Frankfurt, deine Romantik!

Im Hirschgraben, Frankfurts heiliger Boden, kommt Bewegung rein. Gestern Abend fiel die Entscheidung – einstimmig und mit einer Überraschung. Denn die Jury entschied sich gleich für zwei Bewerber für die Bebauung der Goethehöfe mit dem Deutschen Romantik-Museum.

Die Frankfurter Architektenbüros Christoph Mäckler und Landes + Partner werden bis 2017 gemeinsam das historisch so wichtige Ensemble im Herzen der Altstadt neu gestalten, inklusive Rosengarten und Tiefgarage. „Wir haben uns für das Beste aus zwei Entwürfen entschieden“, sagte Frank Junker, Geschäftsführer der federführenden ABG Frankfurt Holding. In Zahlen heißt das, auf 3.000 Quadratmeter neue Wohnungen, weitere 1.800 Quadratmeter für museale Flächen, dazu der Cantate-Saal, die langfristige Spielstätte für Michael Quasts „Fliegende Volksbühne“. Hinter dem neuen städtebaulichen wie touristischem Aushängeschild steht ein sattes Investionsvolumen: 27 Millionen Euro, wovon allein das Romantik-Museum 16 Millionen zärtlich verschlingt.

Was erwartet die Museumsbesucher in gut drei Jahren? Ein großzügig und komplett neu gestaltetes Foyer, von dem er auch in die lang erwartete Präsentation zur deutschen Romantik gelangt. Die hohe Fassade des Romantik-Baus zitiert deutlich die des angrenzenden Goethe-Hauses. Ein großzügiger Innenhof, offen für alle Frankfurter, Touristen, Museumsbesucher und Theatergäste. Ein Gebäuderiegel durch den Hof, der ursprüngliche Plan des Büros Mäckler, wurde verworfen. Denn: wo bliebe an diesem Ort sonst die lichtdurchflutete Idylle? „Hier kann die Gegenwart im Lichte der Geschichte betrachtet werden, schwärmte Kulturdezernent Felix Semmelroth bei der Präsentation der Siegerentwürfe. Im Sommer 2015 beginnen die Abrissarbeiten der 50er-Jahre-Bauten, ehemals Sitz des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Dann kommen die Kräne. „Ein wichtiges Haus beginnt immer mit dem ersten Stein“, hätte Dichterfürst Goethe vielleicht geschrieben.