Blaue Stunden

Da waren es noch zwei. Bei der siebten Biennale der Lichtkultur blieben Frankfurt und Offenbach unter sich. Aschaffenburg, Wiesbaden, Darmstadt und Mainz ließen die Luminale-Lichter aus. So wird es auch künftig sein, denn das Licht-Festival will zu seinen Ursprüngen zurück, nämlich die Themen der parallelen Fachmesse Light + Building in die Stadt, in der sie stattfindet, zu tragen.

Mit mehr als 180 Lichtkunst-Projekten und Performances trumpfte die verkleinerte Luminale auf. Das milde Frühlingswetter sorgte für viele Flaneure und optimale Bedingungen für die stromstarken Inszenierungen. Begeistert wurden die neuen Hotspots im Osten Frankfurts aufgenommen, so der Hafenpark am EZB-Neubau und die erst kürzlich eröffnete Hafenbrücke, von der ein exzellenter Blick auf die illuminierte Skyline möglich war.

 

An seinem neuen Standort unter der Honsellbrücke präsentierte sich der Kunstverein Familie Montez. Weniger spektakulär als sonst, aber umso poetischer fielen die Innenstadt-Inszenierungen aus. Wie gewohnt war der Palmengarten mit etlichen verspielten Installationen dabei, darunter leuchtende Strickmode und Lichtgießkannen. In der Katharinenkirche baute sich ein in Nebel gehülltes blaues „Seelenfünklein“ auf und an der Fassade des Nextowers ließ ein Schattenspieler Tiere im Mond über der Stadt schweben. Schöne Geste: Im Lichtmond konnten Besucher Handzeichen und Kussmünder entsenden. Da schwebten nicht wenige Herzchen gen Himmel.