HomeBusiness & FinanceALEA und HGW feiern 150. Geburtstag

ALEA und HGW feiern 150. Geburtstag

Dass Thomas Reimann am 27. Oktober als Vizepräsident in das Präsidium der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände e. V. (VhU) gewählt wurde, hätte nicht besser passen können. Denn sein Familienunternehmen ALEA und der Tiefbauableger HGW feiern in diesem Jahr 150. Geburtstag. Die eigene Firma und die Branche zukunftsfest zu machen gehört für ihn zusammen. Der 59-Jährige gilt als „Stimme der hessischen Bau- und Immobilienwirtschaft“, wie Freunde und Mitbewerber anerkennen. 

Dabei wäre Reimann beinahe evangelischer Theologe geworden. Als er vor 40 Jahren mit einem konservativen Oberkirchenrat wegen des richtigen Umgangs mit dem Thema Aids zusammenrasselte, wusste er schlagartig, dass Pfarrer für ihn wohl doch nicht das richtige ist. Der gebürtige Frankfurter strebt gemeinsame Lösungen an. Doch er mag keine Kompromisse um jeden Preis. „Die Entscheidung, ein berufsbegleitendes Betriebswirtschaftsstudium aufzunehmen, war für mich vielleicht die wichtigste Weichenstellung in meinem Leben“, sagt der leidenschaftliche Praktiker. Schon vor dem Diplom bekleidete er parallel Leitungsjobs in Unternehmen.

Leute mit seiner Energie wurden und werden gebraucht, vor allem wenn sie neben Fleiß auch über viel Detailwissen und gesunden Menschenverstand verfügen. Daran hat es Reimann, der am humanistischen Frankfurter Heinrich-von-Gagern-Gymnasium Abitur machte, nie gefehlt. 1985 stieg er dann bei der K.L. Schmidt GmbH & Co KG in Bad Vilbel ein – als einer der jüngsten Generalbevollmächtigten der Baubranche.

Mann mit Energie

Dort blieb er sechs Jahre im Anstellungsverhältnis und gut zehn Jahre als Berater, um die Firma 2002 zu erwerben. Dazwischen hatte er als Manager auf Zeit verschiedene Führungspositionen übernommen. „Das Traditionshaus K.L. Schmidt mit Hoch- und Tiefbau, Wohnungs- und Industriebau hat mich von Anfang mit seiner Vielfalt fasziniert“, erläutert er seine Rückkehr als Investor.

Nach einer anfangs schwierigen Phase expandiert das übernommene Unternehmen Schritt für Schritt. Als politischer Mensch – bis vor einigen Wochen war er Vorsitzender der Bad Vilbeler FDP – setzt er sich für bezahlbaren Wohnraum ein. Im Augenblick ärgert den gebürtigen Frankfurter, dass politische Querelen die Günthersburghöfe im Nordend gefährden. In dem geplanten Quartier sollen 1.500 Wohnungen entstehen. „Wir müssen das gesetzliche Regelwerk entschlacken, damit besonders öffentliche Vorhaben schneller umgesetzt werden können“, fordert er. Es müsse doch möglich sein, dass eine Chefärztin und ein Pfleger im selben Haus wohnen könnten, meint der Bauunternehmer.

Knapp hundert Mitarbeiter hat die Firma mit Hauptsitz in Frankfurt und Dependance in Bad Vilbel, wo im 19. Jahrhundert alles begann. Das Portfolio ist breit gefächert. Mittlerweile realisiert man Wohn- und Geschäftshäuser nicht nur im Rhein-Main-Gebiet und Wiesbaden, sondern auch in Rheinland-Pfalz. Im Industriebau reicht das Spektrum von Hochregallagern über Parkgaragen bis zu Rechenzentren. Außerdem betätigt sich neben ALEA das Tiefbauunternehmen HGW im Gas-, Wasser- und Rohrleitungsbau. Seit zwei Jahren verlegt die Firma auch Fernwärmeleitungen mit Anschlüssen.

Für Hobbys hat Thomas Reimann kaum Zeit. Der Familienmensch ist froh, dass seine Frau Karin ihm den Rücken frei hält und sein Sohn Jan-Niklas die Firma irgendwann übernehmen wird. Wenn Reimann nicht für ALEA arbeitet, dann engagiert er sich für eines seiner Ehrenämter oder man besucht den ältesten Sohn Tim in München – Familienmensch eben.

Viele Ehrenämter

1995 begann er als Prüfer in verschiedenen Ausschüssen der IHK Frankfurt. In der VhU wirkt er seit vier Jahren. Mit dem BDB-HessenFrankfurt startete er ein erfolgreiches Ausbildungsprojekt unter der Überschrift „Initiative Zukunft Fachkraft“ und rief den IMMOTALK ins Leben. Lange saß er in diversen Prüfungsausschüssen. In diesem Jahr möchte der Chef erstmals eine Frau für eine Maurerlehre gewinnen. „Eine Praktikantin hatten wir schon.“ Die Bauwirtschaft zahle gut und ermögliche rasche Aufstiegschancen, wirbt er um Nachwuchs.

Wegen des Firmenjubiläums blickt Thomas Reimann tief in die Vergangenheit. „Gleich nach der Gründung hat unser Unternehmen in Bad Vilbel schon ein Kriegerdenkmal am Südbahnhof errichtet“, erzählt er. „Das war damals ein Prestigeprojekt.“ Heute stehe das Monument „noch original erhalten“ auf dem Friedhof Lohstraße. „Es ist doch schön, dass die eigene Arbeit eine lange Zukunft haben kann.“

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