Von Löwen, Hünen und rauchenden Legenden

Leo heißt der neue Hauptsitz der ING-Diba, der vergangenen Freitag feierlich im einstigen Poseidon-Haus auf der Theodor-Heuss-Allee eingeweiht wurde und dessen Name auf die Wahl der Mitarbeiter zurückgeht, die damit auf den Löwen im Logo der Bank anspielen. Zum Festakt begrüßte der Vorstandsvorsitzende der ING-Diba, Roland Boekhout, neben Oberbürgermeister Peter Feldmann und Ex-Oberbürgermeisterin Petra Roth auch Altbundeskanzler Helmut Schmidt sowie hohen Besuch (im wahrsten Sinne) aus den USA: Dirk Nowitzki, der seit nun zehn Jahren als Werbegesicht für die drittgrößte deutsche Privatkundenbank fungiert. Der Basketball-Star, der für viel Presse- und Fanrummel sorgte, zeigte sich gelassen und nahbar, warb für sein Projekt „Baskidsball“ und die Rollstuhlbasketball-EM vom 28. Juni bis 7. Juli in der Mainmetropole, die unter dem Motto „Frankfurt dreht am Rad“ steht und für die noch Volunteers gesucht werden.  Zudem stellte er sich im Google-Hangout per Webcam den Fragen seiner Fans und verriet im Interview mit Hitradio FFH, dass das Kind, das er und seine Frau Jessica erwarten, ein Mädchen wird. Dass er in der „alten Heimat“ ist, wird Nowitzki sicher spätestens daran gemerkt haben, dass in einem deutschen Unternehmen auch schon mal Ausnahmen gemacht werden, wenn sich eine Legende wie Helmut Schmidt ankündigt: Für den Altkanzler, den man ja bekanntlich nicht einmal bei TV-Auftritten ohne Zigarette sieht, wurden die Rauchmelder ausgestellt. Und so plauderte er, in gewohnt zurückgenommenem hanseatischem Charme, mit Gabor Steingart vom Handelsblatt über die Bankenkrise und die Zukunft des Euro, der seiner Ansicht nach im Gegensatz zu manch europäischer Institution keine Rettung brauche. Natürlich kam im Wahljahr auch Peer Steinbrück zur Sprache: Auf die Frage, ob der SPD-Kanzlerkandidat eventuell keinen Wahlkampf könne, antwortete der 94jährige knapp „Das kann sein“ und erntete Gelächter unter den Gästen. Und auch gegenüber seinem Frankfurter Parteigenossen Peter Feldmann, der den neuen, energieeffizienten Bankensitz als „eine Wucht“ bezeichnete, konnte bzw. wollte sich der Kanzler der klaren Worte nicht zurücknehmen: Er bezeichnete das Leo-Gebäude schlicht als „ganz gut“ und attestierte Frankfurt, dass es „zu viele Hochhäuser und zu wenig Wohnungen“ gebe.