1910 gegründet, gehört die heutige Rahn AG zu den ältesten Foto- und Leica-Händlern der Welt. Spezialisiert auf hochwertige Leica Kameras und Zubehör, zieht das Familienunternehmen internationale Kunden nach Frankfurt. In der Leica Galerie ist Fotokunst von musealem Rang zu sehen und zu kaufen. Wir sprachen mit Mitinhaber Qaiser R. Malik und Kurator Martin Trippen über die Faszination Leica und Stars der Szene.

„Leica kann man rational nicht erklären. Man muss eine Kamera besitzen, um zu verstehen, was man hat“, schwärmt Qaiser R. Malik. Er muss es wissen, seit fast 30 Jahren arbeitet der Fotokaufmann für das Traditionshaus, das in vierter Generation geführt wird. Noch in der Kaiserstraße hatte Gründer Georg Rahn vor über hundert Jahren als einer der ersten mit professionellen Laborarbeiten begonnen. Befreundet mit Ernst Leitz II, der 1925 die erste serienmäßig gebaute Leica Kamera auf den Markt brachte, wurde Rahn zum Spezialisten der ersten Stunde, machte die Marke Leica über Deutschland hinaus bekannt und alles, was weltweit in der Fotografie Rang und Namen hatte, kam zu ihm, darunter Größen wie Edward Quinn und Henri Cartier-Bresson.

Leica ist mehr als eine Kamera

Qaiser R. Malik
Qaiser R. Malik
(© Top Magazin Frankfurt)

Qaiser R. Malik und Nicolas Uhl, ein Nachfahre von Georg Rahn, vertreten ein klares Credo: „Eine Leica ist ein Kunstwerk und sollte entsprechend gewürdigt werden, auch durch eine wertige, ansprechende Präsentation der Technik und des fotografischen Endprodukts, da wollen wir als Unternehmen eine Brücke bauen.“ Seit 2004 haben das moderne Ladengeschäft und die Leica Galerie ihren Sitz in der Altstadt, unweit des Goethe-Hauses. „Die Menschen sollen sich bei uns wohlfühlen, eine gewisse Geborgenheit empfinden“, so Malik. Im Ambiente einer eleganten Lounge präsentieren Schauvitrinen unzählige Ikonen der Schwarz-Weiß- Fotografie, darunter die legendären Kameras des M-Systems. Selbstredend sind alle analogen und digitalen Leica-Neuheiten verfügbar. Außerdem kann man in prächtigen Bildbänden schwelgen. „Zweimal im Jahr veranstalten wir eine Auktion, die den Einlieferern von Raritäten und seltenen Fotografien einen internationalen Maßstab bietet, der Katalog für die nächste Auktion am 2. Dezember wird schon sehnlichst erwartet“, erläutert Malik.

Top Shots des 20. Jahrhunderts

Martin Trippen und Qaiser R. Malik
Martin Trippen und Qaiser R. Malik (© Top Magazin Frankfurt)
Kurator Martin Trippen, der lange an der Leica Akademie in Solms-Wetzlar tätig war, bringt es auf den Punkt: „Leica ist wie eine Familie, die Marke verbindet Menschen aus allen Bevölkerungsschichten. Jeder, der mit der Leica Kamera arbeitet, versucht unvergessliche Momente so detailgetreu als möglich im Bild festzuhalten.“ In der Leica Galerie finden Liebhaber und Sammler etliche der Top Shots des 20. Jahrhunderts, ein Portfolio, das ständig ausgebaut wird, darunter seltene Vintage-Abzüge alter Meister, aber ebenso junge Fotografen, welche durch die Galerie gefördert werden. In den Räumlichkeiten der Galerie werden „Emotionen“ spürbar, wie Trippen formuliert: „Mit der Leica zu fotografieren, löst diese Emotionen aus. Es macht etwas mit dem Menschen, wodurch andere Ergebnisse entstehen. Sehr gut in unserer Galerie vertreten ist der Magnum-Fotograf Thomas Hoepker, dessen ikonenhafte Bilder des Box-Champions Muhammad Ali Zeitgeschichte dokumentieren, sowie auch seine Arbeiten zu 9/11. Jürgen Schadeberg, Luis Castañeda, Nomi Baumgartl, Manuel Pandalis, Rainer W. Schlegelmilch und andere Größen haben wir ausgestellt, sind bei uns erhältlich. Diese Qualität finden Sie exklusiv in unseren Galerieräumen. Unsere Kunden suchen das Besondere, die Wertanlage, und das verbunden mit dem Gefühl, etwas dauerhaft Interessantes gekauft zu haben, und nicht nur reine Dekoration. Wenn dann noch zu unseren Vernissagen die prominenten Fotografen persönlich kommen, wie demnächst Elliott Erwitt, ist die Begeisterung riesig.

www.foto-rahn.com

(jf)