Jean-Michel Basquiat zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet dem Neoexpressionisten eine Ausstellung mit über 100 Werken, die die Vielseitigkeit seines Schaffens belegen. Im Fokus steht Basquiats Beziehung zu Musik, Text, Film und Fernsehen seiner Zeit.

Er malte auf riesigen Leinwänden, auf Möbeln oder Türen. Seine Bilder sind eine wilde Mischung aus comicartigen Figuren, Satzfetzen und Piktogrammen, sein Emblem: eine schlichte dreigezackte Krone. In seinem kurzen Leben war der US-Amerikaner Jean-Michel Basquiat (1960-1988) nicht nur Maler – sondern auch Dichter, Musiker, DJ und Schauspieler. Im Alter von 27 Jahren starb der Ausnahmekünstler an einer Überdosis Heroin.

Über 100 Werke von Jean-Michel Basquiat sind bis zum 27. Mai in der Schirn zu sehen.
Über 100 Werke von Jean-Michel Basquiat sind bis zum 27. Mai in der Schirn zu sehen.

30 Jahre ist es nun her, dass eine öffentliche Sammlung in Deutschland Basquiat eine Einzelpräsentation widmete. In der Schirn werden ab morgen im Rahmen der Ausstellung „Basquiat – Boom for Real “ zahlreiche seiner Kunstwerke zu sehen sein. Um die Vielfalt Basquiats Schaffens zu verdeutlichen, wurden Gemälde, Objekte, Filme, Fotografien und Musik aus privaten und öffentlichen Sammlungen zusammengetragen.

Außergewöhnlich und vielseitig

Vorab gaben Schirn-Direktor Dr. Philipp Demandt sowie die Kuratoren Dr. Dieter Buchhart und Eleanor Nairne heute bereits einen Vorgeschmack darauf, was die Besucher erwarten wird. „Häufig wird der historisch-kulturelle Kontext unterschlagen, in dem Basquiats außergewöhnlichen Werke entstanden“, so Demandt. „Die Ausstellung setzt an diesem Punkt an, macht die Vitalität und Vielseitigkeit des gesamten Werks sichtbar und erzählt von den zahlreichen Einflüssen.“

Kurator Dr. Dieter Buchhart
Kurator Dr. Dieter Buchhart

Die steile Karriere Basquiats begann Ende der 1970er Jahre in New York. Zusammen mit seinem Schulfreund Al Diaz hinterließ er poetische und politische Graffiti an Häuserwänden und U-Bahnen in SoHo und der Lower East Side. Bald darauf eroberte der Autodidakt mit seinen Gemälden als erster Afro-Amerikaner die Kunstszene des Big Apple, arbeitete mit Größen wie Andy Warhol und Keith Haring zusammen.

„Believe it or not – I can actually draw“ – Jean-Michel Basquiat

Als Teil der Graffiti Szene sah sich Basquiat selbst nie. „Believe it or not – I can actually draw“ lautet ein bekanntes Zitat des Multitalents. Mit 21 Jahren war er der jüngste Künstler, der jemals an der documenta und damit an der weltweit wichtigsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst teilnahm. Heute gehören seine Werke zu den teuersten der Welt. Im vergangenen Jahr wurde eines seiner Bilder für die Rekordsumme von 110,5 Millionen US-Dollar verkauft.

Arm and Hammer II von Jean-Michel Basquiat aus dem Jahr 1984
Arm and Hammer II von Jean-Michel Basquiat aus dem Jahr 1984

Die Schau in Frankfurt wurde in Kooperation mit der Barbican Art Gallery in London realisiert, wo sie zuerst stattfand. Dort brach die Ausstellung alle Besucherrekorde: Es war die populärsten in der kompletten Geschichte des Museums. Es ist davon auszugehen, dass der Andrang auch in Frankfurt enorm sein wird – die Schirn empfiehlt eine frühzeitige Buchung der Tickets im Online-Shop.

Ausstellung „Basquiat – Boom for Real“

16.2. – 27.5.2018
Schirn Kunsthalle Frankfurt
Römerberg, Altstadt

Öffnungszeiten:
Di, Fr, Sa, So: 10 – 19 Uhr
Mi, Do: 10 – 22 Uhr

Mehr Informationen unter: www.schirn.de/basquiat