Eines der bedeutendsten Erlebnisse unserer frühsten Kindheit sind die ersten Schritte, die wir unternehmen. Zu Beginn noch etwas unsicher, lernen wir mit der Zeit, uns immer besser fortzubewegen und stehen irgendwann mit beiden Beinen fest im Leben – und vor allem auf beiden Füssen. Im Durschnitt geht ein Mensch im Laufe seines Lebens 50 Millionen Schritte, verteilt auf 40.000 Kilometer. Das bedeutet, er legt in etwa eine Strecke zurück, die ihn einmal um die Erde führt. Dabei lastet das gesamte Körpergewicht auf den Füssen. Damit diese uns bestmöglich voranbringen, gibt es einiges zu beachten. Erfahren Sie hier, wie Ihre Füsse dauerhaft gesund und schön bleiben. Von Nicole Phillips und Natalie Rosini

Der beste Beauty-Tipp für gesunde und schöne Füsse: tagsüber immer wieder mal die Füsse hochlegen und so oft wie möglich barfuß gehen.
Der beste Beauty-Tipp für gesunde und schöne Füsse: tagsüber immer wieder mal die Füsse hochlegen und so oft wie möglich barfuß gehen.

Um das größte Problem für unsere Füsse gleich von Anfang an beim Namen zu nennen: Es sind die Schuhe! Und zwar nicht bloß die High Heels mit 12 Zentimeter-Absatz und mehr – dass das anatomisch nicht so gewollt ist, kann sich ja wohl jeder denken! -, sondern oftmals auch die Fußbekleidung, die uns bequem und funktional scheint. Einer Studie von 2010 zufolge tragen über 80 Prozent der Deutschen Schuhe, die ihnen gar nicht richtig passen: Die meisten tragen zu große bzw. für ihre Maße zu lange Schuhe. Und das ist laut Medizinern ebenso schädlich für die Füsse wie zu kleine Schuhe, die zu Durchblutungsstörungen, Hallux Valgus (Schiefstand des großen Zehs), Hammerzehen und letztlich zu Knorpelschäden und Arthrose führen können. Sind die Schuhe zu weit, findet der Fuß keinen Halt und rutscht im Schuh in die so genannte „Zugabe“, den Leerraum, der eigentlich zum Abrollen dienen soll. Die Zehen werden dadurch ebenso gestaucht wie in einem zu kleinen Schuh, die Ferse wiederum hat zu viel Spiel und schlappt. Die Folge: Der Gang verändert sich, Haltungsschäden entstehen, die Gelenke werden stärker belastet. Und das wiederum belastet auf lange Sicht nicht bloß den Fuß, sondern den gesamten Bewegungsapparat.

Passt, wackelt nicht(!) und hat Luft

Wer gut zu Fuß sein möchte, sollte seine exakte Schuhgröße in einem guten Schuhgeschäft messen lassen. Der perfekt sitzende Schuh hat vor den Zehen genügend „Zugabe“ zum Abrollen, 10 Millimeter sind ideal. Am Ballen und an der Ferse wiederum muss der Schuh fest sitzen, das gilt vor allem für Schuhe mit höheren Absätzen. Ist das nicht der Fall, kann man leicht umknicken. Der Ballen ist die breiteste Stelle des Fußes und der Bereich, an dem ein passender Schuh fest sitzen sollte – natürlich ohne zu drücken. Leider ist die gängige Einteilung in Schuhgrößen nicht ideal, denn wenn ein Schuh zu eng scheint, bleibt in den meisten Fällen nur der Griff zur nächstgrößeren Größe. Richtig wäre es aber, ein weiter geschnittenes Modell zu wählen, bzw. im Fall, dass der Schuh „zu klein“ ist, ein schmaler geschnittenes. Und hier noch ein weiterer Tipp fürs Schuh-Shopping: Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle! Unsere Füsse schwellen im Laufe des Tages an, sind demnach also abends „dicker“ als morgens. Der High Heel zum Cocktailkleid oder der Smoking-Schuh sollte deshalb idealerweise abends gekauft werden, Schuhe für den ganzen Tag am besten am Nachmittag. Und auch die Jahreszeit spielt eine nicht unerheblich Rolle: Bei höheren Temperaturen schwellen die Füsse ebenfalls an, weshalb es nicht ratsam ist, den Stiletto für den Sommerurlaub bereits im Winter zu kaufen. Zu guter Letzt noch folgender Tipp: Gönnen Sie Ihren Füssen Abwechslung! Frauen, die nur auf hohen Hacken durchs Leben laufen, gehen Gefahr, dass sich die Zehen deformieren und die Sehnen in den Waden verkürzen. Doch auch Männer sollten öfter mal die Schuhe wechseln. Und letztlich gilt: Immer wieder mal barfuß laufen bietet den Füssen die sinnvollste Auszeit!

Technikwunder Fuß

Schon Goethe wusste: „Ein schöner Fuß ist ein großes Geschenk der Natur“, während Leonardo da Vinci den Fuß, den er zeichnerisch mehrfach darstellte, als „Miraculum technicum naturae“ bezeichnete, als ein technisches Wunder der Natur. Dr. Katalin Nass, Chefärztin am Scivias Krankenhaus in Rüdesheim und im Beirat der Gesellschaft für Fußchirurgie e.V., bestätigt das und erklärt, dass ein Fuß aus 26 einzelnen Knochen und nahezu doppelt so vielen Gelenk- und Bandverbindungen besteht. Es lässt sich also in der Tat von einer perfekten biomechanischen Einheit sprechen – zumindest, solange das Konstrukt funktioniert. Und vor allem wenn man bedenkt, was den Füssen im Laufe eines Lebens abverlangt wird und was uns unsere Füsse ermöglichen. Zum einen sorgen sie für einen sicheren Stand, zum anderen dienen sie der Fortbewegung, wobei sie sich der jeweiligen Bodenbeschaffenheit anpassen – und das innerhalb von wenigen Sekunden. „Egal ob hart oder weich, eben oder uneben, steil oder plan – das Zusammenspiel von Knochen, Bändern und Muskeln im Bereich des Fußes ermöglicht uns einen sicheren Stand und Gang.“ Funktionell wird zwischen Vorfuß samt Zehen, Mittelfuß und Rückfuß unterschieden. Hinzu kommen die Bandverbindungen und Muskeln. Kürzere finden sich im Fuß, andere reichen vom Becken und bis hinab zu den Füssen. Demzufolge sind diese ein komplexes Organ. Daher, so Dr. Katalin Nass, „ist es auch leicht nachvollziehbar, dass kleine Unregelmäßigkeiten in der Anatomie Folgen haben können. Probleme machen sich anfangs meist nur beim Sport bemerkbar. Oftmals nehmen die Beschwerden zu, so dass auch irgendwann das Laufen Schmerzen bereitet. Spätestens dann ist es an der Zeit, einen Experten aufzusuchen, denn Aufgabe der modernen Fußchirurgie ist es, in solchen Fällen rechtzeitig zu beraten, zu behandeln und gegebenenfalls auch zu operieren.“

Luxus für die Füsse

Auszeit: Barfußgehen ist Wellness für die Füsse.
Auszeit: Barfußgehen ist Wellness für die Füsse.
Natürlich sollten wir unseren Füssen nicht bloß hochwertiges Schuhwerk, sondern auch die adäquate Pflege zukommen lassen. Denn schöne Füsse sind vor allem jetzt, in der „Freifuß-Saison“, ein Must – und zwar für Frauen und Männer. Der unumstrittene Meister in Sachen Pediküre ist der Franzose Bastien Gonzalez. Seine Luxusbehandlungen, die er nicht bloß im Salon in Paris, sondern weltweit in hochkarätigen Spa-Hotels anbietet, sind der pure Genuss für die Füsse – den sich übrigens auch so mancher Hollywoodstar gönnt… Auch wenn der passionierte Podologe den Fuß und dessen Gesundheit und Schönheit ins Zentrum seines Schaffens stellt, ist er dennoch kein vehementer Gegner von High Heels – wie sollte er auch, als Pariser und noch dazu als „Fußguru“ derer, die auf den Red Carpets der Welt zu Hause sind? Allerdings, so der Experte, müsse man den Füssen regelmäßig Auszeiten wie Barfußlaufen und wohltuende Massagen gönnen – und das nicht nur nach einem Abend auf hohen Absätzen. Bei seinen Behandlungen, zu denen neben der Behandlung mit der eigenen pflegenden Kosmetiklinie durch fußpflegerisch-medizinisch geschulte „Manager“ auch Massagen bis hoch zu den Knien gehören, setzt er vor allem auf eins: Natürlichkeit. Deshalb ist er auch kein Freund von Lacken. Stattdessen setzt er auf ein natürlich glänzendes Finish mittels Polieren mit Gamsleder. Wenn’s dann aber doch mal bunt an den Füssen sein soll, rät er, den Lack spätestens nach drei Tagen zu entfernen, um Verfärbungen zu vermeiden. Zudem hat er folgenden Tipp, den jeder befolgen sollte, der seine Füsse liebt: Jeden Abend die Füsse massieren und die Zehen stretchen.

Do it yourself

Eine regelmäßige professionelle Fußpflege ist ratsam, und das nicht nur für jene, die vielleicht Probleme mit Verhärtungen, eingewachsenen Nägeln oder Hühneraugen haben. Doch es gibt auch einige Wellness- Anwendungen für die Füsse , die man leicht in den Alltag einbauen kann. Dazu gehört neben Bastien Gonzalez‘ Tipp mit den regelmäßigen Massagen und Dehnübungen, die man abends vor dem Einschlafen machen kann, auch das Eincremen. Es gibt spezielle Cremes, im Grunde reicht aber auch eine gute rückfettende Handcreme. Das Eincremen lässt sich übrigens mit der Massage verbinden – entspanntes Einschlafen ist inklusive. Ab und an sollte man seinen Füssen auch eine Extraportion Pflege gönnen: Ein warmes (nicht zu heißes!) Fußbad mit ein paar Tropfen pflegendem Öl (z.B. Olivenöl oder ätherische Öle) lockert die Muskulatur, regt die Durchblutung an und wirkt entspannend auf Füsse und den ganzen Körper. Danach die Füsse richtig dick eincremen, bei rauen Füssen kann man auch etwas Fettigeres nehmen wie Vaseline oder Melkfett. Am besten macht man das ebenfalls vor dem Schlafengehen und zieht weiche Baumwollsocken über. Am nächsten Morgen sind die Füsse weich und gepflegt. Wenn man das regelmäßig macht, verhindert man auch die Bildung von Hornhaut. Dieser sollte man übrigens besser nicht mit den üblichen Utensilien wie Bimsstein oder gar Hobel zu Leibe rücken, sondern diese Behandlung lieber einem geschulten Fußpfleger überlassen! Das gilt auch für Do-it-yourself-Behandlungen von Hühneraugen, Druckstellen oder eingewachsenen Nägeln. Apropos Nägel: Diese sollte man stets mit dem adäquaten Werkzeug kürzen – Nagelschere oder Knipser – und niemals die Ecken abschneiden, um zu verhindern, dass der Nagel einwächst. Auch sollte man die Nägel mit einer guten Feile aus Papier oder Glas (kein Metall!) feilen, um ein Splittern oder Einreißen zu verhindern. Für die Nagelhaut gilt dasselbe wie bei der Maniküre: Schneiden ist tabu! Mit einem speziellen Pflegeöl (oder Babyöl) einmassieren, bis sie weich ist und dann vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen zurückschieben. Praktisch: Es gibt Pflegestifte, mit denen man immer mal wieder zwischendurch die Nagelhaut bestreichen und so ein Austrocknen verhindern kann. Wer’s natürlich mag, sollte es machen wie Fußguru Gonzalez und mit einer Polierfeile die Nägel auf Hochglanz bringen. Das sieht übrigens auch auf Männerfüssen gepflegt aus. Und wenn’s dann doch Farbe sein soll, nie den Unterlack vergessen, um Verfärbungen vorzubeugen. Der beste Beauty-Tipp für gesunde Füsse ist jedoch einer, für den man keinerlei Utensilien braucht: tagsüber immer wieder mal die Füsse hochlegen und so oft wie möglich barfuß gehen. Ihre Füsse werden es Ihnen danken!

Beauty Musthaves für die Füsse
Beauty Musthaves für die Füsse

Beauty Musthaves für die Füsse

  • 1 Schutz vor Wundreiben, Blasen- und Hornhautbildung sowie intensive Feuchtigkeit ohne zu fetten bieten die Hirschtalg-Cremes von Dr. Scholl
    www.scholl-fusspflege.de
  • 2 Ebenfalls aus dem Hause Scholl stammen spezielle Schutzpolster gegen Druckstellen aus der Party Feet Linie: Das sanfte unsichtbare Gel legt sich wie ein Schutzfilm über die Stellen, an denen es drückt, und verhindert ein Wundscheuern.
  • 3 Für einen besonderen Wellness- Kick sorgt die selbstwärmende Fußmaske Thermasoft von Alessandro. Die natürlichen Inhaltsstoffe dringen tief in die Haut ein und machen die Füsse superweich und zart.
    www.alessandro-international.de
  • 4 Natürliche Zuckerkristalle sorgen beim Hand- und Fußpeeling Cucumber Scrub von O.P.I. für ein sanftes Ablösen von Verhärtungen. Zarter Gurkenduft sorgt für einen zusätzlichen Frischekick.
    www.opi.com
  • 5 Für neuen Schwung sorgt das phantastische Bein- und Fußbalsam Leg Lifts von Origins. Die darin enthaltene französische Minze und Menthol helfen im Nu gegen schwere Beine und müde Füsse.
    www.origins.de
  • 6 Wellness für Eilige: Mit dem Express- Fußspray von LCN kann man seine Füsse schnell zwischendurch pflegen und schützen. Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe wie Urea (10%) und Jojobaöl machen die Haut, selbst rissige und angegriffene, sofort spürbar zarter und geschmeidiger.
    www.lcn-shop.de
  • 7 Reichhaltige Öle und Pflanzenextrakte im Pflegeserum Unguent for nails and cuticles von Bastien Gonzalez pflegen Nägel und die empfindliche Nagelhaut an Händen und Füssen und sorgen für gesunden Glanz und Geschmeidigkeit
    www.bastiengonzalez.com