Ein Bericht in der Presse gibt einem Startup, Gründer oder Unternehmen Relevanz und verleiht den Status eines Experten. Durch den Halo-Effekt überträgt sich die Glaubwürdigkeit des Presse-Mediums direkt auf die eigene Firma. Kostenlose Artikel und Backlinks durch Pressearbeit zu erhalten ist dabei einfacher als man denkt.
Warum sich Pressearbeit besonders für kleine Unternehmen lohnt
Viele Startups, junge Unternehmen und Selbständige unterschätzen sich selbst, wenn es zum Thema Pressearbeit kommt. Sie denken, renommierten Medien würden ausschließlich über große Firmen berichten. Sie selbst seien noch zu unbedeutend und zu unerfahren, um als Experte für ihr Thema oder ihr Business wahrgenommen zu werden. Sie sind der Überzeugung, dass sie nichts Interessantes zu erzählen haben, worüber die Presse berichten könnte. Eigene Pressearbeit sei daher nicht nötig und auch nicht möglich.
Dabei sind unabhängige Artikel über das eigene Produkt oder Unternehmen in der Presse ein wichtiger Baustein beim lokalen Marketing, wenn es um den Aufbau von Vertrauen und Glaubwürdigkeit in der Zielgruppe geht. Sie steigern die Sichtbarkeit, machen Unternehmer, Firmen und Selbständige bekannt und stärken das Vertrauen potenzieller Kunden.

Natürliches Misstrauen gegenüber Startups und unbekannten Unternehmen
Einem Unternehmen oder einer Marke, die man nicht kennt, wird zunächst einmal Misstrauen entgegengebracht. Das ist uns angeboren und Teil der menschlichen Natur. Was man nicht kennt, wird erst einmal gegoogelt. Das gilt besonders für Unternehmen, die ihr Geschäft nur online abwickeln. Kunden und Interessenten haben nicht die Möglichkeit, sich live und physisch vor Ort zu informieren. Man kann sich kein eigenes Bild davon machen und sich selbst davon zu überzeugen, ob das, was online versprochen wird, auch tatsächlich stimmt. Oder ob die Firma überhaupt existiert. Eine eigene Einschätzung und Bewertung ist ausschließlich anhand von Informationen aus dritten Quellen möglich. Einfach gesagt: Eben allem, was sonst noch so im Netz zu finden ist.
Das Phänomen des natürlichen Misstrauens beschränkt sich dabei nicht nur auf die Online-Welt. Auch bei Offline-Angeboten haben es sich Kunden zur Gewohnheit gemacht, sich online eine Meinung zu bilden und sich über ihren potenziellen Geschäftspartner oder Dienstleister zu informieren. Ist der Rechtsanwalt gut? Nimmt sich der Arzt Zeit für mich? Hat der Architekt den versprochenen Zeitplan bei anderen eingehalten?
Kunden versuchen Fragen mit Hilfe des Internets zu beantworten und sich nicht ausschließlich auf das zu verlassen, was vielleicht nur vollmundig angepriesen wird. Das natürliche Misstrauen soll damit abgebaut und die eigene Entscheidung bestätigen werden. Suchbegriffe wie „Bewertung“, „Erfahrung“ oder gar „seriös“ in Verbindung mit dem Namen des Unternehmens, dem Produkt, dem Dienstleister oder der Marke haben bei Google Hochkonjunktur. Mit einer guten Pressearbeit lassen sich diese Vorbehalte und Einwände entkräften.
Social Media keine Alternative für Pressearbeit
Renommierte Medien verfügen über eine hohe Internet-Autorität und genießen nicht nur bei Google einen großen Vertrauensstatus, sondern auch bei Usern. Sie werden als Instanz der Qualitätssicherung wahrgenommen. Was hier steht, ist geprüft, richtig und wichtig.
Immerhin sind diese Beiträge von Menschen geschrieben, deren Beruf es ist, Informationen für andere aufzubereiten, korrekt einzuordnen und zu veröffentlichen. Das gilt umso mehr in einer Zeit, in der jede 14-jährige einen „Artikel“ auf ihrem eigenen Blog oder als Video-Beitrag auf Social Media publizieren kann. Das zunehmende Angebot von Inhalten mit niedrigem Vertrauensstatus (Influencer, UGC) hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass das Vertrauen in klassische Medien wächst.

Das Edelman Trust Barometer 2024 zeigt unter anderem, dass Menschen den Inhalten klassischer Medien deutlich mehr vertrauen als Posts auf Social Media. So gibt allein die Berichterstattung in der renommierten Presse einem Startup, Gründer oder Unternehmen Glaubwürdigkeit und Relevanz. Wird man (durch eigene Pressearbeit) zu einem speziellen Thema befragt, verleiht das den Status eines Experten.
Ist die Berichterstattung noch positiv, umso besser. Durch den sogenannten Halo-Effekt überträgt sich die Glaubwürdigkeit des Presse-Mediums direkt auf das eigene Unternehmen. Der unabhängige Bericht wirkt dadurch wie ein Gütesiegel für das eigene Startup, das Unternehmen oder den Gründer. Die Pressearbeit zahlt sich aus.
Zu diesen positiven psychologischen Effekten kommt noch ein weiterer handfester Vorteil: Digitale Pressearbeit (PR) ist der beste Weg, um – ohne dafür zu bezahlen – wertvolle Backlinks aufzubauen. Renommierte Presse-Seiten verfügen regelmäßig über eine große Autorität bei Google mit einem entsprechen hohen Domain Rating (DR). Erhält man im Artikel einen Backlink auf die eigene Website, hilft das den eigenen Google-Rankings.
Pressearbeit in Startups und kleinen Unternehmen: 5 Tipps für kostenlose Artikel und Backlinks
Medien und Presse leben von guten Geschichten. Diese erfinden sich nicht von selbst. Und täglich müssen neue Berichte und Artikel von den Seiten geliefert werden. Websites wie „gruender.de“, „Startupvalley“ oder „Business-Insider“ sind dankbar dafür, wenn sie von interessanten Gründern, Unternehmen oder Startups erfahren und darüber berichten dürfen.
1. Positionierung
Über welche Themen möchten Sie sprechen? Wie stehen Sie selbst zu diesen einzelnen Themen? Wie sah der Weg Ihres Startups, Unternehmens oder des Gründers bis jetzt aus und was macht es einzigartig?
Dabei sollten Sie vor allen Dingen immer kontrovers und authentisch sein und eine klare Meinung haben. Selbst wenn sie nicht dem Common Sense entspricht. Über eine kontroverse Meinung oder Ansicht wird eher berichtet als darüber, was ohnehin jeder sagt und denkt.
2. Die richtigen Medien für die Pressearbeit recherchieren
Zur Vorbereitung gehört es auch, dass Sie sich überlegen, in welchen Medien Sie eigentlich erscheinen wollen und in welchen nicht. Neben den allgemeinen Medien für Startups, Unternehmen und Selbständige gibt es immer auch Nischen- oder Branchen-Publikationen.
Als E-Commerce-Unternehmen für Designer Inneneinrichtung macht ein Beitrag in der „Men’s Health“ wenig Sinn. Und ist dazu noch unwahrscheinlich. Bei „Schöner Wohnen“ und „AD Design“ allerdings sitzen die richtigen Redakteure, die nicht nur „im Thema“, sondern auch neugierig auf gute Geschichten aus Ihrem thematischen Umfeld sind.
Pro-Tipp: Magazine für die Region oder lokale Publikationen sind der beste Einstieg in die Welt der Medienarbeit. Und auch der Leichteste. So bekommen Sie Übung und werden mit dem Thema Presse- und Medienarbeit warm.
3. Redaktionen und Redakteure kontaktieren
Recherchieren Sie bei allen passenden Publikationen die richtigen Ansprechpartner. Hat ein Redakteur in letzter Zeit über ein ähnliches Thema berichtet? Spoiler: Redaktionen einfach wahllos per E-Mail an „info@“ anzuschreiben führt mit Sicherheit nicht zum gewünschten Erfolg. Entscheidend ist, dass Sie bei der Kontaktaufnahme so personalisiert und persönlich wie möglich vorgehen. Je personalisierter, desto besser.

Versuchen Sie dann mit diesen Redakteuren direkten Kontakt aufzunehmen. Per E-Mail, LinkedIn oder auch telefonisch. Nutzen Sie die im Business üblichen Kommunikationswege und schreiben Sie nicht einfach eine Instagram-DM. Das wirkt schnell unprofessionell. Vielleicht haben Sie ja auch eine Idee, auf welchem Event aus Ihrer Branche Sie den Redakteur sogar persönlich treffen können.
Erzählen Sie dem Redakteur Ihre Geschichte, und versuchen Sie, ihn von sich und Ihrer Story zu überzeugen. Stellen Sie sich dabei immer die Frage: Was kann ich dem Redakteur anbieten, damit er sich die Arbeit und Mühe macht, mich kostenfrei in seinem Medium zu platzieren.
4. Presseverteiler für die Pressearbeit erstellen und pflegen
Um bei all der Pressearbeit und den vielen recherchierten Ansprechpartnern nicht die Übersicht zu verlieren, erstellen Sie sich gleich von Beginn an einen guten Presseverteiler (mit den persönlichen Ansprechpartnern). Pressearbeit ist Vertrieb. Denn schlussendlich möchten Sie einem Redakteur oder Medium Ihre Geschichte verkaufen. Behandeln Sie die Daten der Ansprechpartner wie die Daten Ihrer Kunden und pflegen Sie sie in Ihrem CRM-System.
5. Follow-up und dranbleiben
Erwarten Sie nicht, dass ein Redakteur nur auf Sie gewartet hat und nach Ihrer ersten LinkedIn-Nachricht gleich ein mehrseitiges Portrait über Sie schreibt. Machen Sie ein Follow-up und haken Sie bei den Redaktionen nach.
Fragen Sie, ob Ihre Story interessant ist oder ob der Redakteur Fragen zu Ihrer Geschichte oder Ihrem Unternehmen hat. Informieren Sie ihn immer wieder darüber, wenn es etwas Neues von Ihnen, Ihrem Startup oder Unternehmen zu erzählen gibt.
Fazit
Pressearbeit ist ein mächtiges Werkzeug, das Startups, Gründern und kleinen Unternehmen dabei hilft, sich als Experten zu positionieren und Vertrauen bei ihrer Zielgruppe aufzubauen. Oft unterschätzt, bietet sie nicht nur eine einfache Möglichkeit, in renommierten Medien präsent zu sein, sondern auch wertvolle Backlinks für die eigene Website zu generieren.
Der Halo-Effekt sorgt dafür, dass die Glaubwürdigkeit des Mediums auf das Unternehmen übertragen wird, während positiver Presseberichterstattung den Status eines Experten verstärkt. Durch eine gezielte und authentische Pressearbeit können Unternehmen ihre Sichtbarkeit steigern, bekannter werden und das Vertrauen potenzieller Kunden stärken.





















































