Wer detoxt, will damit das Immunsystem stärken, Ballast verlieren und Körper und Geist wieder in Einklang bringen. Doch was gehört überhaupt zu einer erfolgreichen Entgiftungskur? Und was bringt das große Reinemachen überhaupt?
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Das Glas Rotwein zum Dinner, die morgendliche Zigarette, das Bäuchlein vom letzten Festmahl, die Präsentation vor den Kollegen – unser hektischer Alltag ist häufig geprägt durch schlechte Ernährung, fehlende Bewegung und Stress. All das hinterlässt Spuren an und im Körper. Höchste Zeit also für eine Auszeit! Mit Detox, der Reinigung von innen, sollen Energie und Form zurückkehren.
So behaupten es jedenfalls die Anhänger des aktuellen Beauty-Trends. Befürworter versprechen sich davon neue Vitalität und eine gestärkte innere Balance. Gestresste Prominente und Manager sind längst dem Zauber der körperlichen und geistigen Regeneration verfallen. Seit Hollywood-Stars wie Gwyneth Paltrow auf die Säuberung schwören, ist Detox in aller Munde.
Mind – Body – Spirit
Detox bedeutet nichts anderes als „Entgiftung“. Abgeleitet vom englischen Wort „detoxication“, ist das auch das Ziel: die Entgiftung des Körpers. In der Homöopathie und dem Ayurveda schon lange bekannt, ist Detox jetzt auch Trend unter Gesundheitsbewussten.
Dabei gibt es verschiedene Varianten, den Körper von Schadstoffen zu befreien. Das Grundprinzip jeder Detox-Kur beruht jedoch auf der Annahme, dass durch Stress und eine ungesunde Lebensweise der Körper sogenannte Schlacken ansammelt. Diese machen, so die Theorie, den Menschen müde und anfällig für Krankheiten. Im Normalfall werden die Schlacken über Leber, Nieren und die Haut „beseitigt“. Sind unsere körpereigenen Entgiftungsorgane aber überfordert soll die Detox-Kur Abhilfe schaffen.
Wer sich dazu entschließt, verzichtet tagelang auf übersäuernde, fett- und zuckerhaltige Lebensmittel wie Fleisch, Käse, Butter und natürlich Alkohol, Nikotin und Kaffee. Alle Entgiftungs- und Entschlackungskuren folgen dabei der selben Methode: viel trinken, Kalorienzufuhr verringern, toxische Stoffe meiden und Bewegung. Zur Abrundung der Kur gehören Massagen, Peelings und Bäder. Gut wirken sollen auch Saunagänge, Yoga und Pilates.
Get in Balance!
Ohne äußere Einflüsse und den Druck des Alltags sollte die Entgiftung an einem Ort der Ruhe stattfinden. Ob Kurhaus, Hotel oder Yogazentrum: Viele Adressen bieten inzwischen eine Detox-Auszeit unter professioneller Anleitung. Zu den luxuriösesten Rückzugsorten weltweit gehört das Kamalaya Luxury Wellness und Holistic Spa Resort auf Koh Samui in Thailand.
Hier wollten auch der Frankfurter Immobilieninvestor Ardi Goldman und seine Lebensgefährtin Irena Brncic wieder Energie tanken, ein paar Kilos leichter werden und den Körper von altem Ballast befreien. Bei einem Detox-Trip ins Kamalaya hofften beide auf die psychische und physische Reinigung. „Wir arbeiten sehr viel. Ardi ist ein Genussmensch und lebt nicht unbedingt gesund. Ich dagegen bin ein bisschen esoterisch angehaucht, meditiere regelmäßig und mache Yoga, daher wollte ich es mal ausprobieren, um zu schauen, was es in meinem Körper bewirkt“, erzählt Irena Brncic, die als Ärztin in der Neurologie am Offenbacher Klinikum arbeitet.

Auch Goldman war sofort bereit für die Entgiftung: „Es hat mich neugierig gemacht und ich hatte sowieso vor, ein paar Kilo abzunehmen, warum also nicht so. Ich bin ein Lebemann und ständig Suchtgefahren ausgesetzt. Deshalb waren wir im Kamalaya. Da ist nichts weit und breit. Total abgeschieden. Kein Kiosk, kein Supermarkt, nichts. Das erleichtert die Sache“, so Goldman.
Genuss vs. Verzicht
14 Tage verbrachte das Paar mit Massagen, Lymphdrainagen, Infrarot-Saunagängen, Entgiftungs-Peelings, Kräuterdampfbädern und Akupunktur. Für andere Dinge blieb keine Kraft. „Ich war zu schwach. Detox schlaucht ungemein. Nicht mal für Sport war noch Energie übrig. Täglich musste ich 32 Tabletten schlucken. Alles Nahrungsergänzungsmittel, damit mir keine Nährstoffe fehlen. Das war enorm anstrengend“, gesteht Brncic.
Denn während sie die strenge Essential Detox-Kur durchzog, entschied sich ihr Liebster für das Weight Loss-Programm, bei dem Zucker und Alkohol tabu, Proteine aber erlaubt sind. „Am Esstisch gab es schon mal neidische Blicke. Aber ich durfte Irena nichts abgeben. Das Personal hat seine Augen überall“, erzählt Goldman lachend. „Die Küche war wirklich toll, aber frustrierend. Vor allem das Frühstück. Ich brauche morgens ein Croissant und einen Kaffee. Aber es gab nur Ingwerwasser, Körner und gedünstetes Gemüse. Natürlich ungewürzt“, berichtet Brncic.

Nach zwei Wochen Detox fühlten sie sich zwar „schöner und schlanker“, aber nicht wie neugeboren. Stolze sieben Kilo hatte Ardi Goldman verloren. „Das war eine Erfahrung wert. Es hat den Geist verändert. Ich würde es wieder tun“, zieht Goldman sein Fazit. „Man muss das schon wollen. Sich dabei aber nicht geißeln. Wir haben unseren Körper neu eingerichtet und dabei viel gelernt. Ein paar Wochen haben wir das auch noch angewendet. Aber dann kam der Alltag. Ich brauche das nicht so schnell wieder. Meine wenigen Urlaubstage will ich anders verbringen“, sagt Irena Brncic.
Vor allem die am Beginn der Detox-Kur stehende Hydro-Colon-Therapie, eine Darmreinigung mit Wasserdruck, fand sie äußerst grenzwertig. Empfehlen würde Brncic den Detox-Trip trotzdem.
Verwöhnt entwöhnt: La dolce Detox
Die luxuriösen Destination-Spas sind vermutlich die einzigen Hotels ihrer Kategorie, die ohne Obstkorb im Zimmer auskommen. Auch im mehrfach preisgekrönten Luxus-Spa Chiva Som in Hua Hin am Golf von Siam ist das so. Das Hotel zählt zu den besten Spa Resorts weltweit: Ein tropischer Park, Wasserfälle und kleine Brücken zieren die First-Class-Anlage.
388 Angestellte kümmern sich hier mit Hingabe und unermüdlich um das Wohlergehen und die Gesundheit der Gäste. Die hohe Qualität des Services ist auf der ganzen Welt bekannt. Mit einem feinen Sinn für Privatsphäre, Luxus und Exklusivität verfolgt das Chiva Som einen holistischen Ansatz an das Wohlergehen, um Körper, Geist und Seele zu erreichen und zu heilen. Alles, was von geistlicher und spiritueller Erholung ablenken könnte, wie Kinder, ist nicht willkommen.
In 77 Behandlungsräumen kann man hier eine der 150 Anwendungen erleben. Diese reichen von Spa-Treatments bis hin zu medizinischen Versorgungen und werden von erfahrenen Therapeuten durchgeführt. Das Konzept des Hauses umfasst neben Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) auch original indisches Ayurveda, westliche Naturheilkunde, Energietherapien und Übungen für den Geist wie Meditation, Yoga und Reiki. Jeder Gast wird bei der Ankunft zuerst auf seine mentalen, körperlichen und spirituellen Bedürfnisse untersucht, und dann Schritt für Schritt zu einem gesünderen und glücklicheren Leben geführt.
Lautes Leben, stille Oase
Einer, der diese vielzitierte innere Balance in Thailand gefunden hat, ist Klaus Peter Kofler – auch kurz KP genannt. Der 50-jährige gebürtige Bad Homburger ist der CEO und Gründer des renommierten Cateringunternehmens Kofler & Kompanie. Ob Empfang des Bundespräsidenten, Geburtstag der Queen oder Fußball-WM in Brasilien – Kofler fliegt um die ganze Welt, um Events mit seinen Speisen zu versorgen.

Dass sich ausgerechnet der Chef einer riesigen Catering-Firma für Detox entscheidet, ist ungewöhnlich, doch bereits seit fünf Jahren fliegt Klaus Peter Kofler ein Mal im Jahr für zehn Tage nach Thailand, um im Chiva Som zu entschlacken und entgiften. „Für mich ist dieser alljährliche Detox-Trip, als würde ich meinen persönlichen Reset-Button drücken. Ein Mal quasi alles auf Null stellen“, erklärt Kofler, der früher Profi-Springreiter war. „Das ist auch eine Frage von Stress. Ich habe einen sehr unorthodoxen Beruf, buche im Jahr rund 250 Flüge und bin ständig in der Welt unterwegs. Da ist es von Vorteil, alle zwölf Monate sein ganzes System zu erneuern, alle Gifte aus dem Körper zu bekommen“, sagt der Gourmet-Caterer.
„Den ganzen Tag nur Ingwer-Tee, das kann schon mal aufs Gemüt schlagen“
Meist im Dezember oder Januar, wenn es in Deutschland kalt ist, macht er sich auf die Reise nach Thailand. Alleine. „Das ist kein klassischer Urlaub mit Erholungsfaktor, das ist sehr anstrengend. Man sollte da, wenn überhaupt, nur Leute mitnehmen, die man wirklich gut kennt. Vor allem in den ersten Tagen liegt man dann schon früh im Bett und ist todmüde. Besonders das erste Mal detoxen war heftig für mich. Den ganzen Tag nur Ingwer-Tee, das kann schon mal aufs Gemüt schlagen“, berichtet Kofler.
Anwendungen wie Massagen von Kopf, Fuß oder Hand, die das Entgiften fördern sollen, oder Behandlungen mit warmen ätherischen Ölen und Power-Yoga täten ihr Übriges für die Erschöpfung. „Aber es lohnt sich. Man muss dem Körper etwas zurückgeben. Für mich ist Detox kein Verzicht. Für mich ist es Regeneration. Das hat mir der eigenen inneren Einstellung zu tun. Sobald ich in Bangkok am Flughafen stehe, bin ich bereit für diese Erfahrung.“
Doch der Detox-Aufenthalt ist kein Zuckerschlecken: Alkohol, Nikotin, iPads, Fotoapparate oder Laptops sucht man vergeblich. All das zählt zu den Todsünden in dem Health-Resort. „Es wäre zwar schön, ab und zu mal ein Glas Rotwein zu trinken, aber man muss ein wenig Selbstdisziplin mitbringen, sonst klappt es nicht mit dem Durchhalten.“
Für Klaus Peter Kofler hat die Detox-Auszeit jedes Mal einen spürbaren Effekt: „Ich kann das nur jedem empfehlen. Man lernt, gesund zu leben und verinnerlicht dabei auch den Lebensstil. Nach jedem Aufenthalt merke ich, wie meine Energie wiederkehrt und dass ich bereit bin und Kraft habe, heimzufliegen. Bei mir hält dieses Gefühl noch lange an.“
Detox auf Deutsch
Für einen Detox-Trip muss es aber nicht unbedingt Thailand oder Indien sein, auch in Deutschland gibt es die Möglichkeit, Körper und Seele zu entgiften. Die wohl renommierteste Adresse hierzulande ist das Fünf Sterne-Hotel Parkschlösschen Bad Wildstein in Traben-Trabach an der Mosel, weltbekannt für seine Ayurveda-Therapie.

Eröffnet wurde es 1993 als eines der ersten Häuser weltweit, das ganzheitlich auf die altindische Therapieform setzt. Heute ist das Parkschlösschen das Detox-Top-Ziel schlechthin. Denn hier erlebt der Gast seine Entgiftung mit luxuriösem Komfort, stilvollem Ambiente und exzellentem Service. „Wir bieten unseren Gästen einen Rückzugsort für Körper, Geist und Seele“, sagt Carina Preuß, Tochter der Inhaber Brigitte und Wolfgang Preuß.
Natürlich ist auch die Küche ganz nach den ayurvedischen Prinzipien ausgelegt. Chefkoch Eckhard Fischer ist für die energiereichen und leicht verdaulichen Speisen zuständig. „Grundsätzlich gibt’s in der ayurvedischen Küche keine Verbote, sondern Gebote und Empfehlungen, die für jede einzelne Person ganz unterschiedlich sind. Wir haben hier in erster Linie eine Kur-Gourmet-Küche, rein vegetarisch, fast vegan. Detox und Schweinehaxe wären eher kontraproduktiv“, sagt Fischer.
In seiner Ayurveda-Küche würde es besonders auf die Kombination der Zutaten ankommen. „Für eine Tafel Schokolade braucht hier aber niemand bestochen zu werden, denn es gehören auch Süßspeisen zur ayurvedischen Entgiftungskur“, so der Herr der Parkschlösschen-Küche.
Mythos Ayurveda
Einzigartig macht das exquisite Parkschlösschen aber vor allem der stilvolle Therapiebereich mit 13 Behandlungs- und elf Ruheräumen. Das hier praktizierte Ayurveda ist aber kein Wellness-Vergnügen, sondern eine Heilkunst. Die angebotenen Kurprogramme und Therapien basieren alle auf den Jahrtausende alten Prinzipien der fernöstlichen Gesundheitslehre. Je nach Saison umsorgt ein bis zu 100-köpfiges Team die Gäste, darunter Ärzte mit ayurvedischer und schulmedizinischer Ausbildung, Therapeuten, Köche und Gästebetreuer.
Alle handeln nach dem ganzheitlichen Wissen. Auch die Architektur der 58 Zimmer und die Materialien sind nach den Erkenntnissen des Ayurveda gewählt und verbinden sich zu einem großen heilsamen Ganzen. „Wir sind das einzige Haus der Welt, in dem das ayurvedische Konzept ganzheitlich verwirklicht wurde. Weit abseits von Hektik und Stress sollen die Gäste ihre Akkus wieder auftanken“, sagt die 28-jährige Preuß, die in der Geschätsführung tätig ist. Inmitten des großen Gartens mit den alten Bäumen funktioniere das sehr gut, denn hier sei der perfekte Erholungsort für Körper, Geist und Seele.
Und damit nichts die Chakren der gestressten Gäste stört, sind Alkohol, Zigaretten, Handy, TV und sogar Grün- und Schwarztee im Haus verboten. „Es gab schon Gäste, die sich weigerten, zu kommen, weil wir keine Fernseher haben. Nur wenige brechen die Kur ab. Unsere Gäste kommen aus Eigeninitiative. Der ein oder andere büxt aber schon mal aus und sitzt dann im Restaurant im Ort. Das können wir nicht verhindern, wir wollen ja niemanden einsperren“, sagt Carina Preuß.
Auf Om-Wegen
Im Zentrum der individuell abgestimmten und ausgeklügelten Detox-Kuren und -Therapien steht die ganzheitliche Entgiftung, tiefgreifende Regeneration und Vermittlung eines gesunden Lebensstils – mit dem Ziel von Wohlergehen, neuer Lebensenergie und Gesundheit.
Panchakarma-Kur wird das im Parkschlösschen genannt. Am Beginn jeder Entgiftungstherapie steht jedoch etwas äußerst unangenehmes, intimes, jedoch durchaus Menschliches: abführen. Im Parkschlösschen bekommt man dazu einen Einlauf. Und danach erst mal keine feste Nahrung. Doch im großen Wellness-Bereich mit Thermalbad, Sauna, Fitness- und Kosmetikstudio lässt es sich dafür stilvoll entspannen.
Insgesamt beinhaltet der Jungbrunnen, der das biologische Alter angeblich um Jahre senken soll, rund 25 Therapieformen. Oft sind es Einzelgäste, die sich den ganz besonderen Luxus einer Panchakarma-Reinigungs-Kur gönnen. Sie kommen dafür aus ganz Europa angereist. „Der Januar ist die beliebteste Zeit für Kuren. Viele Gäste bezeichnen den Aufenthalt bei uns als jährlichen Ölwechsel.“

Die Exklusivität und Qualität der Detox-Anwendungen zeigt sich natürlich auch in der prominenten Gästeliste. „Zu uns kommen ganz verschiedene Menschen. Vom Yogalehrer bis hin zum Schauspieler“, so Preuß. Und weil alles sehr diskret abläuft, dringt nur selten nach außen, welche Berühmtheit sich gerade im Städtchen an der Mosel aufhält. Iris Berben, Prinz Ernst August von Hannover und Caroline von Monaco wurden aber schon gesichtet.
Detox zwischen Exzess und Askese
Ayurveda statt Amphetamine heißt es seit Jahren auch bei Sven Väth. Der aus Obertshausen stammende weltberühmte Techno-DJ schwört auf die Ayurveda-Kur an der Mosel. Er ist Stammgast im Parkschlösschen in Traben-Trabach. Jedes Jahr im Herbst, sobald die Clubs in Ibiza schließen, ist bei dem Techno-Pionier Detox angesagt. Dann nimmt sich der vielbeschäftigte Väth, der in einem Jahr mehrmals um den Globus fliegt und rund 120 Gigs spielt, eine körperliche Auszeit und macht eine Ayurveda-Kur in der rheinland-pfälzischen Provinz.
Seine „ayurvedische Phase“ dauere in jedem Jahr von Oktober bis Januar. In dieser Zeit tankt der mittlerweile 50-Jährige Kraft für die arbeitsintensiven Sommermonate. Anfang der 90er Jahre machte er auf Goa Bekanntschaft mit fernöstlichen Entspannungstechniken.
Seitdem nimmt der hessische DJ die Dienste des Parkschlösschens gerne in Anspruch. „In Indien lernte ich Ayurveda schon vor 20 Jahren lieben. Aber jedes Jahr dorthin fliegen? Das ist mir zu aufwendig. Ich will meine Ruhe und ich mag deutsches Herbstwetter. Allein die Fahrt durch den Wald mit all seinen Farben und den Wildsäuen am Straßenrand. Ich gehe spazieren, denke nach, lese Bücher japanischer Schriftsteller. Danach trinke ich drei, vier Monate keinen Alkohol, esse kein Fleisch und höre sogar sechs Wochen keine Dance-Musik“, erklärte Sven Väth der Nachrichtenagentur dpa. Für ihn sei das Wechselspiel aus Arbeit, Exzess und fernöstlicher Tiefenentspannung wichtig, denn er wisse, dass es die größte Aufgabe im Leben sei, seine Balance zu finden.
Detox für Zuhause
Entgiftungskuren haben eine lange Tradition, ihre Wirkung ist allerdings nicht wissenschaftlich bewiesen. „Die Maßnahmen oder Lebensmittel, die unter Detox zusammengefasst werden, sind für sich genommen nicht schlecht. Leider werden aber auch oft unwissenschaftliche Halbwahrheiten zusammengewürfelt, die keine medizinische Grundlage haben“, sagt Dr. Stephanie Grabhorn. Die Frankfurter Ärztin gilt als erfahrene Ernährungsmedizinerin, ihr Experten-Wissen ist in Büchern, Funk und Fernsehen gefragt.

Die Existenz der verachtenswerten Schlacken, die oft im Zusammenhang mit Detox genannt werden, kann sie nicht bestätigen. Auch könne man mit einer Detox-Behandlung keine Vergiftung des Körpers kurieren.
Denn für die Wirksamkeit einer Detox-Kur gäbe es keine Beweise. „Ein gesunder Körper ist in der Lage, über Leber und Niere Giftstoffe auszuscheiden. Das Trinken von Säften, Saunabesuche, Yoga oder Salzbäder sind keine Maßnahmen, die Giftstoffe aus dem Körper zu leiten. Gegen ein zeitlich begrenztes Trinken von Säften und ein Auslassen von Genussmitteln ist jedoch nichts einzuwenden. Eine kurze Detox-Auszeit von maximal zwei Wochen ist natürlich nicht schädlich und kann sogar ein motivierender Start für eine generelle Umstellung zu einer gesünderen Lebensweise sein. Bei dieser einseitigen Ernährung fehlen dem Körper allerdings irgendwann gesunde Fette und Eiweiße“, erklärt Dr. Grabhorn.
Für den Frühjahrsputz des Körpers braucht es jedenfalls keine Woche im Luxus-Wellnesshotel oder auf der Ayurveda-Farm mit speziellem Kurprogramm. Auch zu Hause ist die innere Reinigung möglich. Dass man dabei allerdings zu den zahlreichen Hilfsmitteln der Schönheitsindustrie, wie Pulver-Drinks, Entschlackungskuren und Pillen greifen sollte, hält Grabhorn für unnötig. Sie warnt sogar vor dem besseren Lebensgefühl aus der Pillendose. „In einem vor kurzem durchgeführten Produkttest an Detox-Kosmetikprodukten wurde festgestellt, dass alle Produkte als wirkungslos eingestuft werden können.“ Die Wundermittelchen seien verschwendetes Geld.
In jedem Fall sollte vor jeder Detox-Kur ein Arzt konsultiert werden, um eventuelle Risiken auszuschließen und abzuklären, ob der eigene Körper die Belastung, die das Entgiften mit sich bringt, überhaupt verträgt. Ob der Traum von der inneren Reinigung, neuer Energie und einem Körper und Geist in Balance dann wahr wird, erfährt nur, wer es wie Ardi Goldman, Irena Brncic, KP Kofler und Sven Väth selbst ausprobiert.
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