Als eine Art digitale Schrittzähler sollen die kleinen Geräte im Tagesverlauf die Aktivität ihrer Nutzer aufzeichnen und in dazugehörigen Apps auswerten. Sie heißen Fitbit, Nike Fuel Band oder Jawbone Up: Fitness-Tracker liegen voll im Trend. Die Mini-Computer zählen Schritte, überwachen den Puls und Kalorienverbrauch und sollen motivieren, aktiver zu leben und sich mehr zu bewegen. Ob Jogger, Skater oder Bodybuilder – viele Fitnessfans schwören auf Hightech beim Sport. Doch was bringen die Tools wirklich im Alltag? Top Magazin Frankfurt hat die kleinen digitalen Trainer am Handgelenk genauer unter die Lupe genommen. Von Mareike Palmy

Vermesse dich selbst!

Wie hoch ist mein Blutdruck? Rast der Puls? Wie viele Schritte bin ich heute marschiert und wie lange habe ich letzte Nacht geschlafen? Self Tracking heißt der Trend, dem man folgt, wenn man seine Gesundheit ständig überprüft. Selftracker dokumentieren ihr Leben mit moderner Technik bis ins Detail. Mit der Quantified-Self-Bewegung, die 2007 in den USA gegründet wurde, begann der Hype um die digitalen Aktivitäts-Tracker zur Überprüfung und Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit. Das Wiegen, Vermessen, Zählen und Vergleichen soll dem Einzelnen helfen, topfit, gesund und leistungsfähiger zu werden. Bei Profisportlern und in Kliniken ist die präzise Erfassung von Körperwelten schon länger üblich – mittlerweile ist das auch im Alltag kein Problem mehr: Winzige Computer und Sensoren schaffen die Voraussetzung für die Selbstkontrolle. Sie verstecken sich in Armbändern, Anhängern, Clips für den Gürtel oder winzigen Devices in der Größe einer Streichholzschachtel. Und je nach Gerät bieten sie unterschiedliche Funktionen an. Die kleinen Tracker messen verschiedene Aktivitäten, die Wahl der Treppe statt des Aufzugs genauso wie den Laufschritt ins Büro, aber auch die Qualität und Länge des Schlafs. Die Tracker passen bequem in Hosentaschen, ans Handgelenk, lassen sich an Kleidungsstücken befestigen und in Schuhsohlen einlegen.

Überwachung am Arm

Ihre Messdaten übermitteln sie drahtlos – meist per Bluetooth – an Smartphones, Notebooks und Tablets. Dort verarbeiten Programme oder Apps die Daten zu Grafiken, die den Trainingsfortschritt schnell erkennen lassen, zu mehr Aktivität mahnen oder Tipps für das weitere Training geben. Für einen Motivationskick sorgen virtuelle Medaillen, die man bekommt, wenn bestimmte Ziele erreicht werden. Doch Verbraucherschützer sehen die Entwicklung der Fitness-Tracker sehr kritisch. Die Hersteller sammeln über die Geräte und Apps eine Vielzahl sensibler Daten, die schnell in die falschen Hände kommen könnten, warnt der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Denn für die sogenannten Data Broker, also Datenhändler, sind derart private und personenbezogene Details Gold wert. Zwar versichern die Dienste und Tools in ihren AGBs einen vertrauensvollen Umgang mit den erhobenen Daten, aber bei der Vielzahl an Apps, über die man die Daten verteilt, kann der Überblick schon mal verloren gehen. Zudem ist es höchst fragwürdig und intransparent, was mit den Informationen wirklich passiert.

Rasantes Wachstum

Trotzdem ist das Potential für Fitness-Tracker in
Deutschland groß. Und immer mehr Menschen
messen direkt am Körper ihre persönliche Fitness und erstellen online daraus ihre Trainingsprogramme. Die Industrie hat den Trend längst
erkannt. Das Angebot reicht vom reinen Schritt- oder Liegestützzähler über Tracker für alle Bewegungen bis hin zu Ratgebern, Personal Trainern und Yoga-Kursen. Fitness-Tracker sind ein Teil des extrem stark wachsenden Marktsegments der Wearable Computer, die wie Kleidung am Körper getragen werden können. Laut Experten wird der weltweite Wearable-Markt 2014 rund eine Milliarde Euro groß werden. Im vergangenen Jahr waren es knapp über 500 Millionen. Und nach allen Prognosen wird er weiterhin rasant wachsen. Denn die schnelllebige Branche entwickelt immer neue Instrumente, die Läufer auf Schritt und Tritt verfolgen. Die bunten Bänder sind längst auch zum modischen Accessoire geworden. Doch mittlerweile gibt es nicht nur Armbänder mit übertragbarer Messfunktion. Auch Brillen, T-Shirts und Uhren mit speziellen Sensoren sind im Angebot – ein Riesengeschäft also.

Runter vom Sofa

Gymwatch-Gründer Fabian Walke im Darmstädter Technologie- und Innovationszentrum
Gymwatch-Gründer Fabian Walke im Darmstädter Technologie- und Innovationszentrum
Neue Fitness-Tracker mit immer besserer Technik und immer mehr Funktionen erblicken zurzeit fast im Stundentakt das Licht der Welt. Auch ein junges Start-up aus der Region will ein Stück vom großen Kuchen. Das Darmstädter Unternehmen Gymwatch entwickelt deshalb derzeit einen wegweisenden Fitnesssensor, der nicht wie herkömmliche Fitness-Tracker nur die Herzfrequenz, verbrauchten Kalorien oder die zurückgelegte Strecke misst, sondern auch Kraft und Bewegung in sämtlichen Fitnessübungen – sei es an Geräten, Freihanteln oder Freestyle – erfassen kann. „Dabei zeichnet der Sensor den Bewegungsverlauf der Übungen auf, ermittelt wirkende Kräfte, Muskelbelastungen, Wiederholungen und gibt sofort Rückmeldung, ob die Übung korrekt durchgeführt wurde. Die gemessen Daten werden dann an eine Smartphone-App gesendet und können live während des Trainings analysiert werden“, erklärt Ideengeber und Gymwatch-Gründer Fabian Walke. Schon 2010 begann der 26-Jährige während seines Sportwissenschaft- und Informatikstudiums an der Darmstädter TU mit der Entwicklung des Sensors, mittlerweile beschäftigt er zehn Mitarbeiter in seiner Firma. Im Juli soll der Sensor auf den deutschen Markt kommen. Die Dimension des Geschäftes mit Fitness-Armbändern lässt sich nur erahnen. Rund 80 Prozent des Marktes wird in Zukunft in den Bereich Gesundheits- und Sportanwendungen fallen. Giganten wie Apple und Google sind in diesen Geschäftsbereich längst eingestiegen und kooperieren mit Spezialisten, die Fitnessarmbänder oder Sensoren erzeugen. Neben alteingesessenen Herstellern wie Nike und Adidas und etablierten Elektronikkonzernen wie Sony oder LG wollen auch Neulinge auf dem Sportartikelmarkt wie Withings, Fitbit oder Runtastic runter vom Sofa und hinein in die Laufschuhe locken.

Motivation am Band

Doch was können die kleinen Geräte wirklich? Wie lebt es sich mit so einem Aktivitäts-Tracker am Handgelenk? Ist es ein sinnvolles Health-Accessoire oder bloß ein teures Mode-Gimmick? Und motiviert der Tracker wirklich dazu, aktiver zu leben? Wie funktionieren Aufzeichnung und Synchronisation? Wir haben es für Sie ausprobiert – und stellten nicht nur fest, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Geräte haben, sondern auch, für wen sich der jeweilige Sensor lohnt. Für den Selbstversuch haben wir vier verschiedene Fitness-Tracker mit Herz und Lunge geprüft: Innerhalb einer Woche testete die Redaktion das Nike+ FuelBand SE, die Runtastic GPS Watch, den Fitness-Tracker Fitbit Flex sowie den Fitbit One Clip. Und ganz gleich, welcher Tracker genutzt wurde: Das Grundprinzip ist bei allen vier Fitness-Trackern identisch. Mit ihrem Bewegungssensor versuchen sie, Schritte zu zählen und daraus mit Hilfe weiterer Daten wie Körpergröße und Gewicht den Kalorienverbrauch sowie die am Tag zurückgelegte Strecke zu berechnen.

Der Top Magazin-Alltagscheck

Fitbit Flex
Fitbit Flex
Fitbit Flex: Für Schreibtischtäter
Wer ein wenig mehr über sein persönliches Aktivitäts- und Schlafverhalten herausfinden möchte, hat mit dem Fitbit Flex einen guten Helfer zur Hand. Für ambitionierte Freizeitsportler, die ihre Bewegung genau tracken wollen, ist das 100 Euro teure Fitbit allerdings zu ungenau. Denn das Armband besitzt kein richtiges Display, auf dem man die Anzahl der Schritte oder die zurückgelegten Kilometer in Echtzeit ablesen könnte, sondern nur fünf LEDs, die motivierend blinken: Jedes Lämpchen entspricht 20 Prozent des anfangs selbst eingegebenen Ziels. Das Flex erfasst zudem keine Höhenunterschiede, man sieht also nicht, wie viele Stufen man erklommen hat. Dafür ist das Flex wasserdicht, beim Duschen kann man es also anlassen, und laut Hersteller kann man damit sogar bis zu zehn Meter tief tauchen. Optisch hinkt es allerdings
etwas hinterher, jedenfalls ist das Fitbit Flex kein Schmuckstück. 
Zu einem schicken Abendoutfit eignet sich das Plastikband jedenfalls nicht. Anfangs ist es auch noch ziemlich steif und lässt sich nur schwer schließen, mit der Zeit wird es aber flexibler. Unter „angenehm zu tragen“ versteht man jedoch etwas anderes.

Der Akku des Flex hält circa eine Woche, geht er leer, sendet der Fitbit-Server eine Mail aufs Smartphone, was sehr praktisch ist. Die Ersteinrichtung des Flex ist dafür nicht ganz einfach: Sie erfolgt über einen kleinen Assistenten via Computer, den man zuerst auf der Fitbit Webseite herunterladen muss. Für die Einrichtung muss man einen kostenlosen Account erstellen, in dem alle Daten des Trackers gespeichert werden und über das Dashboard der Fitbit Web-Plattform und den mobilen Apps zur Verfügung stehen.Als zusätzliche Motivation kann man Abzeichen sammeln oder sich mit Freunden, die ebenfalls einen Fitbit Tracker besitzen, vernetzen und vergleichen. Durch mehrmaliges Tippen wechselt das Fitbit Flex in den Schlafmodus. Dabei zeichnet es auf, wie lang man schläft und wie oft man sich bewegt bzw. aufwacht. Mit der Genauigkeit hapert es allerdings. Denn selbst das eigentlich ruhige Liegen auf dem Sofa wird ab und an als Schritt gezählt. So kommt es auch zu der erheiternden Situation, dass das Armband auch schon mal abends beim Fernsehen stolz verkündet, man hätte sein Tagesziel nun erreicht. Insgesamt ist der Fitbit Flex ein stylischer Schrittzähler und als Motivator für ein wenig mehr an Bewegung gut geeignet.

NikePlus FuelBand SE
NikePlus FuelBand SE
Nike+FuelbandSE:
Just do It!

Mit seinem Fuelband SE erweitert
Nike seine Community Nike+. In
dem sozialen Netzwerk für Sportler sorgen Auszeichnungen und der Vergleich mit anderen
Sportlern für Motivation. Android-Nutzer müssen direkt über die Community des Sportartikel-Herstellers gehen und ihre Daten über das beiliegende USB-Adapterkabel und ihren Computer ins Internet laden, denn Nike bietet bisher nur eine iOS-App zum drahtlosen Auslesen der Messdaten des Fuelband SE an. Zum Aufladen und Synchronisieren von Daten benötigt man zusätzlich noch ein spezielles Kabel. Beim Synchronisieren wurde uns jedoch mehrmals eine Fehlermeldung angezeigt. Der Tracker steht in drei verschiedenen Größen zur Auswahl, die sich mit zwei unterschiedlich großen Bauteilen noch leicht individualisieren lassen. Trotzdem ist das Armband vergleichsweise klobig und stört im Alltag am meisten. Der Verschluss birgt die Gefahr, dass man sich ständig klemmt. Das Abnehmen des Armbandes wird als Erleichterung empfunden, da es zum Beispiel beim Tippen auf der Tastatur stört und zu oft an Jacken- oder Pulloverärmeln hängen bleibt. Der Tragekomfort ist einfach nicht gut. Auch bei der Genauigkeit der angezeigten Werte hapert es. Die gelaufenen Schritte entsprechen nicht der Realität. Das zeigte sich vor allem nach einem Nickerchen, als auf der Anzeige rund 200 weitere aufleuchteten. Für die persönliche Motivation sind diese Angaben nicht von Vorteil, denn wenn man weiß, dass sie nicht korrekt sind, macht es keinen Spaß, weiter Schritte zu sammeln. Die Nachtruhe überwacht das Fuelband SE nicht. Dafür ist das Display informativer als bei der Konkurrenz. Nach mehrmaligem Drücken zeigt es dann auch unter anderem die zurückgelegten Schritte, die Stunden, in denen man besonders aktiv war (wobei auch dies selten der Realität entspricht), die verbrauchten Kalorien, die Uhrzeit und die gesammelten Fuel-Punkte an. Komplett wasserdicht wie vom Hersteller behauptet ist das Fuelband zwar nicht. Duschen oder heftige Regenschauer sind aber kein Problem. Schon nach einer Woche am Handgelenk bilden sich aber unschöne Wasserflecken. Die Anschaffung lohnt sich nur, wenn man bereits bei Nike+ angemeldet ist und mit dem Tracker vor allem sportliche Aktivitäten und nicht komplette Tage oder Wochen protokollieren will. Der Hersteller hat die Problematiken des Trackers erkannt und will den Tracker vorerst vom Markt nehmen.

Fitbit One
Fitbit One
Fitbit One: Der Motivator
Der Fitbit One, ein etwa Feuerzeug-kleiner Schrittzähler mit abgerundeten Ecken und einem einzigen Knopf, der dazu dient, durch die Display-Bildschirme zu schalten, überwacht in fast allen Situationen den täglichen Bewegungsumfang und erfasst ihn zahlenmäßig: Rund um die Uhr weiß er, wie viele Schritte und Kilometer man zurückgelegt hat, wie viele Stockwerke man erklommen hat und wie viele Kalorien man dabei verbraucht hat. Ein reiner Schrittzähler ist der Fitbit One allerdings nicht. Er hat im Vergleich zu den anderen getesteten Trackern
viel mehr zu bieten. Mit einem speziellen Armband, das mitgeliefert wird, zeichnet das kleine Gerät sogar die Anzahl der geschlafenen Stunden auf, registriert, wie häufig man aufgewacht ist und weckt, wenn es sein muss, den Träger morgens völlig geräuschlos auf. Die Messung der Herzfrequenz vermisst man allerdings. Mitgeliefert wird eine Hülle aus weichem Gummi mit einem stabilen Metall-Clip. Damit lässt sich der Fitbit One beispielsweise am Gürtel oder dem Hosenbund befestigen, wenn die Hose keine Taschen hat oder ein Rock getragen wird. Da er allerdings sehr klein ist, vergisst man ihn auch schon mal in der Hosentasche, wo er im schlimmsten Fall mit in der Waschmaschine landet. Die Einrichtung des Trackers ist dank Bluetooth 4.0 und der Fitbit-App sehr einfach. Man muss sich lediglich einen Account anlegen, mit dem man seine Daten später auch über die Fitbit-Webseite abrufen kann, und den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen, um den Fitbit One in Betrieb zu nehmen. Alle Werte zeichnet er automatisch auf, man muss sich um nichts kümmern. Und mit nur geringen Abweichungen bei der Messung ist der Fitbit One fast so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk. Auch an die Stromversorgung muss man kaum denken: Der Akku hält mit einer Ladung etwas länger als eine Woche. Das Display ist klar, leicht ablesbar und begrüßt einen immer wieder mit einem aufmunternden Spruch: zum Beispiel „Rock on!“. Das motiviert zu mehr Bewegung, ebenso wie die Abzeichen für gute Leistung. Und tatsächlich: Man bewegt sich mehr. Sogar zu Hause. Telefonieren kann man auch wunderbar mit Umherlaufen verbinden, und sogar solche Tätigkeiten wie Hausarbeit erhöhen das Schrittpensum. So bewegt man sich nicht nur mehr – sogar die Wohnung ist aufgeräumter. Dazu ist der Fitbit One schweiß- und regenresistent und spritzwassergeschützt. Insgesamt macht der Fitbit One eine gute Figur: Er hat die meisten Funktionen, ist einfach zu bedienen und verschwindet in jeder Hosentasche.

Runtastic GPS-Watch
Runtastic GPS-Watch
Runtastic GPS Watch: Für Dauerläufer
Runtastic scheint zu wissen, was Läufer wollen – sonst würden wohl kaum über 70 Millionen Menschen die Runtastic-Apps auf ihrem Smartphone nutzen. Das österreichische Unternehmen bietet sportbegeisterten Technik-Fans eine ganze Reihe von Fitness-Gadgets an, wie die Runtastic GPS-Uhr. Fitbit Flex, Fitbit One und Nike+ dienen eher der Motivation und überwachen, ob man sich über den Tag genug bewegt. Die GPS-Uhr von Runtastic mit Brust-Pulsgurt und Fahrradhalterung (nicht getestet) dagegen ist ein Trainingsgerät für ambitionierte Sportler. Dementsprechend macht sie allerdings optisch leider nicht viel her. Sie ähnelt einer normalen Armbanduhr, das eigentlich große LC Display kann aufgrund der geringen Auflösung nur recht wenig darstellen. Viele Menüpunkte erscheinen nur abgekürzt und kryptisch, für Rätsel-Fans mag das eine Freude sein, im Alltag erweist sich das aber eher als anstrengend. Zudem fiel auf, dass die Knöpfe der Uhr hin und wieder schlecht reagieren. Neben der eigenen Geschwindigkeit, dem Höhenmeter, den verbrauchten Kalorien und der zurückgelegten Distanz kann der Nutzer mit der Uhr die Rundenzeit nehmen, einen Alarm für bestimmte Trainingszonen einstellen oder den eingebauten Kompass, der auch ohne GPS funktioniert, nutzen. Der GPS-Empfang ist häufig mangelhaft, somit ist keine genaue Entfernung und Ortung möglich. Wichtige Koordinaten des Trägers, also Alter, Gewicht und Größe, werden zudem gar nicht abgefragt. Mit dem mitgelieferten Brustgurt kann die Herzfrequenz gemessen werden. Er verbindet sich automatisch mit der Uhr. Programmierbare Intervalltrainings sind bei der Uhr nicht möglich und eine ordentliche Kartendarstellung vermisst man gänzlich. Eine Anzeige auf der Uhr gibt dagegen Auskunft über den Akkustand. Die Bedienung der GPS Uhr ist nicht ganz so einfach. Zwar befindet sich ein kleines Booklet zur Anleitung in der Verpackung, wirklich einfacher wird es dadurch aber nicht. Die Datenübertragung an das Runtastic Fitness-Portal bereitete dafür keine Probleme. Grundsätzlich ist die Software ganz gut gemacht, sie bleibt im Hintergrund und öffnet sich erst dann, wenn die Uhr verbunden wurde. Trainingsdaten werden ausgesprochen schnell ins Portal hochgeladen und anschließend, auf Wunsch, von der Uhr gelöscht. Das alles funktioniert viel schneller als z.B. bei Nike+. Runtastic kann im Grunde kostenfrei genutzt werden, allerdings sind erweiterte Statistiken nur gegen Bezahlung verfügbar. Auf der Internetseite bietet Runtastic ein umfangreiches Trainingsportal, das kaum Wünsche offen lässt. Mit der dazugehörigen Fitness App ließ sich die Uhr aber nicht, wie auf der Packung angegeben, koppeln. Ein erwähnenswerter Vorteil der Uhr ist aber, dass man nicht mühsam sein Smartphone herauskramen muss, um sich seiner aktuellen Trainingswerte zu vergewissern. Ein schneller Blick auf die Uhr und ein Knopfdruck genügen und der Läufer ist über alle wichtigen Daten informiert. Insgesamt funktioniert die Uhr zuverlässig und bietet eine Vielzahl an Informationen. Für 150 Euro ist sie allerdings kein Schnäppchen und nur was für echte Dauerläufer.

Fazit

Die getesteten Tracker sind letztlich nur eine moderne Variante des klassischen Schrittzählers und wie der Selbstversuch zeigte, kommen die Tracker dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen. Daraus ergaben sich auch sehr unterschiedlich verbrauchte Kalorien und zurückgelegte Strecken. Unterschiede sind neben den Messdaten vor allem beim Tragekomfort, der Stromversorgung und den zugehörigen Apps auszumachen. Im Praxistest hat sich zudem gezeigt, dass Fitness-Tracker den Nutzern kaum dabei helfen, wirklich aktiver zu werden. Denn obwohl die kleinen Geräte als Fitness-Tracker beworben werden, dreht sich in der Praxis alles um die Aktivitäten von Fußgängern. Selbst wenn Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren in den Apps wählbar sind, werden auch diese Aktivitäten stets in Schritte umgerechnet. Eine verlässliche Auswertung ist so kaum möglich. Zu kritisieren ist zudem die Abweichung zwischen den Messdaten von Trackern am Handgelenk und jenen, die in der Hosentasche mitgeführt wurden (Fitbit One). Im Tagesverlauf registrierten die Armband-Tracker bis zu 30 Prozent mehr Aktivität, da selbst Armbewegungen im Sitzen und Stehen als Schritte gezählt wurden. Auch die Bedienung der verschiedenen Tracker ist meist ziemlich kompliziert und umständlich. Eine klare Anleitung oder ein Handbuch sucht man in den Packungen vergebens. Um also wirklich aktiver und fitter zu werden, sind die meisten Fitness-Tracker ungeeignet, denn die Motivation war nach anfänglicher Begeisterung schnell verflogen. Viel eher sind die kleinen Tracker ein Modeaccessoire und Lifestyle-Produkt. Für welches Fitnessgadget man sich auch entscheidet: Kein Tracker der Welt macht einen automatisch zu einem sportlicheren oder gesünderen Menschen. Nur die eigene Willenskraft kann einen da weiterbringen. Die Fitness-Tracker geben lediglich eine Hilfestellung, um das Fitness-Level zu überwachen.