Ist Hardy Krüger Jr. mal nicht vor der Kamera, so auf einem fernen Kontinent. Top Magazin Frankfurt hat ihn in die Küche geholt – und entdeckt: Der Mann weiß, welche Zutaten es braucht. Und das nicht nur kulinarisch.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Deswegen sind wir sehr gespannt darauf, was uns unser heutiger Prominenter, der Schauspieler, Fotograf und leidenschaftliche Weltenbummler Hardy Krüger Jr., beim gemeinsamen Kochnachmittag alles verraten wird. „Die Küche ist immer der kommunikativste Ort, schlau ausgedacht“, lobt Hardy, als er bei strahlendem Sonnenschein am Poggenpohl Forum Frankfurt eintrifft.

Muskulös, braun gebrannt, die Sonnenbrille in die Haare geschoben und in einem sportivsommerlichen Outfit, erinnert der TV-Star an seine frühere Rolle als Surferboy in der Serie „Gegen den Wind“. Er komme gerade aus Wien, erzählt er, tags zuvor Hamburg. „Frankfurt mag ich aber auch sehr gerne. Die Skyline natürlich, aber auch die besondere, diese lebendige Atmosphäre.“

Die Wahl des Gerichts – ein Burger mit Straußenfleisch – hat mit der Liebe für das Land seiner Kindheit zu tun: Tansania. Hardy ist hier auf der Farm seines Vaters aufgewachsen. Immer wieder hat es ihn dann auch als Erwachsenen nach Afrika zurückgezogen, auf Reisen – und für seine Tätigkeit als Unicef-Botschafter. „Wenn ich afrikanischen Boden unter den Füßen habe, fühle ich mich wie zu Hause“, erklärt er, während er die Top Magazin-Schürze umlegt, „die Sonne, das Licht, die Natur, das erzeugt eine einzigartige, unverwechselbare Stimmung. Fremd und gleichzeitig vertraut.

Nach zwei Stunden ist man komplett entschleunigt.“ Wir hingegen beschleunigen erst einmal und fangen an. Als erstes muss die Schale runter – von den Süßkartoffeln. Das geht Hardy schnell von der Hand. Kein Wunder, ist er doch gelernter Koch. „Nicht alle Frauen sind erfreut, wenn immer nur der Mann in der Küche ist, aber ich finde, hier darf die Gleichberechtigung nicht Halt machen“, sagt er augenzwinkernd. „In meiner Familie standen schon immer die Männer am Herd. Halt, nein“, korrigiert er sich gleich darauf und hält kurz inne, „meine Mutter kocht total gerne.“ Die ist ja auch Italienerin! Da möchten wir natürlich sofort wissen, ob sich das italienische Temperament durchgesetzt hat: „Ja, doch, da ist viel Feuer“, gesteht Hardy. Und stellt den Backofen an.

Cut

Hardy Krüger Jr.
Hardy Krüger Jr.

Die Süßkartoffeln in Stifte schneidend, sprechen wir über die Berufung zum Künstlerdasein. Als Sohn eines Schauspielers von Weltrang und einer malenden Mutter – ist die eigene Laufbahn da nicht schon vorgezeichnet? „Na klar, die Eltern prägen einen natürlich“, antwortet er. „Und der Zugang zur Kunst war irgendwie auch seit jeher da: Ich fühlte mich immer schon zu den schönen Formen und Dingen hingezogen.“

Doch mit 16 Jahren ging es zunächst einmal in die Gastronomie, nach Berlin, zur Ausbildung als Hotelfachmann. „Ich wollte schnell auf eigenen Beinen stehen. Da dachte ich: Gehst du ins Hotel! Dort habe ich dann die Leidenschaft fürs Kochen entdeckt. Ich liebe Kochen. Hochwertige Zutaten. Es gibt nichts Besseres, als samstags aufzustehen, gemütlich einen Kaffee zu trinken, dann auf zum Markt. Sich inspirieren lassen. Frische Produkte einkaufen. Und dann zu Hause langsam vor sich hin kochen. Fantastisch.“ Hardy schneidet die letzte Süßkartoffel in drei Stifte. „Ab in den Ofen damit!“

In Szene gesetzt

Hardy Krüger Jr.
Hardy Krüger Jr.

Es geht ans Eingemachte, Eingelegte: mariniertes Straußenfleisch. „Straußenfilet ist ein tolles Fleisch, mager, ganz toll im Geschmack. Sehr speziell.“ Hardy salzt und pfeffert das Fleisch von beiden Seiten, legt die Filets auf den Teppanyaki-Grill und brät sie kurz scharf an.

Auf eine ausgewogene Ernährung legt der Schauspieler großen Wert. Ein Kohlenhydrat-Tag in der Woche ist erlaubt, an den anderen Tagen überwiegend Eiweiß und Ballaststoffe. „Ich würde natürlich gerne ganz viel Pasta essen, aber als begeisterter Hobbysportler weiß ich, dass das nur in Maßen empfehlenswert ist.“ Sport und Kalorienzählen – nicht das Dolce Vita in Reinkultur. Doch wenn man Hardy so anschaut, muss man zweifellos anerkennen: Es funktioniert.

Gänzlich frei von Eitelkeit? „Wohl nicht. Auf einer Skala wäre ich eine … hmm … eine Acht vermutlich“, schätzt Hardy. „Aussehen ist mir schon wichtig.“ Angesichts dieser Einordnung erscheint es nur folgerichtig, dass Hardy Krüger Jr. als Markenbotschafter für das Luxus-Outlet Wertheim Village tätig ist und mit diesem im Rahmen einiger seiner kreativen Projekte wie Fotoausstellungen zusammenarbeitet.

Und auch privat achtet Hardy penibel auf die Zusammenstellung seines Outfits: „Kleidungsstil ist eine Form des persönlichen Ausdrucks. Bei Farben ticke ich auch wieder italienisch. Ich mag es farbenfroh, das zeugt für mich von Lebensfreude.“ Er nimmt die Filets vom Grill, legt sie in eine feuerfeste Form und schiebt diese in den Ofen. „Im Gegensatz zu vielen anderen Männern finde ich es toll, zu shoppen. Ich verliebe mich oft in Dinge, in Accessoires und …“ – „Schuhe?“ – „Ja“, Hardy grinst, „Schuhe auch. Da bin ich wohl schlimmer als manche Frau.“

Alles nach Rezept

Hardy Krüger Jr.
Hardy Krüger Jr.

Hardy wirft eine Handvoll Pinienkerne in die Pfanne, röstet sie, wendet sie gekonnt in der Luft. Ein Mal, zwei Mal. Jetzt das Dressing. Wenn einem das eigene Äußere so wichtig ist, wie geht man mit den für eine Rolle notwendigen optischen Veränderungen um? „Das ist doch mein Job. Wenn ich das nicht aushalte, darf ich die Rolle nicht annehmen“, sagt Hardy und rührt Balsamico, Öl, Senf und Honig zusammen.

Für die deutsch-österreichische Fernsehproduktion „Stauffenberg“ hat sich der 1,83 Meter große Schauspieler 2004 bis auf 74 Kilogramm herunter gehungert. Und im Theaterstück „Ziemlich beste Freunde“ spielt er in Hamburg gerade den gelähmten Philippe, eine Rolle, die absolute Disziplin erfordert. „Quasi nur mit der Stimme zu spielen, nichts über den Körper zu machen, das war schon eine Herausforderung.“ Was ist für ihn schwieriger zu spielen, Theater oder Film? „Es ist anders“, sagt Hardy. Er holt das Fleisch aus dem Ofen, nimmt ein Messer und schneidet ein Stück Filet zur Begutachtung ein.

Theater zu spielen, so eine Theorie im Schauspielunterricht, sei wie die OP mit einem Skalpell, erklärt er. Rosa und saftig klafft das Filetstück auf. Zufriedenes Nicken: „Ja, das sieht gut aus. So muss das aussehen!“ Die Filmschauspielerei sei hingegen wie eine OP mit Laser. „Die Kamera sieht durch dich durch, die durchleuchtet dein Inneres, da musst du ganz offen sein“, sagt er. „Du musst die Rolle sein, nicht spielen.“

Dieses Wissen gibt Hardy auch an seine Schauspielschüler weiter, die er als Dozent der Schauspielakademie Linz unterrichtet. „Die Arbeit macht Riesenspaß, aber man braucht gute Nerven.“ Sein pädagogisches Vorbild: kein Geringerer als John Keating, der Englischlehrer des Films „Der Club der toten Dichter“. „O Captain! My Captain!“ Wir erinnern uns an Robin Williams in dieser seiner Paraderolle. Im Künstler-Business glücklich zu sein, ist das schwierig? „Man muss sich Freiräume schaffen, Freunde behalten, man selbst bleiben, sonst wird es gefährlich.“ Hardy legt ein Filet auf die untere Hälfte des Burgerbrötchens. „I reached a point in my life where I do not want to waste more time with what displeases me or hurts me”, zitiert Hardy den portugiesischen Schriftsteller José Micard Teixeira, „eine gute Einstellung, finde ich.” Er drapiert Salat, Feigen und Ziegenkäse. Fertig.

Schärfentiefe

Hardy Krüger Jr.
Hardy Krüger Jr.

Bei einer Flasche Dieter Meier Puro Malbec/Cabernet Sauvignon sitzen wir zusammen, genießen das zarte, aromatische Fleisch des Burgers, knusprig-würzige Süßkartoffelpommes und sprechen über Hardys fünfte große Leidenschaft – neben Reisen, Kochen, Schauspielerei und Mode ist das die Fotografie.

Auch diese Passion bringt ihn von einem Ort zum nächsten. So ist er heute mit einem Kleinlaster unterwegs, transportiert darin Bilder für eine seiner nächsten Ausstellungen. Sein Lieblingsmotiv? „Da bin ich nicht festgelegt“, sagt er. „Ich lasse mich von allem, was ich sehe, inspirieren. Er nimmt einen großen Schluck Wein. „Es geht mir um Träume, um Menschen, um Illusionen. Bilder emotionalisieren die Menschen und jedes Foto hat eine Geschichte, das reizt mich daran.“

Sein eigenes Lieblingsbild ist „ein Mädchen in einer Wolke von 2.000 Menschen, ganz in sich gekehrt. Ein privater Moment – in der Masse.“ Weg von der Masse, an einen Ort, an dem bisher nicht viele Menschen waren, dorthin würde Hardy gerne zu seiner nächsten Reise aufbrechen: Putao in Myanmar. „Ein nahezu unberührtes Fleckchen Erde.“ Mit der Bestimmung des Sehnsuchtsortes endet unser Zusammensein. Auf seine Reisen – zurück in die Kindheit, in seine beruflichen Anfänge, in ferne Länder und menschliche Tiefen – hat Hardy uns heute ein Stück weit mitgenommen.

Hardy Krüger Jr.s Straussen-Burger mit Süsskartoffel-Pommes Frites

ZUTATEN für 4 Personen

Hardy Krüger Jr.s Straussen-Burger mit Süsskartoffel-Pommes Frites
Hardy Krüger Jr.s Straussen-Burger mit Süsskartoffel-Pommes Frites

Für das Patty

  • 4 Straußenfiletsteaks (à 120 Gramm)
  • 4 Burgerbrötchen
  • 5 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Esslöffel Zitronensaft (frische Zitrone)
  • 1 Rosmarinzweig
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz
  • Pfeffer (frisch gemahlen)

Für die Pommes Frites

  • 4 große Süßkartoffeln

Für das Topping

  • 30 Gramm Pinienkerne
  • 150 Gramm Friséesalat
  • 3 Teelöffel Balsamico
  • 3 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Teelöffel Senf
  • 1/2 Teelöffel Honig
  • 4 Feigen (frisch)
  • 4 Ziegenfrischkäse (klein)

Weinempfehlung

  • Dieter Meier Puro Malbec/Cabernet Sauvignon Ojo de Vino SA, Mendoza – Argentinien (Bio)

Zubereitung

Hardy Krüger Jr.s Straussen-Burger mit Süsskartoffel-Pommes Frites
Hardy Krüger Jr.s Straussen-Burger mit Süsskartoffel-Pommes Frites

Die Straußenfilets waschen und trocken tupfen. Für die Marinade Olivenöl mit Zitronensaft verrühren, dann Rosmarinnadeln, Lorbeerblätter und fein gehackte Knoblauchzehen dazu geben.

Das Fleisch und die Marinade zusammen in einen Gefrierbeutel füllen und über Nacht verschlossen ziehen lassen. Für die Süßkartoffel-Pommes Frites die Kartoffeln schälen und in Stifte schneiden. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit wenig Öl beträufeln und bei 200 Grad Umluft etwa 20 Minuten backen, nach der Hälfte der Zeit wenden. Je nach Belieben mit Salz und Pfeffer würzen.

Das Fleisch nach Entnehmen aus der Marinade gut abtropfen lassen, trocken tupfen, salzen und pfeffern. Das Straußenfilet von allen Seiten kurz anbraten, dann im vorgeheizten Ofen bei 130° Celsius etwa 10 Minuten fertig garen. Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Friséesalat putzen, waschen, trocken schütteln und mundgerecht zerkleinern.

Für das Dressing Balsamico, Öl, Senf und Honig mixen und mit dem Salat vermengen. Feigen in Scheiben schneiden. Ziegenkäse einmal waagrecht teilen. Die unteren Hälften der Brötchen mit je einem Filet belegen, den marinierten Salat darauf verteilen. Feigenund Käsescheiben drapieren und mit Pinienkernen bestreuen. Die zweite Brötchenhälfte auflegen.

Danke an: Poggenpohl Forum Frankfurt für die Location, der Straußenfarm Tannenhof für die Filets, dem Scheck-In Center Frankfurt für die Bereitstellung der Zutaten und Ojo de Agua für den Wein. Hardy Krüger Jr. wurde von Wertheim Village eingekleidet und von den Make-Up-Artists Maren und Elba von der Famous Face Academy Frankfurt gestylt.