Ciro Cavallo und Michael Schramm
Ciro Cavallo und Michael Schramm

Italien kann so nah sein. Seit fast 40 Jahren pilgern die Frankfurter ins Ristorante Isoletta im Westend, um sich wie im „bel paese“ zu fühlen. Freundschaftliche Atmosphäre ist das Markenzeichen der Familie Cavallo, die inzwischen mehr als zehn Restaurants im Rhein-Main-Gebiet unterhält. Nun ist der Unternehmer Michael Schramm finanziell eingestiegen, um die Marke noch populärer und zukunftsfester zu machen.

Zusammen mit Ciro Cavallo, dem erfolgreichen Wirt aus der Feldbergstraße 31, hat der ehemalige Chef der Privatbank „Hauck & Aufhäuser“ Michael Schramm die Isoletta-Holding gegründet. Ziel ist es, Einkauf, Investitionen und Buchführung zu professionalisieren und damit die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Auch Investoren für neue gastronomische Projekte sollen gefunden werden.

Ciro Cavallo und Michael Schramm vor dem Isoletta auf der Feldbergstraße
Ciro Cavallo und Michael Schramm vor dem Isoletta auf der Feldbergstraße

Isoletta als Franchise

Die „Mutter“ Isoletta wird dabei immer der klassische Italiener bleiben – mit der facettenreichen, traditionellen italienischen Küche, die von der UNESCO sogar zum Weltkulturerbe erklärt wurde. „Diese Form ist wohl die anspruchsvollste Art, ein Restaurant auf Spitzenniveau zu führen“, so Schramm. Aber das Grundprinzip aus frischen mediterranen Gerichten haben wir mit unserem Trattoria-Konzept Isoletta Pinsa-Mozzarella-Pasta nun multiplizierbar gemacht.“

Michael Schramm schwebt für das weitere Wachstum ein Franchise-System vor, bei dem die jeweiligen Betreiber eines Lokals erheblich am Gewinn beteiligt werden. Seine Offerte: „Alle, die vom Isoletta-Stil genauso fasziniert sind wie ich, können mitmachen.“ Das sei auch ein Angebot an fähige Gastronomen, die durch die Pandemie in Schwierigkeiten geraten seien. „Wir können ihnen ein schützendes Dach geben.“ Niemand muss deshalb Angst um seinen jeweiligen Lieblings-Italiener haben. „Es hat nur Vorteile“, sagt Ciro Cavallo. Die Wirte könnten sich ganz auf ihre Küche und das Personal konzentrieren. „Michael schaut auf die Zahlen, Statistiken und kümmert sich um den zentralen Einkauf.“ Das sei die perfekte Mischung.

Ciros Brüder Salvatore (er hatte sich als erster am Main etabliert) und Mario sind mit dabei. Sie betreiben eigene Restaurants und stehen hinter der nun gewählten Kombination aus Kopf und Bauch. Das Trio hat den Namen „Isoletta“ zum Inbegriff italienischer Lebensart gemacht hat.

Salvatore Cavallo und Michael Schramm im neuen Wiesbadener Isoletta Steak & Pasta
Salvatore Cavallo und Michael Schramm im neuen Wiesbadener Isoletta Steak & Pasta

Inzwischen hat Michael Schramm die Markenrechte für „Isoletta“ erworben. Ihm schwebt vor, dass alle „Inselchen“ (ital.: Isoletta) für verlässliche Frische und Qualität stehen und dazu auch noch gutes Geld verdienen. „Es ist reizvoll, das Trattoria-Konzept auszurollen.“ Der 52-jährige Geschäftsmann denkt dazu an den Verkauf von ausgewählten Weinen, edel gepressten Olivenölen und weiteren italienischen Feinkostprodukten. Selbstverständlich gehörten auch selbst gemachte Mozzarella, Pasta, Pinsa und eigene Saucen mit frischen Zutaten dazu.

Ökonom und Gastronom

Schramm ist ein neugieriger Projektantreiber. Vor einigen Jahren wechselte der gebürtige Kieler vom Finanz- zum Immobiliengeschäft. Heute gehören ihm mehr als ein Dutzend Boarding-Häuser sowie diverse Hotels, vor allem in Frankfurt. Das Modell, den vorübergehend in einer Stadt Beschäftigten individuelle Unterkünfte mit Service zu bieten, führte fast logisch dazu, sich mit gastronomischen Fragen zu beschäftigen. Und was lag da näher, als mit seinem Freund Ciro etwas Neues aufzuziehen?

„Ciro steckt voller Einfälle“, sagt der Ex-Bankier. „Er ist nicht nur ein Menschenfänger, der seine Gäste mit der Gitarre unterhalten kann. Vor allem entwickelt er ständig überzeugende kulinarische Ideen.“ Das hat der Kalabrier, der mit 14 Jahren nach Deutschland kam, schon oft bewiesen.

So hat er die Pinsa ins Land gebracht, die schon die alten Römer auftischten. Fans behaupten, der Teig schmecke noch besser als der einer Pizza. Er besteht aus Weizen-, Soja- und Reismehl, dazu Sauerteig und Hefe und reift über 72 Stunden. Das Ganze schmeckt leicht, knusprig und ist dazu glutenarm und kalorienreduziert. Belegt wird die Pinsa, wenn sie aus dem Ofen kommt.

Ciro Cavallo brachte die Pinsa nach Deutschland. Auch der Mozzarella ist hausgemacht
Ciro Cavallo brachte die Pinsa nach Deutschland. Auch der Mozzarella ist hausgemacht

Die Pinsa aus dem Hause Cavallo ist eine Attraktion. Probieren kann man sie in der Isoletta an der Berger Straße im Nordend, wo Ciro schon seit 5 Jahren einen Hotspot mit seiner selbst gemachten Mozzarella und der Pinsa geschaffen hat.

Fisch und Fleisch

„Wir wollen jetzt an zusätzlichen Standorten vertreten sein“, kündigt Michael Schramm an. Das gelte nicht nur für Pasta und Pinsa. Fisch und Fleisch möchte er im Angebot trennen, weil sich so besondere Erlebniswelten mit Spezialitätenangeboten schaffen lassen.

„Steak und Pasta“ gibt es schon jetzt in Wiesbaden und Neu-Isenburg. Demnächst wird mit der Pescaletta ein Fisch- und Pasta-Restaurant in einem Wiesbadener Art-Déco-Hotel die Tore öffnen, das Schramm kürzlich übernommen hat.

Isoletta Steak & Pasta auf der Taunusstraße in Wiesbaden
Isoletta Steak & Pasta auf der Taunusstraße in Wiesbaden

„In unserem Aushängeschild an der Feldbergstraße wird aber weiter sowohl Fisch als auch Fleisch serviert“, versichert der unterhaltsame Norddeutsche, der auch ein kühler Rechner sein kann. Nach Jahrzehnten ist das „Ristorante Isoletta“ im Westend in nur sieben Tagen rundumerneuert worden. Groß auffallen tut es nicht. „Genau das war die Absicht“, erläutert Schramm. „Die Stammgäste lieben die authentische Atmosphäre.“

Isoletta Steak & Pasta in Wiesbaden mit schöner Terrasse
Isoletta Steak & Pasta in Wiesbaden mit schöner Terrasse

Hier trifft sich die Frankfurter Gesellschaft und regelmäßig sieht man Prominenz aus Sport, Show und Politik in der Feldbergstraße. Das Lokal im Westend mit der großen Terrasse ist für seine Freunde ein Wohnzimmer.

Neues Flaggschiff

Das Trattoria-Flaggschiff der Isoletta-Flotte geht auf große Fahrt. Gestern eröffnete ein weiträumiges Restaurant an der Mainzer Landstraße 176. Einen prominenten Investor haben Michael Schramm und Ciro Cavallo schon mit Hasan Salihamidžić gefunden. Der Sportvorstand von Bayern München ist von dem Vorhaben begeistert. „Es wird italienische Musik aus den 80er-Jahren laufen. Der Ofen ist mitten im Laden und einen Marktstand gibt es auch.“ In dem Gebäude wird eine zentrale Produktion für Pasta, Mozzarella und den Pinsateig untergebracht. „Vielleicht installieren wir auch eine Kamera, um zu zeigen, wie alles entsteht.“

So sieht das Isoletta Pescaletta auf der Mainzer Landstraße aus
So sieht das Isoletta Pescaletta auf der Mainzer Landstraße aus

„Der Markt professionalisiert sich. Gastronomie und Gäste werden davon profitieren.“
– Michael Schramm, Isoletta Holding

Michael Schramm lächelt. Es geht voran. Ein Kühlwagen ist angeschafft. Die Einheiten sind vernetzt. Die Digitalisierung mache auch den Wareneinsatz und die Nachfrage nach den einzelnen Produkten transparent, berichtet er. Das sei für Geldgeber wichtig, die früher davor zurückgeschreckt hätten, in die unübersichtliche Branche zu investieren.

Zunächst will man die Marke „Isoletta“ im Rhein-Main-Gebiet fest verankern. „Ich glaube, es passiert gerade etwas Besonderes. Der Markt professionalisiert sich. Die Gastronomie und die Gäste werden davon profitieren.“


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