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Der Opernplatz in Frankfurt ist einer der glanzvollsten Orte der Stadt. Auch die prestigeträchtige Adresse Opernplatz 2 war immer ein beliebter Treffpunkt für Einwohner und Gäste der Stadt, unter anderem durch das Mövenpick und später das Kubu. Nach langer Diskussion, ob der bestehende Bau – ein Geschäftshaus aus den fünfziger Jahren – saniert werden oder Platz für einen Neubau machen sollte, hat man sich für die zweite Variante entschieden. In dem Gebäude aus hellem Sandstein und Glas sollen unten Geschäfte, oben hochwertige Büros entstehen und zur Taunusanlage hin ist ein Restaurant mit einer großen Terrasse geplant.

So soll der Opernplatz  in 5 Jahren aussehen.
So soll der Opernplatz in 5 Jahren aussehen.

Der Besitzer Allianz Real Estate lobte in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt einen Architekten-Wettbewerb aus, den das Berliner Büro Baumschlager Eberle (BE) im zweiten Anlauf für sich entscheiden konnte. Das Frankfurter Büro Ferdinand Heide bekam immerhin eine Anerkennung, während die anderen teilnahmeberechtigten Frankfurter Büros Meurer Generalplaner, Schneider + Schumacher und NKBAK Architekten aus Frankfurt leer ausgingen. Die Architekten konnten sich im Rahmen des Realisierungswettbewerbs zuletzt gegen das Büro Staab Architekten durchsetzen. Beide waren aufgefordert worden, ihre Entwürfe, die im ersten Durchgang nur einen zweiten Platz erhalten hatten, zu überarbeiten. Die Jury würdigte bei ihrer Entscheidung insbesondere, dass Baumschlager Eberle die Traufkante zur Neuen Mainzer Straße deutlich verringerte, um so die städtebauliche Kubatur noch besser in das gegenüberliegende Umfeld einzufügen.

9.000 Quadratmeter Büro- und 2.200 Quadratmeter Einzelhandelsfläche sollen entstehen.
9.000 Quadratmeter Büro- und 2.200 Quadratmeter Einzelhandelsfläche sollen entstehen.

Zusätzlich erschien die Fassadengestaltung als klassische Lochfassade in Verbindung mit dem ortstypischen hellen Sandstein die richtige Wahl hinsichtlich der Nachbarschaft, insbesondere der Alten Oper. Der Entwurf von BE zeigt damit eine zeitgenössische Interpretation der bescheidenen Zurückhaltung des existierenden Gebäudes. Die Allianz hat das erfolgreiche Architekturbüro nun mit der konkreten Gebäudeplanung beauftragt und will im nächsten Jahr den Bauantrag für das Projekt einreichen, 2018 mit den Abbrucharbeiten beginnen und im Frühjahr 2021 mit dem Neubau fertig sein. Je nachdem, wie die Abstimmungen mit den Nachbarn laufen, ist der Bau von 9.000 Quadratmetern Büros, 2.200 Quadratmetern Einzelhandel und 50 Tiefgaragenstellplätzen möglich. Zum Opernplatz hin ist eine große Dachterrasse geplant. Die Einzelhandelsflächen erstrecken sich über maximal drei Etagen und eine Gastronomiefläche mit großer Terrasse zur Taunusanlage wird das Konzept vervollständigen.

Der Bau soll 2021 abgeschlossen sein.
Der Bau soll 2021 abgeschlossen sein.

Einige Kritiker meinen, dass an solch einem großartigen Platz, wie es in Deutschland nur wenige gibt, etwas Schöneres und Mutigeres hätte entstehen sollen. Der Baukörper zeige sich zwar eigenständig, wirke allerdings trotzdem etwas uninspiriert. An dieser Stelle, an der lange die Wunden nach dem Zweiten Weltkrieg zu sehen waren, könne man mit zukunftsweisender Architektur viel bewirken. Viele Frankfurter, die den Opernplatz lieben, wünschen sich hier identitätsstiftende Bauten. Es wird auf jeden Fall höchste Zeit, dass der in letzter Zeit etwas ungepflegt wirkende Opernplatz wieder aufgewertet und die Seite zur Taunusanlage hin durch ein schönes Restaurant mehr belebt wird.