Wohl keine Stadt der Welt übt eine solche Faszination aus wie New York. Keine Stadt hat dieses Tempo und auch 9/11 konnte dem unerschütterlichen Selbstvertrauen der New Yorker nichts anhaben. Durch das konsequente Durchgreifen des populären Ex-Bürgermeisters Rudy Giuliani und seine „Zero Tolerance“-Strategie hat sich die Kriminalitätsrate seit dem Höhepunkt der Crackwelle in den 90er Jahren um 75 Prozent verringert, und so zählt New York inzwischen zu den sichersten Großstädten der Welt. Der Winter ist eine ideale Reisezeit für einen kurzen Trip nach New York, nicht nur zum „Christmas Shopping“, das bei dem jetzigen Dollarkurs noch mehr Spaß verspricht, wenn nur die Hotelpreise nicht wären…

Zuallererst sollte man sich den richtigen Überblick verschaffen: Hierfür ist ein Besuch des Empire State Buildings Pflicht. Seit zwei Jahren ist auch die Aussichtsplattform des Rockefeller Centers in 260 Metern Höhe wieder geöffnet. Auf drei Etagen erstreckt sich die Besucherplattform „Top of the Rock“ mit spektakulärem Ausblick auf den Central Park, das Empire State- und das Chrysler Building. Der Beginn der Illumination des Weihnachtsbaums am Fuße des Centers mit – ökologisch korrekten – 30.000 LEDs markiert seit nunmehr 75 Jahren den Beginn der Weihnachtszeit. Und ein paar Runden auf der Eislaufbahn, die schon seit 1936 jährlich von Oktober bis April geöffnet ist, sind ein „must“.
www.esbnyc.comwww.rockefellercenter.comwww.thetreenyc.com

Nach dem ersten Überblick über die Skyline ist nun Zeit fürs Shopping. Spätestens seitdem vier New Yorker Singlefrauen auch das deutsche Fernsehen eingenommen haben, sind Marken wie Jimmy Choo oder Manolo Blahnik auch hierzulande bekannt. Die Original-Drehorte der Kultserie „Sex and the City“ können Fashionistas bei einer Tour (auch auf Deutsch geführt) kennenlernen. www.screentours.com

New York ist das Einkaufszentrum für die ganze Welt. Das sieht man schon bei den großen Kaufhäusern. Im Bloomingdale´s heißt es „Sehen und gesehen werden“, auch ein personal shopper steht bei Bedarf zur Verfügung. Saks Fifth Avenue, Bergdorf Goodmanund vor allem Barneys New York sind weitere exklusive Shopping-Tempel. Und auch in New York lassen sich noch echte Schnäppchen machen. Century 21 liegt direkt am Ground Zero und bietet eine unübertroffene Auswahl an Designer-Kollektionen zu minimalen Preisen. Zum Pflichtprogramm gehört mittlerweile ein Besuch beim Flagship Store von Abercrombie & Fitch auf der 5th Avenue mit seinem stylishen dunklen Interieur und den muskulösen Doormen mit nackten Oberkörpern.

Die kleinen und hippen Stores finden sich im Village, in SoHo und im neuen Trendviertel MePa. Der Meat Packing Districthat sich in den letzten Jahren von einer Underground-Party-Location zu einem schicken Ausgehviertel entwickelt. Und nach ausgiebigem Shopping ist es an der Zeit für einen kleinen Snack.

Pastis ist der Hotspot im MePa. Ein schneller Brunch mit „scrambled eggs“, oder eine Zwiebelsuppe mit hausge-machten Pommes Frites am Abend – in und um das kleine Bistro gegenüber des Gansevoort Hotels trifft man sich bei Tag oder bei Nacht. Gleich um die Ecke liegt STK, das etwas andere Steakhouse von Chef Todd Mark Miller. Die ultramoderne Designer-Lounge mit DJ offeriert raffinierte Salate, getrüffeltes Tartar und natürlich erstklassige Steaks.

Essen ist auch in New York ein großes Thema, im Jahr 2005 erschien der erste Michelin-Führer und vergab dabei 39 Sterne. Zwei davon konnte dasDanube einheimsen, in dem Mario Lohninger kochte, bevor Sven Väth ihn in das Silk nach Frankfurt holte. Per Seund Jean Georges zählen zu den absoluten Top-Adressen in der Stadt. Japanische und asiatische Küche liegt auch hier im Trend, die New Yorker Nobu Filiale ist beliebt wie eh und je. Nobu Next Door ist die kleine Schwester nebenan mit ebenso exzellentem Sushi und lockererem Ambiente. Einen noch höheren Bling-Faktor verspricht Megu mit seinem lebensgroßen Eis-Buddha in der Mitte des Raums. Kobe beef in Sake ist eine der Spezialitäten.

Aber nicht nur die Nobel-Restaurants bieten gute Küche. Der wohl beste Ort, um ein leckeres Pastrami-Sandwich oder andere jüdische Deli-Spezialitäten wie Pickles aus dem Faß oder Bialys zu genießen, ist Katz’s Delicatessen. Es ist das älteste Deli New Yorks, 1888 gegründet, und natürlich legendärer Schauplatz des berühmtesten „Orgasmus“ aller Zeiten. Im Film „Harry & Sally“ zeigt Meg Ryan ihrem Filmpartner Billy Crystal, wie leicht Männer doch hinters Licht zu führen sind. Noch heute klebt ein Zettel mit der Aufschrift „You are sitting where Harry met Sally“ auf dem Tisch, an dem die Szene gedreht wurde. Vom bekannt schlechten Service sollte man sich hier nicht abschrecken lassen. Ein weiterer Klassiker liegt ziemlich versteckt im Untergeschoß der Grand Central Station, dem wunderschön renovierten Bahnhof. „Below sea level in Grand Central“ serviert die Oyster Bar schon seit 1913 über 30 verschiedene Austernarten, leckere New England „claw chowder“ oder den „catch of the day“.www.katzsdelicatessen.comwww.oysterbarny.com

Auch in der „city that never sleeps“ muß man sein müdes Haupt irgendwann mal betten. Dafür gibt es in New York natürlich unzählige Möglichkeiten. Leider ist nicht bloß die Zahl erstklassiger Hotels sehr hoch, sondern auch die Preise. Aber wenn man mal bedenkt, was man hier für Schnäppchen dank des momentanen Dollarkurses landen kann, daß es sich am Big Apple sowieso nicht lohnt, einen Wagen zu mieten und daß eine unbegrenzte Tageskarte für die Metro nur sieben Dollar kostet, ist das zu verkraften. Zudem gelten die Preise in der Regel pro Zimmer, also für zwei Personen.Der neue Klassiker für Downtown-Liebhaber ist das Gramercy Park Hotel in der 21. Straße am Beginn der Lexington Avenue. 2006 wurde es vom Ex-Studio 54-Boss Ian Schrager übernommen und unter der Leitung des Künstlers Julian Schnabel komplett renoviert. Es gilt nach wie vor als Hotspot für Stars und Sternchen. Besonderes Highlight: der Privatpark, zu dem nur Gäste Zutritt haben.www.gramercyparkhotel.com

Am Puls des Geschehens, direkt am Columbus Circle, wohnt man im Mandarin Oriental. Es liegt in den Etagen 35 bis 54 des AOL Time Warner Centers und bietet einen atemberaubenden Blick auf Manhattan, den Central Park und den Hudson River. Das Lincoln Center ist drei Blocks entfernt, die Theater liegen sieben Blocks weiter südlich. Die exklusiven Boutiquen der 5th Avenue sind ebenfalls nur wenige Gehminuten entfernt.www.mandarinoriental.com

Ebenfalls am Central Park und damit in direkter Nachbarschaft zur 5th Avenue, Broadway oder Rockefeller Center liegt das The Ritz-CarltonNew York. Das vergleichsweise kleine, aber feine Refugium im Stil eines europäischen Stadthauses ist wie eine Oase der Ruhe inmitten der Hektik vom Big Apple. Das Restaurant BLT Market zählt übrigens zu den besten der Stadt. www.ritzcarlton.com

Das The Bowery zwischen dem angesagten East Village und der Lower East Side ist nichts für Freunde plüschiger Tradi-tionshäuser: Das loftartige Gebäude mit großen Fabrikfenstern und Backsteinfassade an der einst so heruntergekommen Bowery ist etwas für Freunde moderner Urbanität, die auf Gym und Spa verzichten können und statt dessen lieber auf der Terrasse oder am Kamin vor der Lobby-Bar feiern.www.theboweryhotel.com

Das Gansevoort Hotel liegt an der 9th Avenue und 13th Street in Manhattans Meatpacking District. Ein Stückchen LA am Big Apple – mit Bar und Pool auf dem Dach, wo sich am Wochenende die Künstler- und Modeszene der Stadt trifft und besten Blick auf die beliebten hotspots Pastis und Spice Market hat. www.hotelgansevoort.com

Wahrscheinlich kann man New York nie komplett kennenlernen. Nicht einmal Menschen, die dort ihr Leben lang wohnen, bekommen alles mit, was sich in ihrer Stadt tut. Doch vielleicht macht das gerade den Reiz dieser Metropole aus, in der die Antwort „nur vier Blocks“ einen ewigen Fußmarsch nach sich zieht, deren Häuserschluchten einen unter sich zu begraben scheinen, in der man die verschiedensten Sprachen hört und zudem das Spanglish, Italo-American und Asian- English der einstigen Einwanderer, in der einfach alles möglich zu sein scheint und die jeden Tag aufs Neue aufregend ist. New York ist nicht bloß Thema des bekannten Sinatra-Titels, diese Stadt ist die Definition des Satzes:

„If I can make it there, I’ll make it anywhere!“
(nr, mh)

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