„Frankfurts Skyline verändert sich stetig und die Bauwirtschaft floriert. Notariate sind im Rhein-Main-Gebiet gerade auch deshalb stark gefragt“, sagt Dr. Alexander Bräunig, Rechtsanwalt und Notar bei Scheiber & Partner in der Kennedyallee.
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Blickt man allein auf die Urkunden, die die Kanzlei Scheiber & Partner in den letzten 60 Jahren beurkundet hat, wird deutlich, wie sehr die Herausforderungen für Notare auf dem Immobiliensektor gewachsen sind. Notare sind mit steigenden rechtlichen, aber auch technischen Herausforderungen konfrontiert. Damit wachsen auch die Ansprüche der Auftraggeber.
Bräunig, seit 2012 Rechtsanwalt, seit 2016 Notar und Sozius bei Scheiber & Partner, hat sich fachlich vor allem auf das Bauträger- und Immobilienrecht spezialisiert. „Notare müssen schnell und praxisorientiert rechtlich einwandfreie Lösungen anbieten und dabei dem Grundsatz der Unparteilichkeit genügen“, sagt der gebürtige Berliner. „Natürlich gilt dies auch für andere Tätigkeitsbereiche von Notaren wie im Gesellschafts- und Unternehmensrecht sowie bei Erb- und Familienangelegenheiten.“

„Notare sind für jeden da“, hebt Bräunig hervor. „Wir unterscheiden selbstverständlich nicht zwischen großen und kleinen Auftraggebern.“ Man brauche als Notar Fingerspitzengefühl und Empathie für jeden individuellen Sachverhalt und jede Persönlichkeit, auch wenn es um heikle Fragen gehe. „Das gilt gleichermaßen für alle Beteiligten, ob es sich um eine junge Familie handelt, die einmal im Leben eine Immobilie erwirbt, einen Bauträger, der einen Hochbau projektiert, einen Makler, einen Start-up-Unternehmer oder einen Patienten im Krankenhaus, der um eine Unterschriftsbeglaubigung oder Testamentsbeurkundung bittet“, sagt er. Auch interkulturelle Kompetenz sei für Notare gerade im weltoffenen Rhein-Main-Gebiet eine notwendige Eigenschaft.
Eingespieltes Team
Das zwölfköpfige Team von Scheiber & Partner verkörpert eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Kollegen. „Büroorganisation muss aufgrund der Dokumentenfülle und Amtspflichten reibungslos funktionieren“, stellt Bräunig fest.
Kollege und Sozius Dr. Alexander Wenz, 44, ist seit 2012 als Notar tätig und wie sein Partner ein Spezialist im Immobilienrecht. Zugleich besitzt Wenz aufgrund jahrelanger Expertise fundierte Kenntnisse im Gesellschafts- und Unternehmensrecht, aber auch im Erb- und Familienrecht. Gemeinsam decken die beiden damit bei Scheiber & Partner alle relevanten Gebiete der notariellen Tätigkeit ab. „Wir sind gut aufeinander eingespielt“, sagt Bräunig. „Das macht wirklich Spaß.“ Bräunig selbst ist 40 Jahre alt „und damit für einen Notar noch ziemlich jung“.
„Wir unterscheiden nicht zwischen großen und kleinen Auftraggebern.“ – Dr. Alexander Bräunig, Scheiber & Partner
Und doch hat er schon eine Menge Erfahrungen gesammelt. Neben Jura studierte er begleitend Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt, Zürich und Hamburg. Er promovierte 2011 an der Hamburger Bucerius Law School mit dem Thema „Untreue in der Wirtschaft“. Vertrauen und Verantwortung hätten dabei im Zentrum gestanden, erzählt er. „Darum geht es letztlich auch im Notarberuf.“
Fokussierung im Immobilienrecht
Die Rhein-Main-Region ist für die deutsche Wirtschaft traditionell ein Wachstumsmotor. Die Bevölkerung nimmt rapide zu. Trotz aller Anstrengungen im Wohnungsbau fehlen aber noch immer Zehntausende von Wohnungen. „Aufgrund meiner Aktivitäten in unterschiedlichen immobilienwirtschaftlichen Verbänden sehe ich die Entwicklung aus erster Hand“, stellt der Vater von drei Kindern fest. Man könne davon ausgehen, dass für die Notare auch künftig ein erheblicher Einsatz nötig sei.
„Notare sind als Amtspersonen immer praxisorientierte Dienstleister, die Auftraggebern bei der Gestaltung teilweise sehr komplexer Lebenszusammenhänge helfen – sowohl im privaten wie im wirtschaftlichen Bereich“, hebt Bräunig hervor. Bei den Notariatskanzleien findet derzeit ein Umbruch statt, weil viele Kollegen dabei sind, die Altersgrenze zu erreichen. Parallel beschleunigt sich die ökonomische Transformation. Rechtliche Vorgaben werden immer komplexer. Eine Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete ist nach Bräunigs Auffassung immer deutlicher zu beobachten. „Sonst ist es schwer, bei neuen Entwicklungen mitzuhalten.“ Deswegen sei es auch sinnvoll, sich mit Kollegen zusammenzutun, so dass Anfragen der Bürger aus allen notariellen Bereichen optimal bedient werden können.
Verträge werden komplizierter
Es hat sich im Notarberuf viel verändert, gerade auch im Immobiliensektor. Früher bestand eine Teilungserklärung nach dem Wohnungseigentumsgesetz aus nur wenigen Seiten, heute sind es, je nach Komplexität, schnell einmal 100 und mehr. „Ob bei dynamischen Mehrfachparkeranlagen, Energiecontracting oder Elektroladestationen, überall lauern kleine Fallstricke“, meint der Kanzleichef. Man müsse auch über solche technischen Vorgaben Bescheid wissen.

Es komme darauf an, auch das Menschliche im Blick zu behalten. Bei Beurkundungen gehe es mitunter hochemotional zu. „Dass finde ich spannend, zumal wir es mit vielen internationalen Auftraggebern zu tun haben.“ Normalerweise verlaufe alles reibungslos, mitunter aber kämen spontan Konflikte zum Ausbruch. Das gehöre zum Alltagsgeschäft.
Das Menschliche im Blick
Verträge kann man in zwanzig bis dreißig Minuten abschließen. „Wir mögen es straff und korrekt“, teilt Bräunig lächelnd mit. „Aber natürlich kann das Ganze, wenn nötig, auch mal fünf Stunden oder länger dauern.“ Mitunter seien Kontrakte eine hochdiffizile Angelegenheit. „Man muss die juristische Materie beherrschen und darf selbst bei Marathonsitzungen nicht den Überblick verlieren“, resümiert er.
„Ich mag knifflige Situationen. Mit der Zeit besitzt man ein Gespür für Stimmungen und weiß, wie man die Parteien wieder vernünftig zusammenbringt.“ – Dr. Alexander Bräunig, Scheiber & Partner
Wichtig sei, dass man Neutralität und Sicherheit lebe und ausstrahle. Das mache das Notaramt aus. „Die Rechtssicherheit jeder Partei muss unbedingt gewahrt werden.“ Mit schwierigen Persönlichkeiten könne er umgehen, bekennt Alexander Bräunig. „Ich mag knifflige Situationen. Mit der Zeit besitzt man ein Gespür für Stimmungen und weiß, wie man die Parteien wieder vernünftig zusammenbringt.“
Vielleicht trägt auch die besondere Atmosphäre in dem Sachsenhäuser Altbau dazu bei, dass sich die Klienten in der Kanzlei wohlfühlen. Alles wirkt hier gediegen und verlässlich, ohne einzuschüchtern. „Wir mögen eine Kombination aus Gediegenheit und Pragmatismus“, so Bräunig.
Soziale Verpflichtung
Dünkel schätze er überhaupt nicht, bekennt Bräunig. „Notar ist ein sozialer Beruf.“ Das betrachtet der vielseitige Jurist, der, wie alle Notare in Hessen, auch als Anwalt zugelassen ist, als Verpflichtung. „Ich bemühe mich immer, die rechtliche Situation noch einmal verständlich zu erklären, wenn noch etwas unklar ist.“ Er gehe auch zum Auftraggeber, wenn dieser persönlich nicht erscheinen könne, berichtet er. „Wir stehen, soweit nötig, immer bereit, auch an Wochenenden und notfalls sogar am Silvesterabend.“ Dies gehöre zu den Pflichten eines Notars.
Vom Job entspannt sich Bräunig im Kreis der Familie. Wenn es einmal im Büro besonders stressig ist, greift er gern daheim zum Spaten und arbeitet in seinem Naturgarten. „Das ist für mich eine wunderbare Erholung.“
Weitere Informationen: www.scheiberpartner.de
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