Drei Räume, drei Schaffensabschnitte, ein Gesamtkunstwerk. Der Städelschullehrer Tobias Rehberger ist ein Phänomen. Was er anfasst, flutet die Sinne. In der Schau „Home and away and outside“ beginnt er optisch verstörend, farblich geradezu hypnotisierend. Eine aus der militärischen Strategie abgeleitete Dazzle-Camouflage erobert Boden und Wände und drängt sich in den Raum. Irgendwo ruft der Kuckuck, der sich bei näherem Hinsehen als Kugel entpuppt. Draußen, in der Schirn Rotunde, eine riesige Skulptur, die, so Kurator Mathias Ulrich, „wie eine dreidimensional aufgestellte amerikanische Flagge gesehen werden kann“. Wohlgemerkt: kann. Rehberger hat eigens für die Schau diese Skulptur geschaffen, sie ist für Besucher frei zugänglich  und ebenso frei zu interpretieren. Dinge, die nicht so sind, wie sie erscheinen, Dinge, die bewusst Handicaps haben. Ein Irrgarten. Manches erscheint wie ein Design-Objekt. Man muss sich einlassen, und beim Laufen aufpassen, denn im zweiten Raum sind Rampen eingebaut, weiß auf weiß. Schritt für Schritt. „Das wird wohl meine Ausstellung mit den meisten Freunden und Bekannten, wenn ich in Tokio bin, kommen weniger“, lacht Rehberger. Ein Titan mit Charme.