Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
manchmal, ich bin ganz ehrlich, wird mir die Hektik zu viel. Zu viel Tempo, zu viele Reize. Man springt vom Meeting zum Event, der Tag rauscht vorbei – und am Abend frage ich mich oft: Was hat heute wirklich gezählt?
Diesem Gefühl widmen wir diese Ausgabe. Ulli Kobale findet in ihrer Story „Always and Forever“ die Antworten im Wert des Bleibenden: das Ticken einer mechanischen Uhr, das Knistern einer Schallplatte. Und wir führen Sie zu den Orten, die uns den wahren Luxus dieser Tage schenken: Stille. Willkommen in unseren „Slowcations“.
Der andere Luxus ist der Genuss, zelebriert bei „Königlich aufgetischt“ im Steigenberger Frankfurter Hof. Dort gestand Tom Parker Bowles gegenüber Denis Scheck, Essen sei für ihn „die Sache auf der Welt, die ich am allermeisten liebe“ – eine Leidenschaft, die eben auch einen „kleinen Bauch“ nährt und die ich nur zu gut kenne.
Ich gebe zu: Als ich Kitti Pohls Selbstversuch auf dem Pilates-Reformer las, habe ich mich in meinem Bürostuhl ertappt gefühlt. Sie berichtet in unserem Sporting-Thema „Frankfurt im Schlitten-Rausch“ so anschaulich von dem Versuch, einen Besenstiel von Rücken dazu zu bewegen, sich „Perle für Perle“ abzulegen, dass ich unwillkürlich Haltung angenommen habe.
Womit wir bei Werten wären, die man nicht im Rücken spürt, sondern auch besitzen will. Ein Blick in die Goethestraße genügt: Die Schlange vor Louis Vuitton wird nicht kürzer. Antje Erhardt analysiert in ihrer Kolumne „Bling Bling – Kampf um die Rendite“ die clevere Alternative: die Aktie statt der Tasche. Und dass diese Geldidee bei den Digital Natives längst angekommen ist, zeigt Thomas Zorn in seiner Story „Gen Z sucht nach Geldideen“. Sein Fazit: Ohne Aktien lässt sich heute kaum noch etwas aufbauen.
Und ohne Tatort – jedenfalls für mich – kein richtiger Sonntag. Erst recht nicht in Frankfurt, seit das neue Team auf Sendung ist. Sabine Börchers hat Melika Foroutan und Edin Hasanovic getroffen und beschreibt eine Verbindung, die weit über das Kollegiale hinausgeht – sie nennen sich „Familie“. Eine Geschichte über Haltung, Heimat und die Liebe zu einer Stadt, die „noch nicht so auserzählt“ ist.
Von der Haltung, die unbezahlbar ist, zum wertvollsten Edelstein der Welt: dem Diamanten. Doch selbst dessen Status wankt, seit die Perfektion aus dem Labor der Geschichte aus der Erde Konkurrenz macht. Unser Artikel „Zwischen Ewigkeit und Innovation“ stellt die Kernfrage dieser Ausgabe: Was ist von wahrem Wert?
Die Antworten und Geschichten dazu finden Sie auf den folgenden Seiten. Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre und Zeit für das, was für Sie wirklich zählt.
Ihre Eleonore Schmidt