendet sie das Fleisch. „Klar, manchmal bereue ich es, dass ich aufgehört habe. Wenn man da weitergemacht hätte, wie gut hätte man noch werden können, in beidem. Aber so ist das, wenn man 16, 17 ist. Da hat man dann anderes im Kopf.“ Die Steaks sind fertig gebraten. Wir legen sie auf Teller, pfeffern und salzen sie. Jenny rührt noch schnell die Sour Cream aus saurer Sahne und Creme fraîche an. Dann kann gedeckt werden. „Zu Tisch“, ruft sie. Gemeinsam tragen wir auf und nehmen Platz.

In guter Gesellschaft

Bezaubernde Jenny Knäble...
Bezaubernde Jenny Knäble…

Auch zuhause sitzt Jenny nicht einsam beim Essen. Mit FFH-Radiomoderator Felix Moese ist sie nun seit über einem Jahr liiert. Eine harmonische Verbindung – auch in der Küche. „Wir kochen oft und gerne zusammen. Und frühstücken sonntags ganz ausführlich, mit Schinken-Omelette, Joghurt, Müsli, frisch gepresstem Orangensaft, wir zelebrieren das dann richtig. Manchmal kocht Felix auch für mich. Und da kommt sogar meistens was bei rum!“ Wir stoßen mit Apfelsecco an, dann endlich geht es ans Probieren. „Hmm, lecker, das haben wir doch gut hingekriegt, oder?!“, schwärmt Jenny. „Und dabei hatte ich keine Minute das Gefühl von Arbeit. Es heißt ja immer, die besten Partys finden in der Küche statt – und das ist auch so“, sagt sie. „Obwohl es hier wie sonst auch im Leben mehr darauf ankommt, mit wem, statt was oder wo.“ Recht hat sie. Und gleichzeitig sind wir uns sicher: Mit Jenny an der Seite macht vermutlich alles Spaß.


Jennys Frankfurter Rote Soße
mit Minuten-Steaks und Jacket Potatoes

ZUTATEN für 4 Personen

Jenny Knäbles Frankfurter Rote Soße mit Minuten-Steaks und Jacket Potatoes
Jenny Knäbles Frankfurter Rote Soße mit Minuten-Steaks und Jacket Potatoes

Für die Rote Soße

100 Gramm Tomatenmark
100 Milliliter Apfelwein
2 Äpfel
10 Milliliter weißen Balsamicoessig
¼ Teelöffel Paprikapulver
¼ Teelöffel Madras Currypulver
2 Peperonis
2 Knoblauchzehen
½ Zitrone inklusive Abrieb
2 Esslöffel Senf
0, 25 Liter Coca-Cola
Salz, Pfeffer

Für die Minuten-Steaks

4 dünne Entrecôte-Steaks
1 angedrückte Knoblauchzehe
jeweils 1 Zweig Rosmarin und Thymian
Meersalz, gestoßener Pfeffer
Öl zum Braten

Für die Jacket Potatoes

4 große, mehlige Kartoffeln
4 Zweige Rosmarin
etwas Olivenöl

Für die Sour Cream

200 Gramm saure Sahne
200 Gramm Créme fraiche
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Zunächst die Kartoffeln mit kaltem Wasser gründlich waschen, bürsten, dann in zwei Hälften schneiden. Mit Öl einstreichen und jede Kartoffel mit einem Zweig Rosmarin in Alufolie einwickeln. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Umluft etwa 45 Minuten backen. Für die Frankfurter Rote Soße die Äpfel schälen und zusammen mit Apfelwein, Essig, Zitronensaft und -abrieb weich kochen. Die Cola im separaten Kochtopf zu einem Sirup reduzieren (Achtung, brennt leicht an!). Anschließend den Sirup, Tomatenmark, Knoblauch, Senf und Gewürze zum Apfelmus dazugeben, verrühren, pürieren und abschmecken. Die Steaks werden erst mit Öl eingerieben unddann in der heißen Pfanne oder auf dem Teppanyaki-Grill jeweils eine Minute von jeder Seite unter Zugabe der Kräuter und des Knoblauchs gebraten. Für die Sour Cream saure Sahne und Creme fraîche mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Apfelwein: JB Streuobstwiese 2014 von Jens Becker

Apfelsecco: Apfelwalzer von der Edelbrennerei Dieter Walz

Danke an: Das Küchenhaus Süd für die Location, das Scheck-In Center Frankfurt für die Entrecôte-Steaks und die Apfelweinhandlung Jens für Apfelwein und Apfelsecco. Jenny Knäble wurde von der Make-Up-Artistin Negin Mahmoudi von der Famous Face Acadamy Frankfurt gestylt und geschminkt.

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