HomeBusiness & Finance60 Jahre Sinn Spezialuhren: „Da steckt noch echtes Handwerk drin.“

60 Jahre Sinn Spezialuhren: „Da steckt noch echtes Handwerk drin.“

Sinn Spezialuhren stehen weltweit für funktionsstarke mechanische Zeitmesser. Uhrenliebhaber sowie Piloten, Taucher, Rettungskräfte oder die maritime Einheit der GSG 9, die sich in Extremsituationen auf ihre Uhr verlassen müssen, gehören zum Kundenkreis. Inhaber Lothar Schmidt sprach mit uns über die international begehrten Zeitmesser und erklärte uns, wieso mechanische Modelle auch im digitalen Zeitalter überzeugen.

„Hätte man mir als Jugendlicher gesagt, dass ich einmal ein erfolgreiches Uhrenunternehmen führen würde, ich hätte es nicht geglaubt“, lacht Inhaber und Geschäftsführer Lothar Schmidt, der 2021 mit Sinn Spezialuhren in Frankfurt-Sossenheim 60-jähriges Jubiläum feiert. „Ich war von klein auf total technikvernarrt, aber kein Uhrenfreak“, verrät er. Bis 1975. Da half der Diplom-Ingenieur eine Zeitlang in einer renommierten Gehäusefabrik im französischen La Chaux-de-Fonds aus – und der Funke sprang sofort über: „Ich lernte nicht nur die Sprache, sondern auch die Eleganz klassischer Zeitmesser lieben.“

Sinn-Inhaber Lothar Schmidt: Vom Ingenieur zum Uhrenliebhaber

Schnell merkte Lothar Schmidt, dass er seine Leidenschaft für Maschinenbau auch in der Uhrenindustrie ausleben kann. „Als mir Helmut Sinn, Pilot, Blindfluglehrer und Schöpfer von Sinn Spezialuhren, sein unabhängiges Unternehmen, das für die Herstellung von Navigationsborduhren und Fliegerchronographen bereits bekannt war, zum Kauf anbot, habe ich keine Sekunde gezögert.“ Am 1. September 1994 übernahm er voller Stolz die 1961 in Frankfurt gegründete Firma. „Ein eindrucksvolles Erbe an einem super Standort. Frankfurt ist wie ein großes Dorf, hat aber alles, was eine Millionenstadt zu bieten hat.“

2017 wurde die neue SINN-Zentrale in der Wilhelm-Fay-Straße in Sossenheim eröffnet
2017 wurde die neue SINN-Zentrale in der Wilhelm-Fay-Straße in Sossenheim eröffnet

Funktionalität schafft Emotionen

Mit enormer Innovationskraft hat sich die Marke Sinn etabliert. Der internationale Durchbruch gelang 1999 mit der „Frankfurter Finanzplatzuhr 6000“. Schmidt: „Ein Spitzenmodell, das es mittlerweile in sieben Variationen gibt.“ Auf der Basis bewährter Werke entstehen unter der hauseigenen Modifikation „SZ-Uhrwerke“ zertifizierte Kaliber, die sich durch technische Alleinstellungsmerkmale auszeichnen: Einsatzzeitmesser mit Uhrwerk-Alterungsschutz, Modelle, die Temperaturen von -45 und +80 Grad Celsius erlauben oder absolut beschlag- und verspiegelungsfreie Taucheruhren aus U-Boot-Stahl – dank Hydro-Technologie können extreme Meerestiefen erreicht werden. 2014 unternahm Robert Alan Eustace einen Weltrekord-Stratosphärensprung aus über 41.000 Metern Höhe – mit einer Sinn-Uhr über dem Raumanzug.

Sinn baut Spezialuhren für Jäger mit Mondphase

„Bei einer Uhr spielen emotionale Werte eine Rolle. Wir setzen zusätzlich auf Inhalte, die schaffen dann die Emotionen selbst”, erklärt Lothar Schmidt. „Andere designen ein grünes Ziffernblatt mit Geweih und nennen es Jagd-Uhr. Wir integrieren Funktionen, die der Jäger dann auch sinnvoll nutzen kann, wie das Anzeigen der Mondphase.“ Immer wieder werden Lösungen entwickelt, um die zeitlosen Zeitmesser noch robuster und leistungsfähiger zu machen – dafür wurde die Marke Sinn bereits mehrfach mit einem Design Award ausgezeichnet.

Aus der Unternehmenssammlung- eine historische SINN 103A, einer der ersten Fliegerchronographen von Sinn Spezialuhren
Aus der Unternehmenssammlung- eine historische SINN 103A, einer der ersten Fliegerchronographen von Sinn Spezialuhren

Die raffinierte Symbiose von Ingenieurskunst, handwerklichem Können und Ästhetik kommt in der Fachwelt und bei Uhrenfans gleichermaßen an: „Viele entscheiden sich im digitalen Zeitalter fürs mechanische Modell“, so Lothar Schmidt. „Wieso auch nicht? Sinn Uhren sind individuell, teilweise limitiert, langlebig und stromunabhängig. Da steckt noch echtes Handwerk drin.“

Sinn-Inhaber Lothar: Überraschung mit Jubiläumsuhr

Die Realisierung der Uhrwerke erfolgt ausschließlich im eigenen Haus – vom Entwurf bis zur Konstruktion. Die Produkte werden direkt und über ausgewählte Juweliere vertrieben. Zurzeit sind über 30 Modelle in der Entwicklung. „Es wird eine Jubiläumsuhr geben”, verrät Lothar Schmidt. Wie genau sie aussieht, ist aber noch streng geheim. „So viel kann ich sagen: Es ist die Neuauflage eines Modells von 1974. Natürlich technisch weiterentwickelt und mit einer Sonderfarbe.“

► Weitere Infos unter: www.sinn.de

Wie nützlich war dieser Beitrag?

Durchschnitt 4.4 von insgesamt 1174 Bewertungen

Es tut uns leid, dass dieser Beitrag nicht nützlich für Sie war...

Sagen Sie uns, was wir verbessern können!

MEHR LESEN

Stay Connected

13,867FansGefällt mir
32,689FollowerFolgen
7,606FollowerFolgen