Nach nur drei Jahren als Zoodirektor verlässt Dr. Miguel Casares die Mainmetropole auf eigenen Wunsch. Der Abschied habe persönliche Gründe, wie der Zoo Frankfurt am Mittwoch mitteilte.
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Drei Jahre lang pendelte der 55-Jährige Familienvater an den Wochenenden regelmäßig nach Madrid, um seine Frau und seine beiden Töchter sehen zu können, wie er 2018 im Top Magazin Interview verriet: „Es steht auf meiner Wunschliste, dass meine Familie nach Deutschland kommt. Ich arbeite daran.“ Doch dieser Wunsch ging bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Erfüllung. Nun hat sich Casares entschlossen bereits Ende Juni in seine Heimat Spanien zurückzukehren: „Den Frankfurter Zoo und mein Team zu verlassen, ist sicher eine der schwersten Entscheidungen, die ich in meinem Leben treffen musste.“
Visionär für Naturschutz
In seinen drei Jahren als Zoodirektor war Casares die Festigung des Naturschutzprofils des Zoos und die Zusammenarbeit insbesondere mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) – einst Gründungsgesellschaft des Zoos und heute international tätige Naturschutzorganisation – ein besonderes Anliegen. Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig bedauert seinen Weggang: „Miguel Casares hat den Zoo Frankfurt während der letzten drei Jahre inhaltlich und strukturell maßgeblich vorangebracht.“ Mit der Konzeptstudie „ZOOKUNFT2030+“ habe er einen überzeugenden Plan für die Weiterentwicklung des Innenstadtzoos vorgelegt. Ihm und seinem Team sei es zu verdanken, dass die beliebte Frankfurter Kultureinrichtung auch in Pandemie-Zeiten solide und zukunftsgerichtet aufgestellt ist.
Besondere Begegnung mit Orang-Utans
Casares studierte in Spanien Tiermedizin und hat eine lange Verbindung zu Mainmetropole. Bereits Anfang der 90er Jahre hatte er direkt nach seinem Studium ein kuratorisches Praktikum im Frankfurter Zoo absolviert. Im Top Magazin-Interview erinnerte es sich gerne an diese Zeit, besonders eine Begegnung mit den Orang-Utans ist ihm in Erinnerung geblieben. Ein Jungtier habe im Gehege mit einer Schraube gespielt und er habe versucht, ihm diese wegzunehmen, weil er die Sorge hatte, es könne sich daran verletzen, erzählt er. Doch das Tier gab die Schraube nicht her. Der Vater des kleinen Menschenaffen beobachtete die Szene, nahm diesem schließlich die Schraube ab und gab sie dem Praktikanten. „Diese Empathie zwischen Mensch und Tier hat mich total beeindruckt.“ Als Leiter der wissenschaftlichen Abteilung übernahm er dann 2018 die Leitung des Frankfurter Zoos als Direktor von seinem Vorgänger Prof. Dr. Manfred Niekisch.
Künftig wird Casares für den Bioparc in Valencia tätig sein, für den er sich bereits 2008 engagierte.
