Die 11-jährige Mira Modi hat ein großes Interesse an digitaler Sicherheit
Die 11-jährige Mira Modi hat ein großes Interesse an digitaler Sicherheit

Was treiben Elfjährige in ihrer Freizeit? Mit den Freunden spielen, Sport treiben, malen oder Musik hören – und Passwörter erstellen. Mit letzterem beschäftigt sich zumindest Mira Modi, die in ihrem zarten Alter schon ein eigenes Business betreibt und kryptografisch sichere Passwörter erstellt und verkauft.

Sechstklässlerin bessert Taschengeld auf

Die Elfjährige ist Tochter der Journalistin und Autorin Julia Angwin, deren Spezialgebiet auf Privatsphäre im Internet liegt und mit „Dragnet Nation“ ein Buch über die Überwachungswirtschaft veröffentlicht hat. Für ihre Recherchen hatte Angwin ihre Tochter darum gebeten, Diceware-Passwörter zu generieren. Mira kam die Idee, daraus ein kleines Business zu machen, um ihr Taschengeld aufzubessern.

„Es mag verrückt klingen, ein Passwort zu kaufen. Aber eines selbst zu machen, ist viel verrückter“ — Mira Modi

Zuerst verkaufte sie die händisch mit Würfel und Stift erstellten Passwörter nur auf den Buch-Events ihrer Mutter, was aber nur wenig Umsatz brachte. Eine eigene Website musste her. Auf Dicewarepasswords.com verkauft sie sichere und zugleich einprägsame Passphrasen, die sie nach dem Diceware-Passwortverfahren in Handarbeit erstellt.

Für die Generierung einer Diceware-Passphrase werden mehrere Wörter aus einer speziellen Wortliste nach dem Zufallsprinzip regelrecht zusammengewürfelt und zu einer Phrase verbunden. Als Zufallsgenerator fungiert ein handelsüblicher Würfel, der für jedes einzelne Wort fünfmal geworfen werden muss. Die ermittelten Zahlen werden zu einer fünstelligen Zahl zusammengefügt. Das mit der Zahl korrespondierende Wort wird aus der Wortliste gewählt und stellt einen Teil der Passphrase dar. Eine komplette Passphrase sollte nach Angaben des Entwicklers der Methode, Arnold G. Reinhold, aus mindestens sechs Wörtern bestehen, alternativ aus fünf Wörtern und einem Zeichen.

Die Passwörter werden auf dem Postweg verschickt.
Die Passwörter werden auf dem Postweg verschickt.

Passwort-Shop — US only

Modi verschickt ihre Passwörter übrigens recht sicher auf dem Postweg und nicht via E-Mail. Sie betont zwar, dass sie sich die erstellten Passwörter unmöglich merken könne, der Sicherheit halber solle man das erhaltene Passwort minimal verändern, sodass man auf der sicheren Seite sei. Leider bietet sie ihren Service nur in den USA an, sodass wir hierzulande die Würfel noch selbst werfen müssen.