Das Beste der Rebe

Gaumen und Sinne verwöhnten die exzellenten Tropfen auf dem Sommerfest im romantischen Weingut Robert Weil im Rheingau. Das Gipfeltreffen der Weinelite fand auf Initiative des Weinmagazins „Fine“ in Kiedrich statt. Zum Meinungsaustausch und Verkosten hatten die Gastgeber Wilhelm Weil, Klaus Westrick und Ralf Frenzel eingeladen. „Wir sind glücklich und stolz, die besten Weine der Welt zu präsentieren. Das ist die Essenz des Besten, was man haben kann“, erklärte Klaus Westrick bei der Begrüßung auf dem idyllischen Landschlösschen. Die Idee zum Sommerfest kam Weil und Frenzel nach einer langen Ballnacht beim Entenfrühstück im Nassauer Hof in Wiesbaden, „sie ist also dem Alkohol geschuldet“, sagte Weil lachend.

Spitzenwinzer vor Ort

Axel Heinz (Tenuta dell' Ornellaia) mit Tommaso Cavalli (Tenuta Degli Dei)
Axel Heinz (Tenuta dell‘ Ornellaia) mit Tommaso Cavalli (Tenuta Degli Dei)
20 internationale Weltklasseweingüter wie Châteu Phélan Ségur aus Frankreich, Ornellaia aus Italien und Schloss Gobelsburg aus Österreich waren für zwei Tage in den Rheingau gekommen, um ihre besten Jahrgänge zu präsentieren. Die drei Veranstalter sahen darin eine „bisher nicht da gewesene Wertschätzung des deutschen Spitzenweinbaus durch diese großen internationalen Winzer-Kollegen“. Auch die angereisten Winzer genossen das Sommerfest: „Wir haben uns herzlich willkommen gefühlt. Für alles und jeden war gesorgt. Tolle Gastgeber, ein tolles Fest“, erklärte Tommaso Cavalli, Bruder von Modedesigner Roberto Cavalli und Inhaber des Weinguts Tenuta degli Dei. Und wenn so viele gute Weine auf feierbereite Menschen treffen, braucht man sich nicht wundern, dass die letzten Gäste erst im Morgengrauen den Heimweg antraten. Rund 600 Gäste tummelten sich zuvor in der Parklandschaft rund um das Weingut und genossen die edlen Tropfen und tanzten zum Sound der Live-Band „Waterproof“. Ein ganzer gebratener Ochse am Spieß, zubereitet von Egbert Engelhardt und seine Consortium Gastronomie in Wiesbaden, von dem später nur noch das Gerippe übrig blieb, stillte den Hunger auf vorzügliche Weise. „Dieser Abend ist ein einmaliges Erlebnis; die Möglichkeit zum persönlichen und intensiven Austausch auf so hohem Niveau, unter derart hochkarätigen Kollegen, kommt so schnell nicht wieder“, erklärte Ralf Frenzel.

Auf ein Glas mit…

Comte Stephan von Neipperg (Weingut Château Canon La Gaffelière) und Dieter Müller kennen sich aus dem Bordeaux.
Comte Stephan von Neipperg (Weingut Château Canon La Gaffelière) und Dieter Müller kennen sich aus dem Bordeaux.
Auch Dr. Johanna Höhl von Deutschlands größter und ältester Apfelweinkelterei probierte sich gemeinsam mit Lebensgefährte und Ex-Fußballprofi Dieter Müller durch die gut temperierten Rebsorten: „Letztes Jahr war es bitterkalt, wir haben gefroren und standen unter den Schirmen. In diesem Jahr ist es eine tolle Sommernacht und wir können durch den wunderschönen Garten spazieren“, erklärte Höhl, während Dieter Müller sich nicht daran hindern ließ, auch bei hochsommerlichen Temperaturen Rotwein zu trinken. Er schwärmte von seiner Zeit in Bordeaux: „Als Profi spielte ich bei Girondins Bordeaux. Noch heute kann ich mich an den besten Winzer dort erinnern“, sagte er und schenkte den Gästen ein Schlückchen seines Lieblingsweins von Winzer Comte Stephan von Neipperg vom Weingut Vignobles Comtes von Neipperg, der ebenfalls für dieses Fest von Bordeaux in den Rheingau reiste, ein. „Es war interessant, sich mit anderen Winzern aus verschiedenen Ländern auszutauschen und deren Weine zu verkosten“, sagte dieser. Auch SKH Bernhard Prinz von Baden zeigt sich begeistert von den zahlreichen offerierten Weinen der Winzer: „Eine solche Dichte internationaler Weingrößen habe ich noch nie erlebt – selbst auf der Prowein nicht“, sagte er auf dem Heimweg. Und Ralf Frenzel resümierte: „Ich habe mich sehr gefreut, dass alle gekommen sind. Alle haben für zwei Tage mal das Tempo rausgenommen. Ein Luxus, der ausreichend Zeit für gute Gespräche einräumte. Das hat gefallen.“