Illegale Drohnenflüge im Umfeld des Frankfurter Flughafens stellen eine ernste Gefahr für die Sicherheit dar und können den gesamten Flugbetrieb lahmlegen. Die Fraport AG und die Polizei reagieren mit konsequenten Maßnahmen und empfindlichen Strafen. Was Piloten und aufmerksame Bürger wissen müssen.
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Die Vorstellung ist beunruhigend: Eine Drohne kollidiert mit einem startenden oder landenden Flugzeug. Um dieses Szenario zu verhindern, verfolgen die Fraport AG und die Polizeibehörden eine Null-Toleranz-Strategie. Fliegt eine Drohne in den Sicherheitsbereich des Flughafens ein, kann die Deutsche Flugsicherung (DFS) den Flugbetrieb einschränken oder vollständig einstellen. Die Folge sind nicht nur erhebliche Verspätungen und wirtschaftliche Schäden, sondern vor allem eine massive Gefährdung des Luftverkehrs.
Bis zu zehn Jahre Haft für gefährlichen Eingriff
Vielen Drohnenpiloten scheint der Ernst der Lage nicht bewusst zu sein. Dabei sind die Regeln klar definiert: Laut Luftverkehrsordnung gilt im Umkreis von einem Kilometer um das Flughafengelände eine absolute Flugverbotszone. Im Bereich der Start- und Landebahnen erweitert sich diese Zone sogar auf fünf Kilometer. Ein Verstoß ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. „Drei Drohnenpiloten hat die Polizei in diesem Jahr bereits gefasst und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, erklärt Guido Zemp von der Unternehmenssicherheit der Fraport AG. Der Vorwurf lautet auf gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr, was laut Strafgesetzbuch mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann. „Wir prüfen auch zivilrechtliche Maßnahmen gegen die Tatverdächtigen“, ergänzt Zemp.
Zivilcourage gefragt: Sichtungen sofort melden
Um Gefahren frühzeitig abzuwehren, setzen die Verantwortlichen auch auf die Mithilfe der Bevölkerung. Wer eine Drohne innerhalb der Verbotszone sichtet, ist aufgerufen, dies unverzüglich zu melden. „Sicherheit hat höchste Priorität. Helfen Sie also mit, wenn Sie eine Drohne entdecken“, appelliert Zemp. Für eine schnelle Reaktion sind präzise Informationen entscheidend: Eine genaue Beschreibung des Sichtungsortes und des Drohnentyps sowie, falls möglich, eine Beobachtung des Piloten helfen den Sicherheitskräften enorm. Meldungen nimmt der Security Notruf der Fraport AG unter 069 690-114 oder die Polizei unter 110 entgegen.
