„Mein Opernball“ feiert am 22. Februar 2014 Premiere in der Alten Oper. Mit dem Namen definiert der künstlerische Leiter Thomas M. Stein, was es mit dem neuen Ball auf sich hat und was er anders machen will als Ex-Impresario Manfred Pasenau, dessen Konzept ja bekanntlich in der Insolvenz endete. „Ein Ball wird immer ein Ball bleiben“, betonte der erfolgreiche Musikmanager, auch bekannt als Juror in den ersten beiden Staffeln der RTL-Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS), bei der heutigen Pressekonferenz im Kempinski Gravenbruch. „Aber man kann einiges neu machen. Und sich zurückbesinnen auf Frankfurt. Wie der Claim verrät, wollen wir wieder einen Ball für die Frankfurter etablieren.“

Thomas Stein ist der künstlerische Leiter des neuen Opernball in Frankfurt, der erstmals am 22. Februar 2014 Premiere in der Alten Oper feiert.
Thomas Stein ist der künstlerische Leiter des neuen Opernball in Frankfurt, der erstmals am 22. Februar 2014 Premiere in der Alten Oper feiert.
Doch warum heißt der Ball nicht „Deutscher Opernball“, so wie ihn die Frankfurter seit Jahren kennen? Das hat weniger mit Steins lokalpatriotischem Bekenntnis zu Frankfurt tun, sondern vielmehr mit der Insolvenz Manfred Pasenaus. Dieser hatte, belastet mit 120.000 Euro Schulden bei Alte-Oper-Chef Dr. Stephan Pauly, die Namensrechte, für die er keinen Käufer fand, kurzerhand an die Veranstaltungsagentur „satis&fy“ übertragen, um seine dortigen Schulden zu begleichen.

Aber auch so manches inhaltliche Novum, das Stein verkündete, könnte das Society-Event wieder volksnäher werden lassen und damit dem verjüngten Namen gerecht werden: So soll auch der Opernplatz Teil des Spektakels sein, auf einer Leinwand soll das Ballgeschehen übertragen werden und Open-Air-Acts stattfinden. Zudem soll es ab 24 Uhr für Ballgäste unter 25 Jahren ermäßigte Karten für 50 Euro geben.

Marc Marshall, Thomas M. Stein und Thomas Bäppler-Wolf, besser bekannt als Bäppi La Belle sollen dem in die Jahre gekommenen Opernball zu neuem Glanz verhelfen.
Marc Marshall, Thomas M. Stein und Thomas Bäppler-Wolf, besser bekannt als Bäppi La Belle sollen dem in die Jahre gekommenen Opernball zu neuem Glanz verhelfen.
„Verjüngt“ wurde auch, was in der Alten Oper passiert: „Wir wollen kein Nummernprogramm bieten, sondern eine Komposition“, definiert Thomas M. Stein das Entertainment-Konzept, das von Klassik bis Pop reichen soll und im komplett bespielten Haus unter anderem eine Disko vorsieht, in der der Frankfurter Euro Dance-Begründer Michael Münzing (M9, Snap) für die richtigen Sounds sorgen wird. Auch eine Jazzlounge wird es geben, erklärte der neue Opernball-Macher und stellte der Presse den musikalischen Verantwortlichen vor: Marc Marshall, Sohn von Schlagersänger Tony Marshall und Gründer des „Mr. M’s Jazz Club“, war ebenfalls ins Kempinski gekommen und gab einen A-Capella-Vorgeschmack auf das, was die Ballgäste im Mozartsaal erwartet.

Auch die Wiederbelebung einer Tradition zählt zum neuen Opernball: der Einzug der Debütantinnen und Debütanten. Damit sich auch dieser Part „weniger steif und dafür umso überraschender“ gestaltet, wurde Thomas Bäppler-Wolf, besser bekannt als Bäppi La Belle, als Partner für die Auswahl der Tänzer und die Choreografie engagiert.

Weniger traditionell indes soll das Showprogramm ablaufen: „Zwei prominente Moderatoren – jedes Jahr ein anderes Duo – werden durch den Abend führen“, erklärte Thomas M. Stein. „Sie werden selbst spannende Gäste aus ihrem Business und ihrem Freundeskreis mitbringen und damit dem Ball mehr Persönlichkeit zu verleihen.“ Und das sollen im Übrigen alle tun: „Auf den Tischen im Saal werden Tablets ausliegen. So bekommt jeder Gast die Möglichkeit, das Programm mitzubestimmen.“

„Mein Opernball“ soll also wieder mehr ein Ball für alle werden, soll als Ereignis deutschlandweit für Aufsehen sorgen. Dafür wurde als Medienpartner der hr ins Boot geholt, der mit Reportern vor Ort sein wird und am nächsten Abend eine Ball-Zusammenfassung sendet. Doch warum nicht live? „Wir haben erst kürzlich erfahren, dass an jenem Samstag, den 22. Februar, auch ‚Wetten, dass‘ läuft. Da scheint es uns sinnvoller, einen Nachbericht zu bringen“, erläuterte Thomas M. Stein und gab damit natürlich das Stichwort für unsere Frage nach der Prominenz: Wer wird wohl nicht bei Markus Lanz auf der Couch sitzen, sondern stattdessen im Mozartsaal der Alten Oper? Wer sind die prominenten Moderatoren? Und wer wird wohl als Star-Act bei der Mitternachtsshow auftreten? Darauf gab es leider keine Antworten…

Ob die Frankfurter wohl bereit sind, quasi die Katze im Sack zu kaufen und bis zu 1.800 Euro für eine Karte zu bezahlen, ohne die Promidichte zu kennen? Thomas M. Stein sieht’s gelassen: „Unterm Leuchtturm ist es immer am dunkelsten. Es geht nicht darum, mit irgendwelchen Namen zu glänzen, sondern mit guten Ideen. Wir wollen Frankfurt zum Leuchten bringen. Frankfurt soll feiern.

Der Kartenvorverkauf für „Mein Opernball“ startet am 15. Juli 2013. Das Ticketkontingent beträgt 3.000 Karten in verschiedenen Kategorien. Die Preisspanne beträgt 200 bis 1.800 Euro, jugendliche Nachtschwärmer bis 25 Jahre können ab Mitternacht Tickets für 50 Euro kaufen.
Weitere Informationen unter www.mein-opernball.de