Die Geschenke werden heute etwas dürftiger ausgefallen sein als vor exakt 40 Jahren, denn am 7.7.1974 beschenkte „Grabi“ nicht nur sich selbst zu seinem 30. Geburtstag, sondern ganz Fußball-Deutschland mit dem zweiten WM-Titel.

Zahlreich hat die Eintracht Weggefährten und Freunde zum 70. Geburtstag von Jürgen Grabowski in die Business Lounge der Commerzbank-Arena eingeladen: die Meistermannschaft von 1959, die Uefa-Cup-Sieger von 1980 um Bernd Nickel und natürlich die Weltmeistermannschaft um Wolfgang Overath und Jupp Heynckes. Beinahe wäre es gar nicht so weit gekommen, da sich Mr. Eintracht eigentlich vorgenommen hatte, nach seinem 50. Geburtstag nie wieder groß zu feiern: „So eine große Party, ich wollte das ja gar net.“ Sein ehemaliger Mitspieler Bernd Hölzenbein wurde aber von Heribert Bruchhagen instruiert, ihm ein wenig auf den Zahn zu fühlen, um ihn letztendlich doch zu überzeugen. Der Vorstandsboss hatte dann noch ein besonderes Geschenk: ein Zusammenschnitt aller Tore von Jürgen Grabowski. „Eine wahre Freude war es mir, dieses Video anzusehen, ein Tor schöner als das andere.“, so Bruchhagen.

Ministerpräsident Volker Bouffier gratuliert Jürgen Grabowski.
Ministerpräsident Volker Bouffier gratuliert Jürgen Grabowski.

Auch Ministerpräsident Volker Bouffier fand warme Worte und lobte die Bodenständigkeit des Ehrenspielführers in seiner Laudatio: „Wenn man als inaktiver Sportler den Titel des beliebtesten Fußballers Hessens verliehen bekommt, zeugt das nicht nur von Verdiensten in der Vergangenheit, sondern auch von Charakterstärke eines Menschen, der immer Vorbild geblieben ist.“ Er spielte in seinem Leben nur für zwei verschiedene Klubs, den FV Biebrich und Eintracht Frankfurt, für die ihm in 441 Bundesligaspielen 109 Tore gelangen. Den Stellenwert, den Grabowski bei Anhängern der Eintracht genießt, wird bei jedem Heimspiel deutlich, wenn das ganze Stadion das Einlauflied „Schwarz-weiß wie Schnee“ anstimmt: „Wir haben die Eintracht im Endspiel geseh’n, mit dem Jürgen, mit dem Jürgen! Sie spielte so gut und sie spielte so schön mit dem Jürgen Grabowski!“

Angesichts der Menge an Gästen zeigte sich die lebende Eintracht-Legende, die schon vergangenes Jahr neben ähnlich verdienten Eintracht-Profis wie Bum-Kun Cha oder Rekordspieler Charly Körbel mit der dauerhaften Installation am Willy-Brandt-Platz „Säulen der Eintracht“ geehrt wurde, sichtlich überwältigt und berührt. „Wenn ich das Gefühl vom Abpfiff 1974 vergleichen müsste, dann kommt diese Feier dem schon sehr nahe. Das ist wirklich überwältigend.“