Theodor Heuss, Max Horkheimer, Friedrich Dessauer oder Helmut Kohl. Ihnen wurde einst neben 27 weiteren Persönlichkeiten die Ehrenbürgerwürde der Stadt Frankfurt am Main und somit die höchste ihrer Auszeichnungen verliehen. Mit der ehemaligen Oberbürgermeisterin Dr. h.c. Petra Roth reihte sich nun die erst zweite Frau in die Riege der Würdenträger ein, deren Ehrung in der Frankfurter Paulskirche zelebriert wurde.

„Meine Heimat ist Bremen, doch mein Zuhause ist Frankfurt“, bekannte die einstige CDU-Politikerin vor den knapp 1.000 Gästen, unter denen sich neben ihren Söhnen Claudius und André Roth mit Trude Simonsohn und Friedrich von Metzler zwei weitere Ehrenbürger im Publikum fanden.

Nie Opportunistin

Zuvor hatte Roths Nachfolger Peter Feldmann ihre politische Laufbahn skizziert und der neuen Ehrenbürgerin unter anderem für „die schönste Uferpromenade Deutschlands“ gedankt, bevor er betonte: „Eine Opportunistin waren Sie nie!“ Hinsichtlich ihrer stolzen Regierungszeit von 17 Jahren bemerkte der Frankfurter Publizist und Soziologe Alfred Grosser neckisch in seiner Laudatio: „Drei Jahre mehr als Adenauer, eines mehr als Kohl. Frau Merkel kann noch hoffen.“

Auch wenn Roth sich selbst mit Empfehlungen an die derzeit Verantwortlichen der Stadtpolitik zurückhalten wollte, konnte sie sich in ihrer Dankesrede eine abschließende Stellungnahme nicht verkneifen. „Treffen Sie Ihre Entscheidungen im Geist der Kunst und der Künstler, denn Kultur ist Identitätsbildung“, appellierte das ehemalige Stadtoberhaupt.