Playa Barranca bei Barahona: Die „Perle des Südens“ in der Dominikanischen Republik
Playa Barranca bei Barahona: Die „Perle des Südens“ in der Dominikanischen Republik

Wohl kaum eine Karibikinsel ist so abwechslungsreich und vielfältig wie die Dominikanische Republik. Hier lässt es sich Wandern, Bergsteigen, Golfen, Tauchen und vieles mehr. Doch wer die Insel bereist, den verschlägt es zumeist in typische Touristenorte, wie Puerto Plata, die Halbinsel Samaná oder auch Punta Cana. Dabei gibt es auch noch eine andere, geheimnisvolle Seite der Karibikperle.

Wer es aber wagt, sich wie einst Kolumbus, auf eher unbekannteres Terrain zu begeben, findet dort ganz sicher den ein oder anderen Schatz. Eine Reise durch den wunderbaren Südwesten mit paradiesische Sandstränden, luxuriösen Hotels, einzigartigen Nationalparks, einsamen Bergdörfern, einem Krokodil einem ganz besonderen Stein. Von Simone Scherer

Tag 1: Bienvenidos in Santo Domingo: Caribbean flair im Hotel Casas del XVI

Die Sonne scheint von einem nahezu wolkenlosen Himmel, als wir in der belebten und quirligen Metropole Santo Domingo ankommen. Der warme Fahrtwind weht durch die geöffneten Fenster unseres Wagens, rechts und links ziehen Palmen und Häuser im typisch karibischen Stil vorbei. In den Straßen der Zona Colonial herrscht reges Treiben.

Der Geruch von kreolischen Spezialitäten liegt in der Luft. Hier, mitten im berühmten historischen Stadtteil von Santo Domingo, haben wir das erste Ziel unserer Rundreise erreicht: das Boutique Hotel Casas del XVI. Beim Anblick des historischen Hotelkomplexes stockt uns fast der Atem. Der Innenhof mit dem azurblauen Pool ist eine Sensation für sich. Durch rustikale Torbögen erreicht man die einzelnen luxuriösen Gästehäuser. Die insgesamt sechs „Casas“ sind nach verschiedenen Themen gestaltet und individuell ausgestattet. Wir beziehen unser sehr feudales Heim und begeben uns gleich auf Entdeckungstour.

Casas del XVI – Innenhof und privater Pool der Royal Suite
Casas del XVI – Innenhof und privater Pool der Royal Suite

Piraten voraus!

Von unserem Hotel aus führt uns der Weg durch die Calle Las Damas zum prächtigen Alcázar de Colón, einen im 16. Jahrhundert erbauten Palast, der ehemals Sitz der Kolonialregierung war. Aktuell ist der Palast ein Museum. Die historische Kulisse lädt zum Träumen ein.

Die Statue von Cristóbal Colón (Kolumbus) auf dem Plaza Colón vor der ältesten Kathedrale Amerikas
Die Statue von Cristóbal Colón (Kolumbus) auf dem Plaza Colón vor der ältesten Kathedrale Amerikas

Wir schließen die Augen und reisen gedanklich zurück in die Hochzeit der Piraterie, in der Sir Francis Drake hier sein Unwesen trieb. Als wir die Augen wieder öffnen, fällt unser Blick – oh Schreck – tatsächlich auf einen Piraten. Glücklicherweise ist es dann aber doch nur ein Kellner, der ein rotes Kopftuch trägt. Er bedient in der Brasserie Pat’e Palo gegenüber vom Alcázar de Colón.

Die Brasserie Pat'e Palo am Plaza España mit Blick auf den Alcázar de Colón
Die Brasserie Pat’e Palo am Plaza España mit Blick auf den Alcázar de Colón

Die Brasserie gilt als das älteste Gasthaus der neuen Welt. Spontan kehren wir für ein Mittagessen ein. Wir bestellen den fangfrischen Fisch des Tages, dazu ein fruchtiges Glas Wein und geben dem Kellner ein Kompliment für sein Kostüm. „Wieso Kostüm?“, antwortet er erzürnt und schaut uns dabei so grimmig an, dass es uns fast ein bisschen unheimlich wird. Dann muss er aber doch lachen.

Musica de Merengue im Parque Colón

Merengue und der dazu gehörende Tanz wurde von der UNESCO zum immateriellen Erbe der Menschheit erklärt
Merengue und der dazu gehörende Tanz wurde von der UNESCO zum immateriellen Erbe der Menschheit erklärt

Frisch gestärkt setzen wir unseren Rundgang fort. Unser nächstes Ziel ist der Parque Colón mit dem berühmten Kolumbus-Denkmal. Hier spielt gerade eine Merengue-Band und eine Gruppe Tänzer unterhält die Besucher.

Die exotischen Klänge und die wunderschönen Kostüme in den leuchtenden Farben lassen unsere Herzen höherschlagen. In den Bäumen über uns zwitschern die Vögel so laut, als sängen sie mit. Wir bleiben einen Moment stehen, genießen die lateinamerikanischen Klänge und die ausgelassene Stimmung am Denkmal des Entdeckers der Neuen Welt.

Larimar-Museum und Abendstille

Im Anschluss besuchen wir das Larimar-Museum in Santo Domingo und bewundern die Exponate, die aus dem Stein, den man erst in den 70er Jahren entdeckt hat, gefertigt wurden. Wir beschließen gleich am nächsten Tag die Larimar-Mine in Bahoruco zu besichtigen.

Am Museums-Shop kommen wir aber natürlich auch nicht einfach so vorbei. Hier kaufen wir ein paar wunderschöne Larimar-Ohrringe und eine passende Kette. Den Abend lassen wir gemütlich auf der Terasse des Pat’e Palo ausklingen. Wir genießen ein Abendessen unter Sternen, mit Blick auf den beleuchteten Alcázar de Colón.

Tag 2: Barahona, Bahoruco und der Zauber des Larimar

Am kommenden Morgen, nach einem köstlichen Frühstück, geht es für uns weiter. Wir verlassen Santo Domingo und machen uns auf nach Barahona, in den tiefen Südwesten der Insel. Während der Fahrt genießen wir die herrliche Landschaft, für welche die Region so bekannt ist.

Der Weg führt über den Rio Ocoa und ein kleines Stück am Meer entlang, das in den zauberhaftesten Farben glitzert und funkelt, von Türkis über Kobalt bis Pfefferminzgrün. Barahona, von den Einheimischen auch liebevoll „Perle des Südens“ genannt, ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber. Weitläufige Nationalparks, endlose Kaffeeplantagen, kristallklare Quellen, tiefe Flüsse und Seen lassen den Stress des Alltags vergessen.

Die Fahrt auf dem Barahona Enriquillo Coastal Highway offenbart das türkisfarbene karibische Meer, während die Berge von Barahona aufragen
Die Fahrt auf dem Barahona Enriquillo Coastal Highway offenbart das türkisfarbene karibische Meer, während die Berge von Barahona aufragen

Natur pur! Die Casa Bonita Tropical Lodge

Unser Hotel ist die Casa Bonita Tropical Lodge. Das stilvolle Boutique-Hotel ist eigentlich selbst Natur pur. Gefertigt aus einheimischen Bäumen und in direkter Nachbarschaft zum einzigen Biosphärenreservat der Dominikanischen Republik, fühlen wir uns hier fast ein bisschen wie Tarzan und Jane.

„Schön, dass Sie hier sind“, begrüßt uns die nette Dame am Empfang des familiengeführten Hotels. Von der Terrasse unserer Suite mit dem privatem Pool genießen wir einen herrlichen Blick auf das Meer und einen Cocktail, während uns der warme Wind um die Nase weht.

Casa Bonita Tropical Lodge – Ocean View Suite
Casa Bonita Tropical Lodge – Ocean View Suite

Die Larimar-Mine bei Bahoruco

Bevor wir uns erholen, steht jedoch zuerst ein Ausflug auf dem Programm. Dieser führt uns zur einzigen Larimar-Mine der Welt. Auf einer kleinen Straße geht es hinauf in die Berge, bis schließlich die Mine in Sichtweite kommt. Die Brocken des türkisblauen, glitzernden Gesteins wirken fast, als hätte man Stücke aus dem karibischen Meer herausgeschnitten.

Auch Heilkräfte werden dem Atlantis-Stein nachgesagt. Um den Edelstein zu fördern, seilen sich die Arbeiter über 40 Meter tief ab. Während einer geführten, privaten Tour erfahren wir einiges über den Larimar und werfen einen Blick in den engen Schacht. Dass die Arbeit in dem Stollen gefährlich ist, steht außer Frage. Wir bleiben dann doch lieber mal an der Oberfläche.

Der Edelstein Larimar

Der Edelstein Larimar

Der Edelstein Larimar wurde erst 1974 entdeckt. Der Experte Miguel Mendenz bestimmte den Stein und wählte den Namen Larimar als Abkürzung des Namens seiner Tochter Larissa und der Endung ,mar‘ – angelehnt an die türkisblaue Farbe des Meeres.

Tag 3: Ein Stück vom Paradies: Die Bahía de las Águilas

Heute geht es für uns zur Bahía de las Águilas, zu deutsch Adlerbucht. Die Bucht zählt zu den schönsten Stränden der Dominikanischen Republik und wurde von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Nach dem Check-Out im Hotel fahren wir weiter in Richtung Südwesten. Die Landschaft erinnert uns an die Savanne – stachelige Kakteen soweit das Auge reicht.

Der Regen, der auf die Straße fällt, hüllt die Umgebung in sanften Nebel, doch zwischen den Wolken lacht schon wieder die Sonne. Das letzte Wegstück durch den Nationalpark Parque Jaragua ist dann doch eher beschwerlich. Auf den engen Straßen kommen wir nur mühsam voran. Aber bereits der erste Blick auf den Traumstrand entschädigt für alle Mühen: Einsamkeit, weißer Sandstrand, türkisblaues Wasser, ein tiefblauer Himmel und hier und da ein paar felsige Klippen.

Das muss ein Stück vom Paradies sein! Barfuß spazieren wir am Strand entlang. Der feine, heiße Sand knirscht unter unseren Füßen und die warme Sonne streichelt unsere Haut. Was für ein prächtiger Tag! Mit dem Hotel Rancho Platón erwartet uns, zurück in Barahona, die nächste große Überraschung. Hier schlafen wir, wie echte Abenteurer, in einem Baumhaus mitten im Wald.

Die Eco-Lodge Rancho Platón
Die Eco-Lodge Rancho Platón

Tag 4: Vorsicht Krokodil! Der Nationalpark Lago Enriquillo e Isla Cabritos

Nach einer ruhigen Nacht im Hotel wird es heute so richtig wild. In Wanderhosen brechen wir auf zum Parque National Lago Enriquillo, einem der schönsten Wandergebiete der Dominikanischen Republik. Der Lago Enriquillo, ein riesiger Salzsee, ist der tiefste Punkt der Karibik. Das Gebiet des Nationalparks rund um den See, sowie die Isla Cabritos in der Mitte des Sees, ist ein Mekka für alle Naturfreunde.

Wir lassen unseren Blick über den See schweifen. Die Natur hat am Lago Enriquillo eine faszinierende Landschaft geschaffen, die an ein Wüstengebiet erinnert. In der Ferne sehen wir die Berge. Während wir in einem Boot zur Insel übersetzen, fällt unser Blick auf einen Schwarm Flamingos am Ufer. Wir bewundern die prachtvolle Flora und Fauna der Insel. Im Gegensatz zur kargen Landschaft des Festlandes erwartet uns hier ein sattgrünes, subtropisches Waldgebiet, viele seltene Tiere und 135 Vogelarten. Aber was ist das? Plötzlich taucht ein Krokodilkopf aus dem Wasser auf. Was für ein wunderbares Erlebnis!

Tag 5: Kakao, Kaffee und Kultur – Das Bergdorf Cachote im Nebelwald

Heute steht ein Besuch des Nebelwaldes und des Bergdorfes Cachote auf unserem Programm. Hier leben die Einwohner noch ganz ursprünglich, ohne fließendes Wasser und Elektrizität. Mit dem Geländewagen geht es hinauf in den östlichen Teil des Nationalparks Sierra de Bahoruco. Es riecht nach wilden Orchideen und tropischen Gewächsen, die Luft ist feucht und schwer. Dann geht es weiter auf der steilen, holprigen Straße nach Cachote.

Sattgrüne Kaffee- und Kakaoplantagen sowie Felder voller köstlicher tropischer Früchte ziehen an uns vorüber. Das letzte Stück gehen wir zu Fuß und bewundern die herrliche Natur des Nebelwaldes. Dann fällt unser Blick auf vereinzelte Holzhäuser. Eine ältere Frau grüßt freundlich. Hier in Cachote scheint die Zeit still zu stehen. Die Nacht verbringen wir in der Casa Bonita in Barahona und schauen von unserer Terrasse aus in den tropischen Sternenhimmel.

Die Casa Bonita Tropical Lodge liegt eingebettet zwischen grünen Berghängen und lebhaften Flüssen mit grandiosem Blick auf das Karibische Meer
Die Casa Bonita Tropical Lodge liegt eingebettet zwischen grünen Berghängen und lebhaften Flüssen mit grandiosem Blick auf das Karibische Meer

Tag 6: Abschied aus dem Paradies

Am nächsten Tag heißt es leider Abschied nehmen vom Paradies. Etwas wehmütig, mit einem Koffer voller Andenken und einem Kopf voller Erinnerungen, brechen wir am nächsten Morgen auf. Aber, wir kommen wieder…

Der Bildhauer Juan Trinidad

Bildhauer Juan Trinidad
Bildhauer Juan Trinidad

Auch für Kunstliebhaber hat die Dominikanische Republik etwas zu bieten. Als einer der berühmtesten zeitgenössischen Künstler der Karibik gilt der in Bonao lebende Bildhauer Juan Trinidad. Seine Werke orientieren sich einerseits am Vermächtnis seiner afrikanischen Vorfahren, lassen aber andererseits auch auf eine starke Identifikation mit der Kultur der Dominikanischen Republik schließen.

Typisch für Trinidads Holzskulpturen sind die besonderen Kurven und Linien, mit denen er seinen Werken eine starke dreidimensionale Wirkung verleiht. In vielen Werken Trinidads spielt die Totem-Symbolik eine Rolle. Die Skulpturen erinnern an die Gottheiten vergangener Kulturen, wie beispielsweise an die Götzen-Bilder der Taíno, den Ureinwohnern der Dominikanischen Republik.

Die von Trinidad gefertigten Gesichter ähneln aber auch denen von Künstlern des Kubismus, wie Henri Laurens und Ossip Zadkine. Die intensiven Farben, mit denen der Künstler arbeitet, verleihen seinen Werken den typisch Dominikanischen Stil sowie eine Authentizität, die sich in all seinen Kunstobjekten widerspiegelt.

Weitere Informationen gibt es beim Tourist Board der Dominikanischen Republik: godominicanrepublic.com


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