Zum ersten Mal seit Jahren hat Apple wieder ein komplett neues Gerät vorgestellt. Mit einem eigenen Heimlautsprecher will der Computerkonzern Sonos und Amazons erfolgreichen Alexa-System Konkurrenz machen. Der HomePod soll die nächste Musikrevolution auslösen.

Sein Gehäuse hat Ähnlichkeit mit einer Rolle Häkelgarn, er trägt den Namen HomePod und ist, nun ja, ein Lautsprecher. Einer, der am Internet hängt und ins Wohnzimmer hineinhorcht. Auf Zuruf soll er Musik abspielen, Termine in den Kalender eintragen, die Wettervorhersage vorlesen, das Licht dimmen oder die Heizung regulieren.

Konkurrenz für Amazon Echo, Sonos und Co.?

„Mit dem HomePod wollen wir die Musik im Wohnzimmer neu erfinden.“ Apple-Marketingchef Phil Schiller zeigte sich bei der Präsentation des ersten smarten Lautsprechers von Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC gewohnt angriffslustig.

Einige Konkurrenten wie Sonos seien gut darin, Musik drahtlos in verschiedene Räume zu bringen, bauten aber keine smarten Lautsprecher. Andere wie Amazon mit seinem Modell „Echo“ und der Assistentin Alexa bauten zwar smarte Geräte, böten aber nur eine mittelmäßige Soundqualität. Apple wolle beides miteinander verbinden und die Musiknutzung zu Hause „revolutionieren“, wie einst unterwegs mit dem iPod-Player, sagte Schiller.

Apples Lautsprecher HomePod Technik im Detail

Der etwa 18 cm hohe HomePod wird über WLAN im lokalen Netzwerk eingebunden. Zum Einrichten soll es genügen, ähnlich wie bei den drahtlosen Bluetooth-AirPods ein iPhone in die Nähe zu halten. Der Lautsprecher übernimmt dann Daten wie Apple-ID oder auch WLAN-Schlüssel.

Ohne die entsprechende Apple Hardware bleibt das Zuhause allerdings stumm. Der smarte Siri-Lautsprecher kann nur in Verbindung mit einem iPhone, iPad oder iPod Touch eingerichtet werden.

Sound und Multiroom-Konzept

Sieben im Kreis angeordnete Hochtöner sollen für räumlichen Sound sorgen. Apples Assistenzsoftware Siri ist integriert, und mit ihr kann man sich mithilfe eines Systems aus sechs Mikrofonen unterhalten.

Stehen gleich zwei HomePods im gleichen Raum, erzeugen diese automatisch einen Stereo-Klang, indem sie sich automatisch erkennen und ausbalancieren. Werden die HomePods hingegen in Wohnung bzw. im Haus verteilt, können sie alternativ als Multiroom-Lautsprecher genutzt werden.

Der HomePod kommt mit Room Sensing und Multiroom-Funktion

Großes Potenzial

Mit Apple steigt ein weiteres Schwergewicht in den Ring der smarten Lautsprecherhersteller. Tatsächlich hat das HomePod-Konzept eine Menge Potenzial – zumindest in der Theorie. Die Kombination aus einem kraftvollen, gut klingenden Lautsprecher und den smarten Funktionen, die Siri mitbringt, dürfte nicht nur Apple-Fans gefallen. Für Musikfans sind die bisherigen Lösungen von Amazon und Google nämlich nur in Kombination mit externen Boxen interessant.

HomePod Marktstart, Preis und Lieferschwierigkeiten

Im Dezember 2017 kommt der HomePod zunächst in den USA, dem Vereinigten Königreich und Australien auf den Markt. Im Laufe des Jahres 2018 soll er auch in Deutschland und anderen Ländern erscheinen. Der Siri-Lautsprecher wird 350 Dollar kosten und in Schwarz und Weiß erhältlich sein.

Der HomePod wird in schwarz und weiß erhältlich sein

Es ist noch gar nicht klar, ob Apple mit dem HomePod überhaupt die Erwartungen erfüllen kann. Dennoch wird schon jetzt vor extrem knappen Beständen zum geplanten Marktstart im Dezember gewarnt.

Der Chef des Apple-Zulieferers Inventec, David Ho, äußerte bereits, sein Unternehmen habe Lieferschwierigkeiten. Inventec könne in diesem Jahr zunächst nur 500.000 Stück des neuen HomePod ausliefern. Verglichen mit den Zahlen von anderen Apple-Produktstarts dürfte das tatsächlich reichlich wenig sein.

Der Hype um das nächste neue Apple-Produkt ist in vollem Gange.