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Im Juni 1991 eröffnete das MMK Museum für Moderne Kunst in dem von Hans Hollein entworfenen Museumsbau, dessen postmoderne Architektur bis heute Modellcharakter hat und das in Frankfurt liebevoll „Tortenstück“ genannt wird. 25 Jahre nach seiner Eröffnung zählt das MMK zu den weltweit bedeutenden Museen für Gegenwartskunst. Die Sammlung umfasst heute über 5.000 Kunstwerke von den 1960er-Jahren bis in die aktuelle Gegenwart hinein. Das Museum feiert das Jubiläum am 25. Juni im MMK 1, dem Stammhaus in der Domstraße, mit der Eröffnung seiner neuen Sammlungspräsentation und einem umfangreichen Programm.

MMK Museum für Moderne-Kunst bei Nacht
MMK Museum für Moderne-Kunst bei Nacht

Bereits in den frühen 1980er-Jahren setzte die Stadt Frankfurt den viel beachteten Auftakt für den Aufbau der Sammlung des Museums mit dem Ankauf von Werken aus der ehemaligen Sammlung Karl Ströher. Die überwiegend in den 1960er-Jahren entstandenen Werke entstammen vor allem der amerikanischen Pop-Art und dem Minimalismus. Darunter befinden sich Gruppen hochkarätiger Werke von Künstlern, wie Andy Warhol, Claes Oldenburg und Roy Lichtenstein, sowie Arbeiten deutscher Künstler dieser Zeit wie Joseph Beuys, Gerhard Richter, Blinky Palermo und Franz Erhard Walther.

In den Folgejahren wurde bis heute die Sammlung konsequent mit Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart ausgebaut. Besonders hervorzuheben ist die in jüngerer Zeit vollzogene Erweiterung der Sammlung um nicht westliche Positionen aus dem indischen, asiatischen und afrikanischen Raum. Die Internationalisierung der Sammlung geht einher mit dem Ausstellungsprogramm, das sich zunehmend Positionen aus dem außereuropäischen Raum widmet, wie die noch bis zum 14. August zu sehende Ausstellung „Kader Attia. Sacrifice and Harmony“.

Kader Attia, J'Accuse, 2016, Sacrifice and Harmony
Kader Attia, J’Accuse, 2016, Sacrifice and Harmony

Zum 25-jährigen Jubiläum erwartet die Besucher eine neue Sammlungspräsentation mit dem Fokus auf die Erwerbungen der letzten Jahre. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Werkgruppen, die speziell für das Museum entstanden sind oder in enger Zusammenarbeit mit den Künstlerinnen und Künstlern für bestimmte Ausstellungsräume im Dialog mit der Architektur ausgewählt wurden. „Besonders durch die enorme Unterstützung der Künstler waren wir in der Lage, eine so qualitätsvolle Sammlung aufzubauen“, unterstreicht Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK Museum für Moderne Kunst.

MMK-Direktorin Dr. Susanne Gaensheimer
MMK-Direktorin Dr. Susanne Gaensheimer

Ein besonderes Merkmal der MMK Sammlung ist, dass neben den klassischen Gattungen, wie Malerei, Grafik und Skulptur, gleichberechtigt künstlerische Medien, wie Installation, Fotografie, Film, Video und Performance, gesammelt werden. So werden ab Juni neu erworbene installative Arbeiten von Wolfgang Tillmans, Isa Genzken und Carsten Nicolai sowie fotografische Werke von Dayanita Singh, Tobias Zielony, Gerald Domenig und Santu Mofokeng präsentiert. Grenzbereiche zwischen bildender Kunst und anderen Sparten rücken unter anderem in den Werken des Choreografen William Forsythe und des Modedesigners Kostas Murkudis in den Mittelpunkt.

Zum Jubiläum werden zudem erstmalig Keramikarbeiten von Shane Munro, Fotografien und Filme von Jack Smith, Werkgruppen von Adrian Williams und Michael Pfrommer, eine Rauminstallation von Carsten Fock, eine großformatige mehrteilige Zeichnung von Zinny/Maidagan und eine der frühesten Zeichnungen von Sturtevant präsentiert.

Thomas Bayrle wird mit einer umfangreichen Werkgruppe zu einem seiner zentralen Themen, der Autobahn, vertreten sein. Mit Werken aus einem Zeitraum von mehr als 30 Jahren stellt seine Arbeit das verbindende Element zwischen älteren und jüngeren Künstlerpositionen dar. Einen Dreh- und Angelpunkt der neuen Sammlungspräsentation bildet On Kawara mit seiner Werkgruppe der Datumsbilder, die 2014 um neun Werke sowie den „One Hundred Years Calendar“ des Künstlers erweitert wurde.

On Kawara, One Hundred Years Calendar – 20th Century „24,845 days“, 2000
On Kawara, One Hundred Years Calendar – 20th Century „24,845 days“, 2000

 

Die einzigartige postmoderne Architektur des MMK bietet selbst nach einem Vierteljahrhundert immer noch unvergleichliche, überraschende Ein- und Ausblicke in die jeweiligen Präsentationen.

Am Samstag, 25. Juni, feiert das MMK seinen Geburtstag mit einem abwechslungsreichen Jubiläumsprogramm. Nach dem traditionellen Honigfrühstück, bei dem die neue Honigernte der MMK Bienen probiert werden kann, können über den ganzen Tag verteilt zahlreiche kostenlose Themen- und Kurzführungen besucht werden mit den Künstlern der Sammlung und den Kuratoren des Museums. Eine Kinderwerkstatt und Kinderführung runden das Programm für die jüngsten Besucher ab. Ab 18 Uhr klingt der Tag bei Snacks und Drinks mit den DJs Carsten Fock und ATA stimmungsvoll aus.

Mehr Infos unter http://www.mmk-frankfurt.de . Open House von 10 bis 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

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