Fit mit Vitalstoffen - Die Baumeister unserer Gesundheit

Sie halten länger jung, lassen die Haut strahlen und einige besitzen in der Vorbeugung und Therapie von Krankheiten ein beachtliches Potential. Wir haben Experten gefragt, was Vitamine & Co. sonst noch für uns tun können.

Inhalt

Lebenswichtige Helfer

Endlich, jetzt im Frühling kitzelt wieder die Sonne auf der Haut und die Lebensgeister suchen neue Nahrung. Das Licht tut der Seele gut und auch der Körper freut sich über einen Energieschub. Manchmal reichen lange Spaziergänge in der Natur oder grüne Smoothies nicht aus, um uns ausreichend mit den so wichtigen Mikronährstoffen (Vitalstoffen) zu versorgen. Spätestens wenn der Körper einen Mangel meldet, etwa durch Müdigkeit oder blasse Haut, sollte man handeln, denn die Nährstoffe sind der entscheidende Faktor für Wohlbefinden und ein starkes Immunsystem.

Die wichtigen „Baumeister“ regulieren außerdem unseren Stoffwechsel und sorgen für Wachstum und Energieproduktion. Kurzum, unser „Motor“ lechzt nach Mikronährstoffen. Zu diesen gehören rund 45 Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen und Selen, aber auch mehrere Tausend Substanzen pflanzlicher Herkunft.

Obwohl diese Vitalstoffe nur in Milligramm- und Mikrogramm-Mengen benötigt werden, gehören sie zu den wesentlichen Nahrungsbestandteilen, denn unser Körper kann sie nicht selbst produzieren. Bei Krankheiten oder in besonderen Lebenssituationen, beispielsweise in einer Schwangerschaft, steigt der Bedarf. Auch Gesunde können ein Defizit an Mikronährstoffen spüren, obwohl sie reichlich Obst und Gemüse essen. Vor allem die Lagerung im Kühlschrank, Konservierung und Kochen drosseln wertvolle Vitamine.

Sonnenkönig Vitamin D

Als ein wahres Multitalent unter den Mikronährstoffen gilt Vitamin D. Das sogenannte „Sonnenhormon“, da es sich eigentlich nicht wirklich um ein Vitamin handelt, denn es kann im Gegensatz zu anderen Vitalstoffen vom Körper selbst produziert werden. Erkältung und Grippe soll es unter anderem vorbeugen. Durch den jahreszeitbedingten Lichtmangel fehlt den meisten Europäern wichtiges Vitamin D.

Uwe Gröber
Uwe Gröber

Für seine Produktion muss eine bestimmte Strahlenintensität vorhanden sein, welche in unseren Breiten bis weit in den April nicht erreicht wird, weiß Mikronährstoff-Experte 
und Fachbuchautor Uwe Gröber: „Der UV-Index ist in dieser Zeit einfach zu gering, um von einer Wirkung zu sprechen. Daher sollte man Vitamin D supplementieren. Fisch, Leber und Eigelb, wo es natürlich vorkommt, reichen nicht.“

Darüber hinaus rät er zu einer Versorgung auch im Sommer, trotz oder vor allem wegen der intensiven Sonnenstrahlung: „Vitamin D schützt – neben einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor – vor Hautkrebs.

Man sollte hier ein Vitamin D-haltiges Öl mit 1.000 Einheiten des Vitamins pro Tropfen wählen, dieses kann man über den Tag verteilt und mit jeder Mittagsmahlzeit zu sich nehmen.“ Für Uwe Gröber ist das Sonnenhormon wie ein König im Zusammenspiel der Nährstoffe, „und der Schlüssel zur Prävention“. Regelmäßig organisiert der Apotheker und Akademieleiter Kongresse zur Mikronährstoffmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt, in diesem Frühjahr referieren internationale Wissenschaftler zur hochdosierten Vitamin D-Therapie bei Autoimmunerkrankungen.

Blutbild klärt den Bedarf

Wer aktiv ist, viel Sport treibt oder im Job „unter Strom“ steht, ist leicht versucht, seinen Körper mit Multivitamin-Präparaten zu unterstützen, besonders dann, wenn die Zeit für eine rundum gesunde Ernährung fehlt. Ganz nach dem Motto – ohne Vitamine läuft nichts.

Vor der Einnahme bestimmter Mikronährstoffe müsse immer eine Blutkontrolle beim Arzt stehen, so Uwe Gröber: „Nur so lässt sich sicher feststellen, ob überhaupt ein Mangel oder ein höherer Bedarf vorliegt. Bei Sportlerinnen und Veganern beispielsweise ist der Blick auf den Eisenhaushalt wichtig. Außerdem sollte eine Medikamenteneinnahme berücksichtigt werden, denn dadurch kann sich etwa der Bedarf an Vitamin B12 erhöhen.“

„Mikronährstoffe müssen durch ärztliche Laboranalysen exakt angepasst werden.“ – Uwe Gröber

Zwar sind Vitamine aus Lebensmitteln nach wie vor die geschmacklich beste Wahl, aber manchmal sind sie darin nicht ausreichend enthalten, um den Körper optimal zu versorgen. Und wer möchte schon je- den Tag einen Grünkohl- Smoothie trinken, denn diese Menge – 150 Gramm – des Gemüses bräuchten wir, damit das darin enthaltene Lutein und Zeaxanthin die extrem empfindlichen Sehzellen des Auges schützen kann.

Forscher des Universitätsklinikums Jena arbeiten bereits an einem konzentrierten Gemüsesaft, der vorbeugend gegen die Netzhautablösung im Alter wirkt. Bis es soweit ist, sind Luteinhaltige Nahrungsergänzungsmittel sicher der bequemere Weg, allerdings sollten diese in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. „Mikronährstoffe als Nahrungsergänzung machen generell Sinn, wenn sie individuell zusammengestellt, richtig dosiert und in einem verwertbaren Zustand vorliegen. Mikronährstoffe müssen durch ärztliche Laboranalysen exakt angepasst werden“, erklärt Experte Uwe Gröber.

Anti-Aging von innen

Es ist kein Geheimnis, dass Schönheit nicht nur von außen, sondern auch von innen kommt. „Im Anti-Aging-Bereich sind aktuell die sogenannten Sirtuine in aller Munde“, weiß Margit Loidl vom Salzburger Mikronährstoffspezialisten Biogena. Sie erklärt, was es mit diesem Vitalstoff auf sich hat. „Sirtuine sind eine Gruppe von Enzymen, welche die Zell-Regeneration unterstützen und somit in den menschlichen Alterungsprozess involviert sind.

Margit Loidl
Margit Loidl

Sie hängen eng mit den Funktionen des Vitamins Niacin zusammen, welches die Energieausbeute in den Mitochondrien, den ‚Kraftwerken‘ der Zelle, verbessert und somit zum normalen Energiestoffwechsel im Körper beiträgt. Die Wissenschaft kennt einige Pflanzen, die an der Aktivierung der Sirtuine beteiligt sind; darunter Curcuma, Grüner Tee oder auch Broccoli.“

Wenn die sonnenreiche Jahreszeit beginnt, stehen auch Antioxidantien hoch im Kurs, wie Margit Loidl hervorhebt. „Antioxidantien sind Mikronährstoffe, die mit sogenannten freien Radikalen reagieren, bevor diese wichtige Strukturen im Körper zerstören oder verändern können.

Freie Radikale entstehen unter anderem durch UV-Strahlen, Ozonbelastung, Nikotin, Arzneimittel oder Umweltgifte. Für Personen, die unter einer erhöhten Radikalbelastung stehen, ist eine ernährungsphysiologische Unterstützung der körpereigenen antioxidativen Schutzsysteme ratsam. Dazu zählen Stressgeplagte ebenso wie Menschen, die häufig fliegen, Sonnenbaden, Rauchen, Alkohol trinken oder Umweltbelastungen ausgesetzt sind.

Da sich Antioxidantien gegenseitig in ihrer Wirkung unterstützen und nach Verbrauch recyceln, ist eine Kombination verschiedener antioxidativ wirksamer Vitalstoffe – wie Vitamin C, E, Selen, sowie polyphenol- und anthocyanreiche Pflanzenextrakte sowie Carotinoide – eine sinnvolle Maßnahme.“

Calcium aus dem Meer

Zwar können Nahrungsergänzungen keine gesunde Ernährung ersetzen, aber sie sind in der Lage bestimmte Mangelerscheinungen oder einen drohenden Mangel schnell entgegenzuwirken. „Schwangere und Stillende können sich gut mit Calcium und Magnesium aus Sango-Korallencalcium versorgen. Gerade im Hinblick auf den Aufbau der Knochenstruktur bei Kindern ist ein ausreichender Calciumstatus sehr wichtig“, so Margit Loidl.

Es ist erstaunlich, was Vitalstoffe für unsere Gesundheit leisten, und dabei hat die Medizin noch lange nicht alles erforscht. Dazu noch einmal Apotheker Uwe Gröber: „Ihr Einsatz zur Prävention und Therapie von ernährungsabhängigen und chronisch-degenerativen Erkrankungen wird intensiv in wissenschaftlichen Studien untersucht. So hat sich beispielsweise gezeigt, dass Vitamin E bei schmerzlicher Gelenkarthose schmerzlindernd wirkt. Krebspatienten wiederum profitierten von Vitamin C-Infusionen, die den Schmerz reduzieren.“

Buchempfehlungen gesunde Ernährung

Die wichtigsten Nahrungsergänzungsmittel auf einen Blick

Vitamin D stärkt Knochen, Zähne und Muskeln. Studien zeigen seine Funktion als Schutzschild, u.a. gegen Herzkreislauferkrankung, Diabetes und Krebs (Vitamin D reguliert genetische Funktionen, die dazu beitragen, Zellwucherung zu reduzieren).

Folsäure (aus der Gruppe der B-Vitamine) hilft dem Körper beim Aufbau und der Reparatur der Zellen. Gut für Herz, Hirn und Fruchtbarkeit – die Spermienqualität wird um 30 Prozent gesteigert. Mediziner sehen Deutschland bei Folsäure „kritisch untersorgt“.

Vitamin B12 ist an der Blutbildung beteiligt und kommt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Daher gelten Veganer als prädestiniert für einen Mangel (typisches Symptom sind eingerissene Mundwinkel).

Selen bindet Schwermetalle. Das Spurenelement spielt auch eine wichtige Rolle bei der Produktion der Schilddrüsenhormone. Nur Pflanzen sind in der Lage, das im Erdreich vorhandene anorganische Selen über ihre Wurzeln aufzunehmen und zu speichern. Verschreibungspflichtige Präparate enthalten 50 bis – zur höchsten Tagesdosis – 300 Mikrogramm Selen.

Magnesium entspannt die Muskeln (z.B. bei Wadenkrämpfen) und wirkt entzündungshemmend. Ein magnesiumreiches Mineralwasser – mit mindestens 100 Milligramm Magnesium pro Liter – deckt den Tagesbedarf von 300 bis 400 Milligramm.


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