Wilfried Elste wird Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen

Wilfried Elste in seinem aktuelle Engagement am Schauspiel Frankfurt als Lynkeus in Faust. Zweiter Teil
Wilfried Elste in seinem aktuelle Engagement am Schauspiel Frankfurt als Lynkeus in Faust. Zweiter Teil

Aufgrund seiner Leistungen als Schauspieler und Künstler, seiner langjährigen Verbundenheit zum Schauspiel und der Stadt Frankfurt und im Zeichen seines bevorstehenden 50-jährigen Bühnenjubiläums wurde der Schauspieler Wilfried Elste gestern durch den Magistrat der Stadt Frankfurt zum Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen ernannt.

Der 1939 in Schlesien geborene und seit 1972 in Frankfurt lebende Wilfried Elste spielte bereits mit Claus Theo Gärtner in „Ein Fall für zwei“. Im vergangenen Jahr fesselte er an der Seite von Joachim Król und Nina Kunzendorf im Frankfurt-Tatort „Im Namen des Vaters“ ein Millionenpublikum. Nach der Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und ersten Gastverträgen erhielt Elste 1962 am Nordmark-Landestheater in Schleswig sein erstes festes Engagement. Die Inszenierung Wilhelm Tell in der Regie von Karl Vibach – Elste spielte die Rolle des Melchtal – war 1965 eine der ersten Theaterinszenierungen, die vom Fernsehen aufgezeichnet wurde. Mit Peter Palitzsch, dem Elste immer verbunden blieb, folgte 1972 der Wechsel nach Frankfurt und zeitgleich die Einbindung in das von Palitzsch seinerzeit am Schauspiel Frankfurt initiierte Mitbestimmungsmodell. Auch wenn es immer wieder Angebote für einen Theaterwechsel gab, blieb Elste dem Schauspiel Frankfurt treu und war bis zum Jahr 2004 unter acht Intendanten verpflichtet, bevor er sich dem freiberuflichen Schaffen verschrieb. Seit fast neun Jahren ist er nun selbstständig. Und seitdem war er trotzdem oder gerade deshalb jedes Jahr für das Schauspiel tätig. Die gewonnenen „Freiräume“ ermöglichten ihm jedoch auch Engagements im Fritz-Rémond-Theater und am Volkstheater. „Und ich habe einen Film gemacht. Ist man in einem festen Engagement, dann ist das schwierig“.

Noch kurz vor der offiziellen Verleihung, die im Anschluss an eine Vorstellung stattfand, stand er noch als Lynkeus in „Faust. Zweiter Teil“ auf der Bühne. Stadtrat Volker Stein, Schauspiel-Intendant Oliver Reese und der ehemalige Schauspiel-Intendant Günther Rühle hielten die Laudatio auf einen Frankfurter, der auf der Bühne immer alles gibt. Und Elste, der seit 1988 ebenfalls Dozent an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ist und mit der Auszeichnung nicht gerechnet hatte, betonte, wie wichtig ihm diese Auszeichnung sei: „Wenn man so lange wie ich in einem Haus ist, dann ist das eine ganz andere Verbundenheit als wenn man nur fünf oder sechs Jahre irgendwo ist.“

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