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In unserer Serie werden den typischen Gesundheitsmythen auf den Zahn gefühlt. Top Magazin Frankfurt befragte Expertin und Medizin-Moderatorin Dr. Stephanie Grabhorn zum Thema: „Alleskönner“ Apfel.

Dr. Stefanie Grabhorn ©Farideh Fotografie
Dr. Stefanie Grabhorn ©Farideh Fotografie

In Zeiten von exotischen Smoothies und Algen-Detox-Getränken ist doch der gute alte Apfel eigentlich obsolet, oder?
Nein, im Gegenteil! Der Apfel kann enorm viel für unsere Gesundheit leisten. Äpfel können das Risiko für Schlaganfälle senken, schützen vor Herz-Kreislauferkrankungen und machen schlank: Ein gesundheitliches Multitalent, was zudem auch noch lecker schmeckt.

Welche Stoffe im Apfel sind denn so wirksam?
In einer großen niederländischen Studie fand man unter anderem heraus, dass nur 25 Gramm Äpfel am Tag das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, um neun Prozent senken konnten. Das liegt vermutlich am Ballaststoff Pektin, der im Apfel enthalten ist. Pektin senkt den Cholesterinspiegel und ein ausgewogener Cholesterinspiegel schützt wiederum vor Arterienverkalkung. Darüber hinaus wirken die in den Äpfeln enthaltenen Vitamine und Mineralien zellschützend.

Und warum sind Äpfel echte Schlankmacher?
Äpfel halten lange satt. In einer Studie der Florida State University verloren Apfelesserinnen während der Versuchszeit im Schnitt 1,5 Kilogramm Körpergewicht. Grund hierfür könnte wiederum der Stoff Pektin sein. Pektin hält den Blutzuckerspiegel konstant – das Hungergefühl setzt dann langsamer ein.

Man sagt ja auch, dass man das Zähneputzen lassen kann und stattdessen nur einen Apfel kauen muss. Stimmt das?
Ein Irrtum, der sich hartnäckig hält. Äpfel sind zwar wahre Alleskönner, wenn es um gesunde Ernährung geht, aber die Zahnbürste ersetzen sie nicht. Apfelkauen kann zwar oberflächliche Beläge von den Zähnen holen, aber der Apfel entfernt weder Beläge noch Speisereste aus den brisanten Stellen am Zahnfleischsaum und den Zwischenräumen. Außerdem enthalten Äpfel Säuren, die den pH-Wert des Speichels verändern und den Schmelz angreifen. Der enthaltene Fruchtzucker ist zudem ein willkommenes Fressen für Kariesbakterien.