Die großen Sachen

Im Mai – statt wie üblich im Januar – begrüßte IHK-Präsident Mathias Müller über 1.500 geladene Gäste zum Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Börsenplatz. Grund für den historisch späten Termin: ein 8,5 Millionen teurer Umbau. Neben der Modernisierung von Konferenzräumen, Treppenhaus und Fassade spielte hier vor allem der Sicherheitsaspekt eine wesentliche Rolle: „Wir haben damit alle Brandschutzauflagen umgesetzt“, erzählte uns IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Gräßle. Auch den zahlreichen Gästen ging es darum, sich für die Zukunft gut aufzustellen. Bei Roastbeef in Kräuterkruste, Grüner Soße und Frankfurter Würstchen netzwerkten führende Köpfe aus Wirtschaft und Politik wie Fraport-Chef Stefan Schulte, die hessische Landesjustizministerin Eva Kühne-Hörmann, Stadtkämmerer Uwe Becker und der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Sparkasse, Herbert Hans Grüntker.

Wo wie an diesem Abend viele Männer aufeinander treffen, geht es unvermeidlich immer auch um eines: König Fußball. Neben dem Rücktritt von Eintracht-Trainer Thomas Schaaf war insbesondere der sensationelle Aufstieg des SV Darmstadt 98 in die erste Liga Thema, zu dem auch Oberbürgermeister Peter Feldmann in seiner Rede gratulierte. Praktisch daher, dass der ein oder andere Fußballexperte anwesend war, wie der scheidende Eintracht-Aufsichtsratsvorsitzende Wilhelm Bender, mit denen Mann sich bestens austauschen konnte, beispielsweise über offene Personalfragen. „Wir brauchen für wichtige Aufgaben die richtigen Menschen“, erklärte uns auch Roland Koch, wenngleich der frühere hessische Ministerpräsident und der geschasste Bilfinger-Manager damit auf keinen vakanten Trainerposten, sondern Positionen in Wirtschaft und Industrie Bezug nahm. Auch die prominenten Redner der Veranstaltung, darunter der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und EU-Kommissar Günther Oettinger, widmeten sich künftigen Herausforderungen für Frankfurt und die Region. „Wir müssen die großen Sachen machen wie Wissenschaft und Verkehrsplanung. Wir müssen Arbeitsplätze schaffen und für gute Einkommen sorgen. Es braucht zudem die Bereitschaft, Menschen aufzunehmen“, sagte uns Volker Bouffier. Die Zukunft fest im Blick konnten die Gäste aber ebenso die kleinen Freuden des Lebens vollends genießen: Bis in die frühen Morgenstunden feierten sie bei erlesenem Wein, leckeren Cocktails, cremigem Eis und – im Raucherzelt – bei handgerollten Zigarren.